Widerstand, Verfolgung, Neuaufbau

geschrieben von Rosel Vadehra-Jonas

25. April 2015

Erinnerung an die hessische Antifaschistin Käthe Jonas

 

Die Geschichte von Käthe Jonas und ihrer Familie ist beispielhaft zum einen für den Widerstand und die Verfolgung zahlloser kommunistischer Arbeiterfamilien und zum anderen für das Engagement der Überlebenden für den Wiederaufbau Deutschlands nach der Befreiung vom Faschismus.

Käthe Jonas wurde 1902 als Katharina Margarete Seng in Dörnigheim am Main geboren. Sie war das vierte von sechs Kindern einer Arbeiterfamilie. Schon ihr Großvater mütterlicherseits war aktiver Sozialdemokrat. Nach dem Ersten Weltkrieg schloss sich die Familie der neu gegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) an.

Mit vierzehn Jahren begann für sie das Berufsleben als Arbeiterin in einer Munitionsfabrik in Frankfurt-Fechenheim.

1921 heiratete Käthe. Ein Jahr später wurde ihr Sohn Friedel geboren. Ihr Mann konnte schon nach wenigen Ehejahren seinen Beruf als Maler und Anstreicher nicht mehr ausüben. Er litt an der Bechterewschen Krankheit. Die Familie geriet dadurch in große wirtschaftliche Not. Von da an musste Käthe – zunächst durch Gelegenheitsarbeiten – maßgeblich den Lebensunterhalt der Familie bestreiten. Erst durch den Aufbau einer Hühnerfarm und einer Versuchstierzucht gelangten die Eheleute wieder zu einem bescheidenen Einkommen. Zu den Wahlen im März 1933 kandidierte Käthe auf der Liste der KPD für den Kreistag in Hanau und für die Gemeindevertretung in Dörnigheim. Dies war der Anlass für ihre erste Verhaftung. Über die Wahlen hinweg wurde sie ohne Urteil vier Wochen inhaftiert.

Käthes jüngsten Bruder, Karl Seng, brachte man ebenfalls schon 1933 im Alter von 19 Jahren in das Konzentrationslager Breitenau, wo er vier Monate festgehalten wurde.

1935 wurde Käthe zusammen mit 88 Bürgerinnen und Bürgern aus der Stadt und dem Kreis Hanau wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Im gleichen Verfahren erhielten auch ihr Ehemann Peter Jonas, ihr Vater Karl Seng und ihre beiden Brüder Adam und Karl Seng Haftstrafen. Man konnte ihnen nachweisen, dass sie Flugblätter verteilt oder angenommen hatten, mit denen die Bevölkerung über die Ziele des Hitlerfaschismus aufgeklärt werden sollte. Käthe musste die Strafe in den Strafanstalten Ziegenhain, Aichach und Laufen verbüßen.

Ihr Bruder Karl wurde nach Ablauf seiner 2 ½ -jährigen Zuchthausstrafe nicht nach Hause entlassen, sondern in das KZ Buchenwald gebracht. Während des Krieges steckte man ihn in das berüchtigte Strafbataillon 999. Unmittelbar nach dem Attentat auf Hitler im Juli 1944 wurde Käthe erneut verhaftet und in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück gebracht. Die Befreiung erlebte sie auf dem Todesmarsch.

Die Festnahmen bedeuteten für Käthe stets die Trennung von ihren Kindern. 1933, bei ihrer ersten Verhaftung war ihr Sohn elf Jahre alt. Als sie 1944 nach Ravensbrück gebracht wurde, blieb ihre dreijährige Tochter zurück. Ihr Sohn war damals schon als Soldat der Hitlerwehmacht an der Ostfront vermisst.

Die Existenzgrundlage der Familie, die Versuchstierzucht war kurz vor Kriegsende durch Beschuss der Alliierten völlig zerstört worden. Aufgrund der Gesundheitsschäden, die Käthe durch die Inhaftierung in Ravensbrück erlitten hatte, war an einen Wiederaufbau der Zucht nicht zu denken,

Käthe gehörte zu den ersten, die nach Kriegsende das Gemeinwesen in Dörnigheim wieder aufbauten. Bis zum Verbot der KPD war sie Mitglied der Gemeindevertretung Dem Vermächtnis der Opfer des Naziregimes und den sozialen Belangen der Verfolgten widmete sie einen großen Teil ihrer Zeit und ihrer Kraft. Sie hatte maßgeblichen Anteil am Aufbau der ›Betreuungsstelle für politisch, rassisch und religiös Verfolgte‹ in Hanau. Hier fand Käthe 1946 eine Anstellung. Nach Auflösung dieser Dienststelle im Jahre 1952 arbeitete sie als Sachbearbeiterin bei der Stadtverwaltung Hanau.

Käthe war Mitbegründerin der VVN im Kreis Hanau. Sie gehörte dem Kreisvorstand Hanau und zeitweise dem Landesvorstand der VVN Hessen an. Sie war Hauskassiererin und vertrieb allwöchentlich die Zeitung der VVN ›Die Tat‹ im Freiverkauf.

1963 schied Käthe aus dem Berufsleben aus. Die Krankheit ihres Mannes war inzwischen so weit fortgeschritten, dass er auf Betreuung angewiesen war. Dennoch fand Käthe in den sechziger Jahren die Zeit, um gemeinsam mit anderen Überlebenden des Konzentrationslagers Ravensbrück die Lagergemeinschaft Ravensbrück in der Bundesrepublik Deutschland aufzubauen. 1966 wurde sie zur Vorsitzenden der Lagergemeinschaft gewählt. Es wirft ein bezeichnendes Licht auf die Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland, dass parallel dazu erneut von der Staatsanwaltschaft gegen Käthe ermittelt wurde. Dieses Mal wegen »staatsabträglicher Verbindungsaufnahme«. Das Verfahren wurde später ohne Angabe von Gründen eingestellt.

Nachdem die Schlussnovelle des Bundesentschädigungsgesetzes verabschiedet war, hielt Käthe 1966 erneut ehrenamtlich Sprechstunden im Rathaus in Hanau ab, um Verfolgte zu beraten und bei der Antragstellung zu unterstützen. Käthe Jonas starb im Jahre 1977.

Darstellung ein Tabubruch?

geschrieben von Ulrich Schneider

23. April 2015

Vom schwierigen Umgang mit der Geschichte des antifaschistischen Widerstands

 

Seit vielen Monaten wird die gemeinsame Ausstellung der FIR und des »Institut des Vétérans« in verschiedenen europäischen Ländern mit großer Resonanz gezeigt. Anfang 2015 wurde eine ungarische Ausgabe in Budapest und weiteren ungarischen Städten präsentiert und seit Ende März steht die Ausstellung für sechs Wochen im Foyer des zentralen Museums des Großen Vaterländischen Krieges in Moskau. Dies zeigt, welch große Bedeutung dieses Thema und welch hohe Anerkennung die Arbeit und die Ausstellung finden.

