Ein Gespräch mit Egotronic-Sänger Torsun
antifa: Ihr besingt auf eurem neuen Album den Berliner Winter, wünscht euch die SPD unter die Fünf-Prozent-Hürde und torpediert die sogenannte Mitte mit ihrer Extremismustheorie: Kann es sein, dass sich Egotronic über die Zeit neu erfunden hat?
Torsun: Ich texte zu Themen, die mich beschäftigen. So wie die politische Lage derzeit ist, hat sich mein Fokus stark verändert. Ich nutze meine Musik ja auch, um mich mal auszukotzen und entsprechend sind das derzeit einfach Themen, die mich aufwühlen. Das ist dann manchmal halt melancholisch und ein wenig depressiv.
antifa: Auch Boris Palmer, grüner Bürgermeister von Tübingen, kriegt auf eurem neuen Album sein Fett weg. Magst du erzählen, wie es dazu kam?
Torsun: Palmer repräsentiert alles, was ich wirklich verabscheue. Er ist einerseits Grüner und andererseits absoluter Ordnungstyp. Zudem profiliert er sich als der Sarrazin seiner Partei, der mit seinem Rassismus auch noch Geld verdient, indem er es in Buchform presst. Ich dachte, Boris kann man ruhig mal in die Pfanne hauen. Lustig ist, dass ich im Song ja auch singe »schreib ihm was Nettes, er antwortet schnell«. Nach der Videoveröffentlichung dauerte es eine Stunde, bis er auf seiner Facebookseite reagierte.
antifa: Gerade die Zeilen »Wo sind all die Linksradikalen mit dem Schießgewehr? Und wann schießen sie auf Nazis?«, die in eurem Song »Linksradikale« offenkundig Anspielungen auf die Wirren der Extremismustheorie und die Verharmlosung von Naziterror sind, haben einen regelrechten rechten Shitstorm ausgelöst. Wie hast du das wahrgenommen? Gegen den Rechtsruck ansingen weiterlesen »





























