Koordiniert aktiv sein

geschrieben von Bernhard Trautvetter

24. Februar 2019

Kasseler Friedensratschlag zu den Aufgaben der Friedensbewegung 2019

»Es geht nicht nur darum, das Friedensthema wieder `auf die Straße` zu bringen; es geht auch um einen grundlegenden Politikwechsel, um Krieg, Gewalt, Flucht, Hunger, Massenelend und soziale Ungerechtigkeit zu überwinden. Die Kampagne `Abrüsten statt Aufrüsten` ist dabei ein zentraler Schlüssel auf dem Weg zum notwendigen Erfolg.« Das ist das Fazit des Treffens der 300 Friedensaktivisten, Gewerkschafterinnen, Wissenschaftler und Friedenspolitikerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet, den USA, der EU und weiteren Ländern am 1. und 2. Dezember in Kassel. Der 25. Kasseler Friedensratschlag beriet über Aufgaben, die sich der Friedensbewegung im Angesicht der massiven Aufrüstungspolitik Deutschlands, der EU und der Nato stellen. Die Teilnehmerinnen berieten, wie sie auf die globalen Kriegsursachen im Zusammenhang mit der kapitalistischen Konkurrenz um Handelswege, Märkte und Ressourcen und den Zerfall ganzer Regionen in den Gewaltregionen Asiens, Afrikas und Europas zu reagieren haben. Die Debatten bezogen den Auftrieb der sozialen Bewegungen in Deutschland und international mit ein. Koordiniert aktiv sein weiterlesen »

Über 2.200 Tote

21. Februar 2019

Im abgelaufenen Jahr 2018 sind nach Feststellung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 2.242 Menschen auf der Flucht übers Mittelmeer ums Leben gekommen. Schiffe, die Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten, werden von Anliegerstaaten abgewiesen.

Rechte Straftaten

21. Februar 2019

In den drei ersten Quartalen von 2018 wurden polizeilich 12.791 Straftaten von Neonazis und anderen Rechten registriert. In 698 Fällen gingen die Täter gewaltsam vor. Dabei wurden über 300 Menschen verletzt. Dies geht aus Antworten der Bundesregierung auf Anfragen aus der Linksfraktion hervor. Für das Gesamtjahr 2018 liegen noch keine Zahlen vor. In Chemnitz kam es allein in der Zeit zwischen 26.August und 11.Oktober, in der mehrere rechte Aufmärsche und Überfälle stattfanden, zu 112 rechtsmotivierten Straftaten.

Rechte Terror-Netzwerke

geschrieben von Janka Kluge

21. Februar 2019

Aktive Vorbereitungen auf eine gewaltsame Machtübernahme in Polizei und Militär

Als Franco Albrecht Anfang 2017 auf dem Wiener Flughafen verhaftet wurde, ahnte niemand, dass hier einer der größten Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte ans Licht kommen würde. Er war einige Tage davor dabei beobachtet worden, wie er eine Pistole versteckt hatte. Als er die Pistole aus dem Versteck holen wollte, wartete die österreichische Polizei bereits auf ihn. Bei den Verhören gab er an, die Waffe gefunden zu haben. Franco A. war bis dahin für die österreichischen und deutschen Behörden ein unbeschriebenes Blatt. Er gehört zu der Eliteeinheit Kommando Spezial Kräfte (KSK), die ihren Hauptsitz in dem kleinen baden-württembergischen Städtchen Calw hat. Franco A. war Mitglied des Jägerbataillons 291. Diese Einheit ist Teil der Deutsch-Französischen Brigade, die im Elsass stationiert ist. Während seiner Ausbildung an einer Elite-Militärschule in Frankreich, war er bereits wegen rechter Anschauungen aufgefallen. In seiner Masterarbeit aus dem Jahr 2014 hat er nach dem Urteil des Brigadegenerals und Kommandeurs der Akademie völkische und rechtsextreme Thesen vertreten. In einem Brief an den deutschen Kommandeur hieß es, dass er als französischer Soldat mit solchen Einstellungen nicht tragbar wäre. Die Verantwortlichen der Bundeswehr hatten aber keine Bedenken, den Offiziersanwärter zu übernehmen. Rechte Terror-Netzwerke weiterlesen »

Fortbestand

18. Februar 2019

Bei Razzien in mehreren Bundesländern wurde festgestellt, dass das seit 2000 verbotene rechtsextreme Netzwerk Blood & Honour weiterhin aktiv ist. Das gilt auch für den bewaffneten Arm »Combat 18«. Nach Feststellung der Innenpolitikerinnen Martina Renner (Linke) und Irene Mihalic (Grüne) sind die zuständigen Behörden offenbar jahrelang untätig geblieben. Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft hat nunmehr die Ermittlungen übernommen.