Nun kam es jedoch zu einer Kontroverse, die deutlich macht, wie kompliziert der Umgang mit diesem Thema sein kann, wenn dadurch ein kollektives Selbstbild betroffen ist. Der serbische Mitgliedsverband der FIR, SUBNOR Serbija, kritisiert mit scharfen Worten, dass auf der Tafel zum Widerstand in Jugoslawien das Bild einer Tschetnik-Einheit zu sehen sei. Er schlussfolgerte, dass eine solche Erwähnung eine Revision der Geschichte des Widerstandes darstelle.

Zum historischen Hintergrund ist zu erwähnen, dass sich völlig unstrittig die Führung der Tschetniks im Verlauf der faschistischen Okkupationspolitik zu Kollaborateuren entwickelte.

Der Führer der militärischen Einheiten der Tschetniks war Draza Mihailovic, der sich als Vertreter der »Jugoslawischen Exilregierung« sah und eine nationalistisch ausgerichtete passive Sammlung »patriotischer Kräfte« propagierte. Einige seiner Unterführer rebellierten gegen seine Passivität. Deshalb sah sich Mihailovic gezwungen, noch im Herbst 1941 mit Titos Volksbefreiungsarmee eine formelle Abmachung zu treffen. Ab Ende September kam es zu partiellen gemeinsamen bewaffneten Aktionen der Tito-Partisanen mit den »Draza – Tschetniks« gegen die deutschen Besatzer und ihre offenen Kollaborateure. Die Hauptlast des Kampfes trugen allerdings die Tito-Partisanen.

Der Versuch von Mihailovic, die Volksbefreiungsarmee militärisch auszuschalten, scheiterte im November 1941. Seit dieser Zeit kämpften die »Draza-Tschetniks« an der Seite der Okkupanten gegen die Partisanen, einige Einheiten schlossen sich jedoch der Volksbefreiungsarmee an und wurden Teil der Tito-Partisanen.

Mihailovic wurde übrigens 1946 wegen Kollaboration zum Tode verurteilt und gehängt.

Diese komplexe historische Entwicklung haben die Ausstellungsmacher versucht, auf den Tafeln unter dem Titel »Zwischen Widerstand und Verrat« und im erläuternden Text zu erfassen. Dazu findet man auch ein Bild einer Tschetnik-Einheit.

Für die ehemals jugoslawischen Veteranen war bereits eine solche Darstellung ein Tabubruch, der nur schwer hinnehmbar war. Für sie, die nach der Zerstörung der sozialistischen Grundlagen und der anschließenden gewaltsamen Zerschlagung der Bundesrepublik Jugoslawien in zweifacher Hinsicht ihrer Wurzeln beraubt waren, schien eine solche Erwähnung der Tschetnik-Einheit ein weiterer Versuch zu sein, sie ihrer historischen Identität zu berauben.

Dass weder das »Institut des Veterans« noch die FIR irgendeine Veranlassung hat, die großen Leistungen und die Opfer des jugoslawischen Partisanenkampfes in Frage zu stellen, steht außer Frage. Auch haben der Präsident der FIR und der russische Vize-Präsident im vergangenen Jahr mit ihrer Teilnahme anlässlich der Gedenkveranstaltungen zur Befreiung Belgrads vor 70 Jahren gezeigt, wie sehr sie deren historischen Beitrag würdigen. Doch bis heute ist es schwierig, einen historisch-kritischen Zugang zu dem Thema zu finden, der angemessen die Befindlichkeiten der ehemaligen Veteranen berücksichtigt.

Doch auch für die FIR ist es – im Sinne historischer Glaubwürdigkeit und einer angemessenen Weitergabe historischer Erfahrungen – notwendig, ein differenziertes Geschichtsbild unter Würdigung der Leistungen der Frauen und Männer des Widerstandes zu entwickeln. Wenn wir die »Flamme der Erinnerung« am Brennen halten wollen, müssen wir auch solch komplizierte Themen in angemessener Form aufarbeiten und in unsere Darstellung des internationalen Widerstandskampfes aufnehmen.       

Nazitreffen in St. Petersburg

geschrieben von Boris Spiegel

23. April 2015

Erklärung der Bewegung »Welt ohne Nazis« vom 23. März 2015

Die Internationale Menschenrechtsbewegung »Welt ohne Nazis« protestiert scharf gegen das sogenannte »Russisch-Internationale Konservative Forum«, das am 22. März in St. Petersburg stattfand und an dem elf radikal nationalistische Parteien aus dem Ausland teilnahmen.

Der Neonazi-Kongress wurde gemeinsam von der deutschen NPD, der griechischen Goldenen Morgenröte, der bulgarischen Ataka, der italienischen Forza Nuova, der Dänischen Volkspartei, der British National Party – bekannt für ihre Holocaustleugnung, der Schwedischen Volkspartei – bis vor kurzem als Nationalsozialistische Partei bekannt, und anderen Radikalen organisiert.

Die Hauptziele des Treffens wurden wie folgt formuliert: Vereinigung »aller gesunden Kräfte in Europa« gegen die »Erosion nationaler Identität«; Etablierung einer Bewegung, um alle »konservativen und national orientierten Kräfte in Europa und Russland« zu vereinen, welche eine Plattform für die Kooperation »national-konservativer Kräfte« werden soll; und »die Entwicklung eines allgemeinen Konzepts zur Zusammenarbeit konservativer und national-orientierter Kräfte, um eine dauerhafte Entwicklung national orientierter Staaten zu unterstützen«.

Es hat den Anschein, dass »gesunde Kräfte in Europa« sich auf Kräfte bezieht, die für gewöhnlich als neonazistisch oder aggressiv nationalistisch beschrieben werden. Diese Kräfte unternehmen derzeit den Versuch, sich selbst unter einem respektableren Namen zu entmarginalisieren – als »Nationalkonservative«. Allerdings ändert dies nichts an ihrem Wesen. Hinter dem Slogan, der sich gegen die »Erosion nationaler Identität« wendet, versteckt sich der alte und bewährte Ruf, gegen Fremde zu kämpfen, speziell gegen Immigranten. »Entwicklung national orientierter Staaten« maskiert eine Politik der Assimilation von Minderheiten und priorisiert die nationalistische Komponente in der Innenpolitik. Diese Politik hat bereits in vielen europäischen Staaten in die Sackgasse und in einem – der Ukraine – zu einem Bürgerkrieg geführt.

Indes haben sich diejenigen, die sich in St. Petersburg getroffen haben, im Gegensatz zu anderen radikalen Nationalisten als »Freunde Russlands« positioniert. Aber ist ihnen bewusst, dass Russland ein multinationaler Staat ist, der seine Weite, seine Stärke und Macht wesentlich durch seine gewichtige Außenpolitik und seine Bemühungen zur Zügelung von radikalem Nationalismus erhalten konnte?

Es stellt sich auch die Frage, welche Ziele die Organisatoren der Konservativen Forums erreichen wollten und was sich die städtischen Behörden dabei dachten, als sie die »positiven Nationalisten« in einem der besten Hotels der Stadt unterbrachten. Die Organisatoren behaupten, dass mit dem Treffen die internationale Unterstützung für Russland gestärkt werden sollte. Kein wasserdichtes Argument. Es ist klar, dass internationale Beobachter Russland nur bemitleiden können, wenn es solche Verbündete hat.