Nicht auffindbar

18. Februar 2019

Bundesweit sind 467 Rechtsextremisten auf freiem Fuß, obwohl Haftbefehle gegen sie vorliegen. Sie seien nicht auffindbar, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage aus der Linksfraktion. Mehr als jeder Vierte von ihnen gilt als gewalttätig. Die Zahl der untergetauchten Neonazis ist in den letzten viereinhalb Jahren von 253 (im Jahre 2014) auf aktuell 467 gestiegen.

Untätige Justiz

18. Februar 2019

In Anbetracht der Ermittlungsverfahren und Prozesse gegen einige der nur noch wenigen lebenden ehemaligen KZ-Aufseher, bei denen nunmehr häufig die Verfahren eingestellt werden, weil sie nicht mehr verhandlungsfähig seien, beklagte Bundesjustizministerin Katarina Barley in einem Interview, dass die Justiz »zu lange untätig« gewesen sei. Dadurch seien die meisten NS-Täter straffrei geblieben. Barlay: »Das lag daran, dass im Verwaltungsapparat überwiegend frühere Verantwortliche an den wichtigen Stellen saßen und sich gegenseitig deckten. Im Bundesjustizministerium waren Ende der 50er Jahre noch drei Viertel der höheren Beamten ehemalige NSDAP-Mitglieder.« (FR 30.11.18).

Familientradition

15. Februar 2019

Die AfD wird nach Medienberichten »massiv von einem der reichsten Deutschen unterstützt« (FR 26.11.18): von Milliardär August von Finck. Dabei bestünden Verbindungen zwischen von Finck und dem AfD-nahen »Verein für Rechtsstaatlichkeit und bürgerliche Freiheiten«, der bis vor kurzem den »Deutschlandkurier« herausgab, der als Werbeblatt für die AFD vertrieben wurde. Mit der Unterstützung der AfD folgt August von Finck einer Familientradition: August von Finck Senior war einer der größten Finanziers der Nazi-Partei NSDAP. Danach bereicherte er sich an jüdischen Banken. Der Sohn wurde auch als Unterstützer von Franz-Josef Strauß bekannt.

Nazi-Kampfsport

15. Februar 2019

Nach entsprechenden Recherchen stellte die ARD-Sendung Monitor am 25.Oktober 2018 fest: »In Deutschland organisieren sich immer mehr Nazis und rechtsextreme Hooligans in Kampfsportgruppen, um sich fit zu machen für den Kampf gegen alle, die sie in dieser Gesellschaft zu ihren Feinden erklären.«

Monitor-Sprecher Georg Restle erklärte dazu: »Umsturzparolen und Widerstandsaufrufe gegen die verhasste Republik, die gab es in Weimar und die gibt es auch heute wieder, bei Politikern der AfD und bei Rechtsextremisten, die sich jetzt zum großen Straßenkampf rüsten – und das ist wörtlich gemeint.«

Jalloh-Tod ungeklärt

15. Februar 2019

Von der Justiz wurde der Fall des vor 14 Jahren in einer Dessauer Polizeizelle durch Verbrennung zu Tode gekommenen Afrikaners Oury Jalloh endgültig zu den Akten gelegt. Die Generalstaatsanwaltschaft Sachsen-Anhalt wies die Beschwerde von Hinterbliebenen gegen die Einstellung des Verfahrens ab. Es hätten sich »keine beweisbaren Anhaltspunkte« dafür ergeben, dass Polizisten oder Dritte den Häftling getötet haben. Damit bleiben die Umstände des an Händen und Füßen gefesselten Sierra Leoners, der sich trotz Fesselung selbst angezündet haben soll (was Gutachten als unmöglich bezeichnen) ungeklärt. Die Jalloh-Initiative fordert weiterhin Aufklärung.

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