Wir sind der festen Überzeugung, dass der internationale Kongress der Nationalisten in St. Petersburg Russlands Image als ein internationales Land, als Bollwerk antifaschistischer Kräfte in der modernen Welt untergräbt. Diese neuen »Konservativen« sind keine Verbündeten, sondern zeitweilige Kumpane, mit denen mehr zu verlieren als zu gewinnen ist.

Die politischen Konsequenzen dieses Treffens verursachen besondere Besorgnis. Gemäß den Zielen des Forums soll St. Petersburg zur Heimstätte internationaler Neonazis werden. Mit anderen Worten: Eine Stadt, die während des zweiten Weltkrieges so gewaltig gelitten hat, kann zur Wiege für eine neue internationale radikal-nationalistische Organisation werden, deren Zielsetzung in der Desintegration Russlands als multinationalem Staat und der Gründung »europäischer nationenorientierter« Staaten an seiner Stelle besteht.

Das Treffen wurde in zeitlicher Nähe zum siebzigsten Jahrestag des Sieges über den Nazismus abgehalten. Wir sind der Ansicht, dass dies das Andenken an dessen Opfer, das Andenken an die Soldaten der Roten Armee, die ihr Leben im Kampf gegen die braune Pest gaben, beleidigt. Wir sind besorgt über die Teilnahme einiger führender russischer Politiker, die es für angemessen hielten, Mitglieder des »national-konservativen Forums« zu unterstützen.

Während wir das demokratische Prinzip der Versammlungs- und Redefreiheit hochhalten, verurteilen wir als die IHRM »Welt ohne Nazis« dieses Treffen. Wir mahnen die Regierung der Russischen Föderation und den Vorstand der Partei Einiges Russland, die politische Verantwortung von einigen ihrer Mitglieder und Abgeordneten der Staatsduma, die an dem internationalen Nationalistenkongress in St. Petersburg teilgenommen haben, zu bedenken. Wir schlagen auch vor, dass die Stadtverwaltung von St. Petersburg ein internationales antifaschistisches Forum erwägt, um den siebzigsten Jahrestag des Großen Sieges über den Nazismus in diesem Jahr zu begehen.

Exil der Schwestern Úriz Pi

geschrieben von Peter Steglich

22. April 2015

Eine Ausstellung über spanische Emigranten in der DDR

 

Im März wurden zahlreiche Besucherinnen und Besucher im spanischen Instituto Cervantes in Berlin Augen- und Ohrenzeugen einer eindrucksvollen und höchst bemerkenswerten Veranstaltung. Eindrucksvoll deshalb, weil dem Publikum das Leben zweier Schwestern aus Spanien – sorgfältig aufgearbeitet und mit zu Herzen gehender Wärme – nahe gebracht wurde, deren Schicksal als Exilantinnen bis dahin nur einem kleinen Kreis der im Saal Anwesenden bekannt gewesen sein dürfte. Die Namen dieser aufrechten Frauen: Pepita und Elisa Úriz Pi, In ihrer spanischen Heimat wirkten sie als geachtete Pädagoginnen, anerkannte Reformerinnen des Erziehungs- und Bildungswesens und in der spanischen Republik galt ihre Kraft als Politikerinnen der Neugestaltung der pädagogischen Arbeit. Beide Schwestern setzten sich als Mitglieder der Kommunistischen Partei und Aktivistinnen der demokratischen Frauenbewegung in ihrem Lande für die Rechte von Frauen und Kindern ein. In Frankreich, dem ersten Land des Exils von Pepita und Elisa, kämpften sie weiter gegen das Franco-Regime. Sie konzentrierten sich in ihrer antifaschistischen Tätigkeit auf die Hilfe für spanische Lehrerinnen und Lehrer in den Flüchtlingslagern der französischen Exilheimat. Nach dem Überfall und der Besetzung Frankreichs durch Nazideutschland arbeiteten sie mit daran, die vor dem Franco-Regime geflohenen spanischen Flüchtlinge in den Kampf der Résistance einzubeziehen. Später, in ihrem zweiten Exilland, der DDR, galt ihr Kampf sowohl der Weiterführung des antifaschistischen Widerstandes gegen das faschistische Regime in Spanien als auch ihrem Wirken in internationalen Organisationen, vor allem der Internationalen Demokratischen Frauenföderation mit Sitz in Berlin. Sie blieben damit ihrem Lebensthema treu, nämlich der Arbeit für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Kindern. Diese Arbeit wurde nach dem Tode Pepitas in Berlin von Elisa weitergeführt.

Bemerkenswert war dieser Abend im Instituto Cervantes aber auch aus einem anderen Grund. Das Büro des Bürgermeisters von Badostain, der Heimat von Elisa und Pepita, sowie die Gemeindeverwaltung des nächst größeren kommunalen Verwaltungsgebietes »Valle de Egües« in Navarra unterstützten die Initiative und Forschungsarbeit des Schriftstellers und Journalisten Manuel Martorell. Mit ihm gemeinsam hat sich eine kleine Gruppe engagierter Frauen und Männer aus Spanien und Deutschland der Aufgabe gestellt, mit dieser Ausstellung an das Leben zweier Antifaschistinnen zu erinnern. Im Zuge der berüchtigten geheimen »Operation Bolero-Paprika«, die von der französischen Regierung und Franco-Regierung in Szene gesetzt wurde, um spanische Kommunisten und Antifaschisten aus Frankreich auszuweisen, wurden beide Schwestern 1951 in die DDR, also auf die andere Seite des »Eisernen Vorhangs« abgeschoben. Eine in der Ausstellung dokumentierte Zusammenkunft von Aktivistinnen der spanischen Frauenunion mit Dolores Ibarruri, der Symbolfigur des spanischen Widerstandes gegen den Faschismus, lässt ahnen, dass solche Begegnungen den Exilspaniern Kraft, Mut und Optimismus für das Leben unter nicht einfachen Bedingungen gaben..

Elisa und Pepita nutzten die Jahre ihres Exils in der DDR auch, die sich entwickelnde neue Welt nicht nur auf einem Teil deutschen Bodens sondern auch anderswo kennen zu lernen. Sie besuchten Leningrad, heute St. Petersburg, und trafen sich dort mit spanischen Kindern. Auch darüber berichtet die Ausstellung. Sie dokumentiert, dass in der DDR nicht wenig getan wurde, den spanischen Exilanten zur Seite zu stehen, wissend, dass ihnen die wirkliche und geliebte Heimat nicht ersetzt werden konnte. Beiden Schwestern war es, gleich anderen ihrer Landsleute, nicht vergönnt, ihren Traum zu verwirklichen, nach Spanien zurückzukehren

Alle an diesem Abend im Instituto Cervantes Anwesenden, haben mit Freude zur Kenntnis genommen, auf welche Weise das offizielle Spanien an der Würdigung von Pepita und Elisa mitgewirkt hat. Der Botschafter des Königreichs Spanien lud aus diesem Anlass am Tage der Eröffnung Spanier und Deutsche zu einer Begegnung in die Botschaft ein. Der kleine Ort Badostein, wie die Gemeindeverwaltung vom Valle de Egües, waren durch die Chefs ihrer kommunalen Körperschaften vertreten. Diese Gesten von Hochachtung gegenüber zwei spanischen Antifaschistinnen sollten gewürdigt und mit Dank aufgenommen werden. Nicht immer sind es spektakuläre Aktionen, die Wirkung erzielen. Der Abend im Instituto Cervantes hat gezeigt, dass menschliche Größe auch im »kleinen Format« von Wert ist.

Ohne Hoffnung auf Verstand

geschrieben von Thomas Willms

22. April 2015

Bandera und die Geschichte des ukrainischen Nationalismus

 

Hätte man die monumentale, tiefschürfende und quellengesättigte Darstellung der Geschichte des ukrainischen Nationalismus des in Polen geborenen und in Berlin lebenden Historikers Rossolinski-Liebe schon 2013 gekannt, hätte man sich über den kurz danach ausgebrochenen ukrainischen Bürgerkrieg nicht mehr gewundert, sondern ihn vielmehr erwartet. Das Werk endet nämlich mit der detaillierten Auflistung von Denkmalserrichtungen für Stepan Bandera einerseits und solchen für die Opfer der von ihm angeführten »Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) andererseits. Die Ortsnamen für letzteres heißen Simferopol und Luhansk, für erstere Kiev und Orte westlich davon.

Grzegorz Rossoliński-Liebe: Stepan Bandera. The Life and Afterlife of a Ukrainian Nationalist. Fascism, Genocide and Cult, Stuttgart 2014, 652 Seiten, 39,95 €

Grzegorz Rossoliński-Liebe: Stepan Bandera. The Life and Afterlife of a Ukrainian Nationalist. Fascism, Genocide and Cult, Stuttgart 2014, 652 Seiten, 39,95 €

Ausgehend von einer terroristischen Vorläuferorganisation entwickelte sich die OUN auf dem Gebiet des Zwischenkriegs-Polens, der sogenannten »Zweiten Republik«, dem damals die westlichen (galizischen) Teile der heutigen Ukraine zugehörig waren. Dieses Polen ist heute völlig vergessen und nur noch schwer vorstellbar. Es war ein Vielvölkerstaat, seiner eigenen Grenzen und inneren Verfasstheit unsicher, stark orientiert auf den Staatsgründer, Marschall Józef Piłsudski. Nach dessen Tod 1935 ging der Weg dieses Staates nach rechts und der in seinen Grenzen operierenden OUN noch viel mehr. Wenn überhaupt eine der zahlreichen faschistischen Organisationen Europas den Vergleich mit der NS-Bewegung aufnehmen konnte, dann sie. Ihr Ziel war die gewaltsame Gründung eines ukrainischen Staates unter ganz bestimmten Vorgaben. Die Staatsgründung sollte einhergehen mit einer »Säuberung« von Polen, Juden und Russen als Voraussetzung zur Reinheit der »ukrainischen Rasse«. Einzige politische Kraft sollte die OUN unter ihrem »Providnyk« (Führer) Stepan Bandera sein. In der zweiten Hälfte der 30er Jahre entfachte die OUN dafür eine Welle der Gewalt gegen polnische Bauern, Lehrer und Beamte, die vom für ukrainisch deklarierten Land vertrieben werden sollten. Ihre große Stunde schlug jedoch erst mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen und zwei Jahre danach auf die Sowjetunion. Die Deutschen wurden heiß ersehnt, ihr Führer und seine Armee bewundert und die konkrete Zusammenarbeit eingeleitet. Eine Unterstützung der Staatsgründung, wie im Falle der Slowakei und Kroatiens, wurde erwartet. Systematisch bereitete man sich vor und deklarierte im Gefolge der Deutschen in L‘viv am 30. Juni 1941 endlich den erhofften Staat. In den Wochen danach begann man damit, den Deutschen teilweise vorauseilend, in den von den Sowjets verlassenen Gebieten die neue Ordnung zu errichten. Unmittelbarer Ausdruck davon war der Mord insbesondere an Juden, für den man sich gerne festlich ukrainisch-folkloristisch anzog. 1943 führte die Wende des Krieges zur höchsten Entfaltung der OUN und zur Gründung der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) und ihres Geheimdienstes SB. Von den Deutschen ohnehin enttäuscht – Bandera selbst wurde im KZ Sachsenhausen in »Ehrenhaft« interniert – die gar nicht daran dachten, irgendeinen anderen Nationalismus wirklich zu fördern, erwartete die OUN nunmehr die Niederlage Hitlers. Die Zeit bis dahin nutzte man, im Staatsgebiet nun selbst im Stil der deutschen Einsatzgruppen, Polen und überlebende Juden auszurotten. Massenhaft wurden entsetzliche sadistische Verbrechen verübt, 70.-100.000 Polen oder für »polnisch« Erklärte umgebracht.

1945 erzwangen die Sowjetunion und die von ihr neugegründete polnische Volksrepublik einen massenhaften Bevölkerungsaustausch. Paradoxerweise hatte der moskowitische Urfeind der OUN damit den zweiten bevölkerungspolitischen Traum der OUN erfüllt, nachdem die Deutschen die Juden in Galizien nahezu ausgelöscht hatten. Es blieb als drittes, die Vertreibung der Russen in die Wege zu leiten, was die OUN/UPA/SB auf sowjetischem Territorium bis Anfang der 50er Jahre in einem extrem grausamen Guerilla-Krieg zu verwirklichen suchte. Währenddessen flutete ein beträchtlicher Teil der Kader mit den Deutschen nach Westen, emigrierte danach ins westliche Ausland oder blieb in Bayern. Der Providnyk und seine Gefolgschaft vereinigten sich in München wieder. In der bayrischen Diaspora spalteten sich die Nationalistengruppen und bekämpften sich mit Entführungen, Folter und Mord gegenseitig. Von etwa 100 Toten gehen die Polizei-Unterlagen aus, was westliche Geheimdienste jedoch nicht hinderte, die Szene zu finanzieren und auszunutzen. Die Ermordung Banderas durch den sowjetischen Geheimdienst 1959 machte ihn endgültig zum Märtyrer und Helden der antikommunistischen Diaspora, die nie die Hoffnung auf den Zusammenbruch der UdSSR aufgab. Zögerlich, beginnend ab Ende der 1980er Jahre und in triumphaler Form nach 1991 wurde der Bandera-Kult in die Heimat reimportiert und kam doch nicht viel weiter als bis Kiev.

In den letzten Kapiteln des Buches werden die Namen von Politikern und Organisationen, die R.L. nennt, immer gegenwärtiger. Für und wider Bandera zu sein, den gewissenlosen und eiskalten Demagogen, der in seltsamer Umkehrung der Sowjetterminologie zum »Helden der Ukraine« erklärt wurde, geriet zum Erkennungszeichen der Gesinnung. Danach kam nur noch der Bürgerkrieg. Man muss dankbar sein für dieses Buch.

Heiliger Kampf gegen Dummheit

geschrieben von Janka Kluge

20. April 2015

Zum Kriminalroman »Der Verdacht« von Friedrich Dürrenmatt

 

Das Buch »Der Verdacht« von Friedrich Dürrenmatt gehört mit zu den ersten literarischen Verarbeitungen des Holocaust. Friedrich Dürrenmatt hat den Roman in den Jahren 1951/1952 in der Zeitschrift »Der Schweizer Beobachter« veröffentlicht. Nach Angaben des Verlags handelt es sich bei dem Buch um einen Kriminalroman. Das stimmt nur teilweise, der Roman hat auch Ansätze zu einer Parabel.

Friedrich Dürrenmatt »Der Verdacht« Diogenes Verlag, Zürich, 8.90 EUR

Friedrich Dürrenmatt »Der Verdacht« Diogenes Verlag, Zürich, 8.90 EUR

Die Geschichte ist schnell erzählt. Der Berner Kommissär Bärlach steht kurz vor der Pensionierung und liegt schwer erkrankt in einem Krankenhaus. Dort liest er in einer alten Ausgabe des Magazins »Life« einen Artikel über einen Arzt aus dem Konzentrationslager Stutthof. Dort hat dieser sadistische Arzt namens Nehle Häftlinge ohne Narkose operiert.

Als der behandelnde Arzt und Freund Bärlachs, Hungertobel, die Photographie auf dem Bett sieht, erbleicht er. Das Foto erinnere ihn an seinen Studienkollegen Emmenberger. Der wanderte 1932 nach Deutschland und später nach Chile aus. Erst nach 1945 sei Emmenberger zurück in die Schweiz gekommen und leite seitdem ein Krankenhaus für reiche Schweizer. Obwohl Hungertobel beteuert, dass es sich bei dem Bild um keinen Fall um seinen Studienkollegen handeln könne, da dieser ja in Chile war, ist dass Misstrauen Bärlachs geweckt und der Verdacht da.

Als ihn sein Vorgesetzter besucht, um ihm seine Pensionierung mitzuteilen, bittet er ihn um einen letzten Gefallen. Er solle beim internationalen Dienst zu Nehle nachfragen, »ob er noch in einem Gefängnis lebe, oder was sonst aus ihm geworden sei« Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nehle sei am zehnten August 1945 in einem Hamburger Hotel tot aufgefunden worden. Er habe sich, so stand es in den offiziellen Unterlagen, vergiftet.

Kommissär Bärlach gibt sich aber mit dieser Auskunft nicht zufrieden. Er lässt nach einem Holocaustüberlebenden mit dem Namen Gulliver schicken. Hier wird der Kriminalfall zu einer Parabel. Gulliver wurde von Nehle in Stutthof ohne Narkose operiert. Er gehört zu den wenigen, die diese Tortur überlebt haben. Als Belohnung hatte ihm Nele versprochen, ihn in ein anderes KZ verlegen zu lassen. Auf dem Todesmarsch von Stutthof wird er zusammen mit anderen Häftlingen niedergeschossen, überlebt aber schwerverletzt und kann sich retten. Er erzählt Bärlach: » (…) und als ich mich nach Stunden blutüberströmt unter den Flieder verkriechen konnte, der nicht weit davon blühte, so daß mich das Kommando, welches das Ganze zuschaufelte, übersah, habe ich geschworen, von nun an immer diese armselige Existenz eines geschändeten und geprügelten Stücks Vieh zu führen, wenn es schon Gott gefalle, dass wir in diesem Jahrhundert oft wie die Tiere zu leben haben.« Gulliver lebt in Kellern und auf Friedhöfen und reist »in jedes Land wo es noch gemarterte Juden gibt«. Er ist das Abbild des ewig reisenden Juden, der aber gleichzeitig zum Rächer wird.

Im zweiten Teil des Romans begibt sich Bärlach unter falschem Namen in die Klinik von Emmenberger. Davor hat er einen Journalisten, der früher mit seiner Zeitung für eine bessere Welt gekämpft hat, darum gebeten, in einem Artikel zu schreiben, dass die Polizei kurz davor sei, einen verbrecherischen KZ-Arzt zu verhaften, der jetzt in der Schweiz ein Sanatorium für Reiche leitet.

In dem Sanatorium wird er schnell enttarnt. Von dem Wunsch getrieben, den Verbrecher zu verhaften, beginnt er unter Morphium und ans Bett gefesselt zuerst die Ärztin Dr. Marlok und dann Dr. Emminger in Gespräche zu verwickeln. Es entwickeln sich philosophische Gespräche, die auch heute noch spannend zu lesen sind. Die Ärztin Dr. Marlok war früher Kommunistin. »Mein Glaube war groß, so groß, daß ich nicht verzweifelte, als ich in das Elend der russischen Massen einging. (…) Als ich jedoch eines Morgens nach wochenlanger Fahrt in irgendeinem Viehwagen von Sibirien her von russischen Soldaten tief im Winter des Jahres vierzig, mitten in einer Schar zerlumpter Gestalten über eine jämmerliche Holzbrücke getrieben wurde (…) und als uns am anderen Ufer die aus den Morgennebel tauchenden schwarzen Gestalten der SS in Empfang nahmen begriff ich den Verrat.«

Dr. Emminger, der weder Mitglied der NSDAP noch der SS war, betont in seinen Auslassungen: »Ich wagte es, ich selbst zu sein und nichts außerdem, ich gab mich dem hin was mich frei machte, dem Mord und der Folter, denn wenn ich einen anderen Menschen töte (::) wenn ich mich außerhalbjeder Menschenordnung stelle, die unsere Schwäche errichtete, werde ich frei.«

Friedrich Dürrenmatt hat seine eigene Anschauung Bärlach in den Mund gelegt, als dieser sagt: »Der Kampf gegen die Dummheit und des Egoismus der Menschen war seit jeher schwer und kostspielig, und mit Armut verbunden und mit der Demütigung, aber er ist ein heiliger Kampf, der nicht mit jammern, sondern mit Würde ausgefochten werden muss.«

Es sei noch gesagt, dass der Roman am Schluss gutausgeht, Gulliver taucht, durch die Fragen von Bärlach alarmiert, im Spital auf und bringt Emminger und Marlok um. Ein interessantes Zeitdokument- auch für heutige Leser.

Der unbestimmte Modus

geschrieben von Thomas Willms

20. April 2015

Die Sprache der Band »Bandbreite«

 

Gegen Auftritte der Band »Bandbreite« zu demonstrieren, ist notwendig, aber sicher kein schönes Erlebnis. Mit großer Regelmäßigkeit wird man dann nämlich zum hilflosen Adressaten eines mikrofonverstärkten Redebeitrages des Rappers Wojna. Danach ist einem gewiss ein wenig übel, wie nach dem Genuss einer Pilzmahlzeit, bei der irgendetwas schiefgegangen ist. Wojna genießt diese Situationen. Rapper gibt es natürlich, wie bei allen Kunstformen, so´ne und solche. Wojna wendet aber Rapper-typisches unheilvoll ins Politische.

Bandbreite-Reflexion

Als Künstler kommt er aus der Welt der »battle-raps«, Improvisations-Wortwettkämpfen, in denen es darum geht, den Konkurrenten zu »dissen«, ihn öffentlich gekonnt zu demütigen, zu beleidigen und vorzuführen, seine Glaubwürdigkeit zu zerstören und sich gleichzeitig selbst aufzuwerten. Was, wie beim Sport, die symbolische Bändigung von Gewalt sein könnte, endet in Los Angeles auch schon mal in einer Schießerei, oder kann, wie bei Wojna, zur politischen Waffe werden.

Es wundert nicht, dass diese Fertigkeiten des leidlich hübschen jungen Mannes in politischen Szenen, in der sich häufig hölzerne Redebeiträge immer noch mit zur Klampfe gesungenen Liedern ablösen, als modern, dynamisch und attraktiv gelten. Doch wenn das gesprochene Wort derart im Mittelpunkt der Akt-ion steht, was ist dann dessen Inhalt? Bei Wojnas Sprache lassen sich drei Bereiche erkennen, die zum besseren Verstehen hier separiert werden sollen, in der Realität aber völlig vermischt auftreten.

Auffällig ist zunächst der häufige Gebrauch von »–ismen« wie »Imperialismus«, »Faschismus«, »Zionismus«, »Antifaschismus«, gerne auch als Ausruf: »Faschist!«, »Zionist!« usw. . Sie entstammen überwiegend, aber nicht nur, dem Vokabular der politischen Linken. Eindeutig sind sie aber nicht, sondern vielfach ideologisch aufgeladen. Man tut gut daran, Wojnas »-ismen« mit demselben Misstrauen zu begegnen, das ein Missionar im vergangenen Jahrhundert vernünftigerweise den – mit eindeutigen Gesten der Nahrungsaufnahme verbundenen –Äußerungen von Angehörigen eines unbekannten Volksstammes in Neuguinea entgegenbrachte. Schließlich war nicht klar, ob man Anlass oder Gegenstand eines Festmahles werden würde.

Besonders beliebt ist bei Wojna – und den anderen, die zur Zeit über Mahnwachen-Gegner herziehen – der Ausruf »Antideutscher!«. Dieser Vorwurf hat einen Vorteil, den z.B. auch der NKWD schon zu nutzen wusste: die geheimen Netzwerke »polnischer Agenten«, »trotzkistischer Verschwörer« oder heute »antideutscher Spalter« existieren schlicht nicht und können gerade deshalb umso leichter dämonisiert werden.

Wojnas »-ismen« sind eingebettet in einen unspezifischen Sprachmodus, der auf das Unterbewusste zielt. Dieser ist an sich weder gut noch schlecht. Die Methode findet Verwendung in Therapien, Motivationsreden oder Berufsberatungen und gehört bei Pfarrern geradezu zum Berufsbild. Missbraucht und zum Nachteil der Zuhörer verwendet wird er gerne von Börsengurus, Sektenführern oder politischen Demagogen. Man kann ihn lernen, z.B. beim Studium des NLP, dem neurolinguistischen Programmieren.

In diesem Modus werden bevorzugt Komparative (tiefer, leichter, schwerer), Universalquantoren (jeder, alle, immer, usw.), allgemeine Urteile (»es ist falsch«, »es ist gut«), Adverbien der Zeit (schon, immer noch, sobald), indirekte Fragen (»Ich frage mich, was du als nächstes tun willst…«) und viele andere Techniken angewendet. Der Effekt ist, dass es dem Zuhörer überlassen wird, fehlende Informationen selbst zu finden und eine passende Bedeutung zu entwickeln. Bleibt der Sprecher in diesem einen Modus, weiß man gar nicht, was er eigentlich wirklich meint.

Wie leicht man so in die Irre geführt werden kann, zeigt das Beispiel Xavier Naidoos. »Dieser Weg wird kein leichter sein…« zu dem unsereins früher so gerne schwelgte, war von ihm doch ganz anders gemeint, wie sich herausgestellt hat: dieser Weg führte ihn nämlich direkt zu den Reichsbürgern.

Die wirkliche Wahrheit Wojnas, seine Weltsicht, seine Analyse und seine Feindbilder, werden dann kenntlich, wenn man bei seinen Texten den Kontermodus zur unspezifischen Sprache anwendet, den man aus gutem Journalismus kennt. »Wer, wer genau, wann, wie, was genau« ist zu fragen oder auch »Woran erkannt man, dass…?«, »Woher weiß man, dass…?

Kritisch auseinandergenommen bleibt an echten Inhalten bei Wojnas Songs und Redebeiträgen sehr wenig übrig. Es sind in erster Linie Selbstgratulationen, Schuldzuweisungen und Feinderklärungen schlichterer Art. Es geht um das Bündel aus »denen da oben, den Amerikanern und der Lügenpresse«, von dem man sich genauso gut auf Pegida-Kundgebungen berichten lassen kann.

Die Leichtigkeit und Nachhaltigkeit mit der ein zynischer Demagoge wie Wojna gleichzeitig neben zahllosen Rechts-Kontakten in Kreise einbricht, die sich selbstverständlich für kritisch und fortschrittlich halten, ist erschütternd. Lernen kann man aber daraus, dass von den ganz einfachen Antworten auf schwierige Fragen dringend Abschied genommen werden muss.

Widerstand und Widersprüche

geschrieben von Hans Rentmeister

20. April 2015

Ein Roman über eine antifaschistischen Familie

 

Zögernd forschen und berichten heute Angehörige der zweiten Generation über das Leben, den Kampf und die Leiden ihrer Familienangehörigen während des Faschismus. Die Autorin und ihr Ehemann gehören zu dieser zweiten Generation. Christel Weiß versucht, einseitigen Betrachtungen auf anspruchsvolle Weise zu widersprechen. Anhand der eigenen Familiengeschichte schildert sie in ihrem Roman die Zeit vom Beginn des vorigen Jahrhunderts bis 1945. Basis der Handlung sind real existierende Personen wie Fritz und Lea Große, Albert Hähnel, Rudolf Harlaß, Edith und Kurt Kretzschmar, Max Müller, Lilli und Jakob Segal, Curt Wach. Diese realen Protagonisten werden mit fiktiven Personen und Handlungen verknüpft. So kann die Form einer strengen Dokumentation gesprengt und eine spannende Handlung entwickelt werden.

Da war nicht nur einer… eine proletarische Familien-Saga Roman von Christel Weiß, 2015, BS-Verlag-Rostock, ISBN 978-3-86785-321-7, Preis 19,90€

Da war nicht nur einer… eine proletarische Familien-Saga
Roman von Christel Weiß, 2015,
BS-Verlag-Rostock, ISBN 978-3-86785-321-7, Preis 19,90€

Komplexe historische und politische Abläufe auf der Basis gründlich recherchierter Fakten werden bildhaft, ohne die üblichen Standardbegriffe in die Handlung eingefügt.

Erlebbar wird, wie sich die Masse des deutschen Volkes in das faschistische Regime integrierte und es in nicht unerheblichem Maße aktiv trug. Bohrend wiederholen sich im Roman die Fragen: Wie konnte ein Volk, unabhängig von Herkunft und Bildungsgrad, einem solchen menschenverachtendem Regime folgen? Warum zeigten die Aufklärungsversuche der Antifaschisten so wenig Erfolg? Diese Fragen sind nicht nur historische Fragen. Es sind Fragen der jüngeren Geschichte und Gegenwart.

Der Roman führt uns in eine Proletarierfamilie aus dem Erzgebirge, die später vor allem in Chemnitz gewirkt hat. Ein paralleler Handlungsort ist Berlin in den 30er Jahren bis zur Befreiung 1945. Plastisch wird das Leben und die Armut der ›einfachen‹ Menschen im Erzgebirgischen und Sächsischen dargestellt. So gut, dass es nicht nur Lehrenden sondern auch Lokalhistorikern als Bild dienen könnte. Auf diese Weise werden Wurzeln der Klassenkämpfe in dieser Zeit sichtbar. Aus dem Kampf um ein bisschen mehr sozialer Gerechtigkeit entwickelte sich das politische Engagement der Romanfiguren, das bei jenen mit stabilen moralischen Werten und gesundem Menschenverstand zwangsläufig in ein Engagement gegen die Nazis mündete.

Der Kampf der aktiven Nazigegner im Roman begann in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und reicht bis zur Befreiung 1945. Es sind Gewerkschafter, Kommunisten, Sozialdemokraten, atheistische Juden, Christen usw. Es gibt keine Fokussierung auf eine bestimmte Partei oder Organisation. Wenn auch zahlenmäßig klein, so doch breit im sozialen Spektrum wäre das Handeln dieser Nazigegner unter zivilisatorischen Umständen nicht spektakulär. In jener Zeit aber war ein solcher Widerstand nicht weniger lebensgefährlich als etwa Attentatsversuche. Wie das Buch zeigt, führte er zu schwersten persönlichen Konsequenzen auch für die Familie, bis hin zu den minderjährigen Kindern. Der Roman schildert anschaulich die Illegale Arbeit aber auch Denunziation, KZ und die Repressalien der Nazis, bis hin zum Todesurteil für mehrere Familienangehörige. Familiärer Zusammenhalt und die Solidarität Außenstehender lässt die Familie die schweren Eingriffe in ihr Leben überstehen.

Ein Großteil der Opfer des Faschismus ist nach der Befreiung zur Tagesordnung, d.h. zum Ringen um das Überleben und für eine bessere Zukunft, übergegangen. Erinnerungen aufzuschreiben, war nicht ihre Sache. Aber ihre Erfahrungen darüber, wie es zum Faschismus kam, wie es unter ihm war und wie sich einige gewehrt haben, sind brandaktuell. Faschistischer Ungeist beeinflusst immer noch bzw. erneut deutsches und europäisches Leben. Geschichte wird in der BRD verfälscht, in dem man die Leiden auf einige wenige, dem Zeitgeist genehme Opfergruppen und Personen reduziert, Opferhierarchien schafft und einige Gruppen marginalisiert. So entstehen neue Geschichtslügen.

Der Roman versteht sich daher nicht nur als Geschichts- und Geschichtenbuch, als Denkmal für Menschen, die es verdient haben. Man erkennt das an den eingeflochtenen Passagen, die einen Bezug zu heutigen Ereignissen herstellen. Besonders deutlich wird das im Anhang, wo u.a. aufgelistet wird, welche Namen von Schulen, Straßen, Plätzen, Betrieben usw., die zu DDR-Zeiten nach Antifaschisten benannt wurden, die im Buch eine Rolle spielen, nach 1989 entfernt wurden.

Das Buch »Da war nicht nur einer…« ist jedem Leser, ob jung oder alt, zu empfehlen. Unaufdringlich fordert es auf, gegen jede faschistische Tendenz aktiv zu werden.

Lebensaufgabe: Zeugnis ablegen

geschrieben von Axel Holz

20. April 2015

Uli Rabes Autobiografie ist erschienen

 

Bereits vor einigen Jahren erschien das Buch »Halbjude?« von Ullrich Rabe, dem langjährigen Vorstandsmitglied der VVN-BdA in Mecklenburg-Vorpommern. Darin hatte der Autor seine lebenslange Beschäftigung mit der rassischen Stigmatisierung thematisiert, die ihm die Nazis aufgestempelt hatten. Nur durch eigene Initiative und Glück war Ullrich Rabe den Nazis zum Kriegsende in ein Kriegsgefangenenlager der Alliierten entkommen, wo er den Tag der Befreiung erlebte, als US-amerikanische und marokkanische Wach-Truppen mit Schüssen in die Luft den Sieg über das Nazi-Regime feierten. Als sogenannter Halb-Jude überlebte er die rassische Verfolgung – anders als sechzehn seiner ermordeten jüdischen Verwandten, wurde in der Organisation Todt dienstverpflichtet und musste im besetzten Frankreich schwere Aufräumarbeiten nach alliierten Luftangriffen durchführen. Anders als in seinem früheren Buch beschreibt er in seiner Autobiografie diesmal nicht nur seinen schwierigen Lebensweg aus einer jüdischen bürgerlichen Arzt-Familie durch die Ausgrenzungen und Bedrohungen der Nazi-Zeit, sondern auch seinen Weg in eine neue Gesellschaft, die ihm Bildung, berufliche Perspektiven und gesellschaftliche Anerkennung zukommen lies. Dieser Weg führte ihn vom Betriebsschlosser über den Ingenieur für Schweißtechnik zum Institutsleiter und Wissenschaftsattaché der DDR in Tokio bis zum Dozenten an der Hochschule für Seefahrt in Rostock. Ullrich Rabe hat sich u.a. auch an ein Tabuthema gewagt, das viele Opfer des Nazi-Regimes ihr Leben lang weiter begleitet hat. Wie gingen die Menschen, die unter der Nazi-Herrschaft ihre Mitbürger ausgrenzten oder dies stillschweigend in Kauf nahmen, nun mit ihm und seiner Familie um? Und wie gelang es ihm zusammen mit seiner Familie, mit den Traumatisierungen des Faschismus fertig zu werden, mit der erlebten Ausgrenzung, mit der politisch gewollten Entmündigung und Entrechtung?

In seinem neuen Buch beschreibt der Autor, wie ihm mit neun Jahren als nichts ahnendem Jungen von seinem Klassenkameraden das Stigma »Jude« aufgeprägt wird. Sein weiteres Leben und das seiner Familie werden nun durch die Rassegesetze und die Rassenhetze der Nazis bestimmt, so dass er sich schließlich das Abitur illegal erschleichen muss. Besonders hart trifft ihn die Isolation durch Klassenkameraden und die Ausgrenzung im Freundeskreis der Familie. Der Druck der Nazi-Ideologie auf die Bevölkerung wird immer stärker spürbar, aber auch die Erfahrung, wie persönliche Beziehungen Sympathie erhalten können und Schutz ermöglichen. Mit seiner Deportation durch die Organisation Todt erfährt er, wie er als Sklavenarbeiter in Frankreich nur noch als Nummer existiert, erlebt Hunger und willkürliche Erschießungen von Gefangenen in seinem Umfeld. Erst nach einer abenteuerlichen Flucht in die Kriegsgefangenschaft beginnt er, sich wieder als Mensch zu fühlen, muss sich aber Nazi-Offizieren im Kriegsgefangenenlager wiedersetzen, die dort noch immer das Sagen haben. Illegal über die Sektorengrenze zurückgekehrt zu seiner sächsischen Familie, trifft er tatsächlich auf seine Eltern, die den Holocaust überlebt haben und sich in den Neuaufbau des Landes stürzen. Erst dort erfährt er, wie viele seiner Verwandten dieses Glück nicht hatten, weil sie von den Nazis ermordet wurden. Keiner ahnte damals, dass die Rasseideologie der Nazis die Opfer noch lange nach ihrer Befreiung verfolgen würde und die Spur der zerstreuten Überlebenden seiner Familie bis nach Schweden führen sollte. Erst 2012 erfährt Ulrich Rabe, dass über mehrere Etappen dort eine überlebende Cousine gestrandet war, die auch ihren verschollen geglaubten Vater wieder traf, aber wie ihr Vater die schrecklichen Erlebnisse der Nazi-Zeit nicht verarbeiten konnte. Beider Leben endete durch Suizid.

Für Ulrich Rabe war die Ablehnung des Rassebegriffes und jeglicher Diskriminierung eine wichtige Schlussfolgerung für sein Leben. Aber auch der Umgang mit der erlebten Nazi-Ausgrenzung beschäftigt ihn bis heute. Er stößt auf verschiedene Verarbeitungsstrategien. Er erlebt die Fortsetzung der Traumatisierung und die Verzweiflung der Opfer. Er beobachtet bei nicht wenigen Opfern den Beginn eines aktiven, neuen Lebens, das das Erlebte vergessen machen sollte. Doch er selbst entscheidet sich gemeinsam mit vielen anderen für die bewusste Erinnerung und öffentliche Auseinandersetzung mit den Nazi-Verbrechen, ihren Ursachen und seinen persönlichen Erlebnissen in der schlimmsten Zeit der deutschen Geschichte. Zeugnis ablegen – das sollte sein Vermächtnis, sein Lebenssinn werden und das vermittelt seine Autobiografie auf anrührende Weise.

Nackt unter Wölfen – 2015

geschrieben von Gerhard Hoffmann

20. April 2015

Eine ambivalente Erfahrung

 

Siebzig Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus und über fünfzig Jahre nach dem Erscheinen eines ersten Films »Nackt unter Wölfen« eine Neuverfilmung zu erarbeiten, verweist auf die nach wie vor beachtenswerte Relevanz des Romans von Bruno Apitz und ist insofern legitim. Nachvollziehen und –empfinden, was in einem faschistischen deutschen Konzentrationslager vor sich ging, in welchen Spannungs- und Konfliktfeldern sich Häftlinge und ihre Peiniger bewegten, wie sich Selbstbehauptung und illegal organisierter Widerstand herausbildeten, welche Ursachen menschliche Größe und menschliches Versagen haben konnten, welche Formen solidarischen Verhaltens sich unter welchen Umständen entwickelten … dürfte für ehemalige Häftlinge möglich gewesen, für Nachkommende ausgeschlossen sein.

Frank Beyer gelang mit dem DEFA-Film von 1963 auch durch die Mitwirkung von Bruno Apitz ein in sich schlüssiges Kunstwerk. Für den neuen Film wurden nicht der Roman, sondern Motive aus dem Roman zugrunde gelegt. So musste es zum Spagat zwischen historischer Wissensvermittlung und Handlungsgeschehen des Romans kommen. Der Handlungsstrang Rettung des dreijährigen jüdischen Jungen ist aufgenommen worden, um den Konflikt »Überleben des Kindes oder Überleben von Tausenden Häftlingen«, einer Lösung zuzuführen. In Andeutungen wird erkennbar, dass der individuelle Einsatz für die Rettung des Kindes wesentlich ist, dass jedoch das Netzwerk organisierten Widerstands Voraussetzung und Bedingung für die Lösung des Grundkonflikts sind. Die Unterbrechung der Handlung durch Rückblenden und dokumentarische Einblendungen mag interessantes filmisches Mittel sein, zerfasert den Film, trotz mancher Berechtigung. Während die Rückblende auf Pippigs Vorleben seine Motivation begründet, bedingungslos für die Rettung des Kindes einzutreten, setzen die historischen Dokumentaraufnahmen Kenntnisse voraus, damit sie als Elemente zur Entwicklung von Spannung verstanden werden können. Den furchtbaren Lageralltag im Kleinen Lager darzustellen, gehört in den Film. Ebenso das Ersäufen und Erschießen im Dorf, beobachtet aus einem Fenster, indem über die Schulter des Beobachtenden geschaut wird. Hier müssen die Zuschauer erkennen, dass von den Filmmachern die Sequenz als Metapher für »wir haben von alledem nichts gewusst« gesetzt wird. Die Pippig, Höfel, Krämer, Bochow, Rose auf der Häftlingsseite und auf der anderen die Schwahl, Kluttig, Zweiling, Mandrill … sind keine Charaktere, sie sind Typen an sich. Die »überbordende Gewalt« (FAZ), der Hang zu naturalistischer Darstellung, verleitet eher zum Abwenden als dazu, Emotionen zu wecken. Eindeutig scheint die immer wieder in Frage gestellte Selbstbefreiung der Häftlinge im KZ Buchenwald dargestellt. Wozu sonst, als zu ihrer Befreiung, hätten sich die Häftlinge bewaffnen und die »Alarmstufe III« ausrufen sollen? Was war das entschlossene Unterbrechen der Stromzufuhr für den Elektrozaun, das Gefangennehmen von SS-Leuten und das Hissen der weißen Flagge? Es war die militärische Aktion zur Selbstbefreiung der Häftlinge aus dem Innern des Lagers, als durch das Heranrücken der amerikanischen III. Armee die äußeren Bedingungen geschaffen wurden. Das Bedrücktsein auf dem Appellplatz am Ende des Films macht deutlich, dass das Freisein, für manchen nach zwölf Jahren Haft, nicht einfach zu verarbeiten ist. Tatsächlich organisierten die Häftlinge die Übergabe des Lagers an die Amerikaner, bereiteten u. a. das Totengedenken am 19. April 1945 und den Schwur von Buchenwald vor und am Abend dieses Tages gab die inzwischen legalisierte Bigband ein Jazzkonzert (Jorge Semprún: Überlebensübungen. 2013). Mehr als fünfzig Jahre nach dem DEFA-Film ist für fünf Millionen Euro ein Film gemacht worden, aufwändig, mit modernen Mitteln, auf dem heutigen Wissensstand, angepasst an neue Sehgewohnheiten und natürlich mit dem Blick auf hohe Einschaltquoten. Für Menschen mit historischen Kenntnissen und dem Willen, sich solche anzueignen, sind Zusammenhänge erkennbar. Ob der Film dazu anregt, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen, bleibt offen. Im besten Fall führt er vielleicht zu der Frage, was aus dem als Häftling verkleideten SS-Mann geworden sein könnte, den die GI’s als solchen nicht erkannten und den sie gutwillig laufen ließen. Im allerbesten Fall wird dieser Film dazu animieren, den Roman von Bruno Apitz zu lesen und den Film von Frank Beyer anzusehen.

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