»Rechte« Musik?

geschrieben von Uwe Hiksch

5. September 2013

Nicht nur Skinheadbands bestimmen inzwischen das Bild

Sept.-Okt. 2007

Neurechte Musik ist heute in vielen Musikgenres anschlussfähig geworden. Nicht mehr grölende Nazi-Bands der Skinhead-Szene bestimmen die Musik der rechtsgerichteten Musikhörerinnen und Musikhörer, sonder eine breite, über viele Musik-Genres reichende, ausdifferenzierte Musik. Die Themenvielfalt reicht dabei von heidnischen und esoterischen Themen bis zur musikalischen und ästhetischen Umsetzung der Theorien der »Konservativen Revolution«.

Der Einfluss der Neuen Rechten auf die verschiedenen Musikstile ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt heute fast keine musikalische Strömung mehr in der sich nicht auch neurechte oder rechts orientierte Bands und Themenspektren finden. Die unterschiedliche Ausprägung in den verschiedenen Musikkulturen ist dabei vor allem auch von den unterschiedlichen kulturellen Ausdrucksformen der Musikrichtungen abhängig.

So finden sich in Musikrichtungen wie Death-Metal, Techno, Rock, Reggae, Ska, Electronic, Pagan/Ritual oder Neofolk rechte Ausläufer, die mehr oder weniger wahrnehmbar oder dominant sind. In den nächsten Ausgaben wollen wir uns diesen verschiedenen Musik-Stilen nähern und den Einfluss von neurechten Bands und Mitgliedern untersuchen.

Die Schwarze Szene erscheint für Außenstehende exotisch und befremdlich. Weiß geschminkte Gesichter, aufwendig frisierte Haare, schwarze Gewänder, Lack und Leder aber auch Military-Look bestimmen heute die modische Ausrichtung dieser Szene. Inhaltlich ist ein wichtiges Bindeglied eine kritische Reflexion auf die moderne Gesellschaft. Die Schwarze Szene greift menschliche Vergänglichkeit durch eine Inszenierung von Untergangs- und Todessehnsüchten auf. Zentral ist die Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lebens. Irrationale und übersinnliche Themen wie Magie, Mystik und Naturreligionen, aber auch Mittelalter, Romantik, Krieg, Zerstörung und Leid werden in unterschiedlichen musikalischen und künstlerischen Formen aufgegriffen und umgesetzt.

Die Schwarze Szene ist eine heterogene, weit ausdifferenziert Szene. Von Anfang an war sie aber auch ein Anlaufpunkt für rechte Bands und Mitglieder der Neuen Rechten. So treten beim größten Szene-Event dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig regelmäßig Bands aus dem rechten Szene-Spektrum auf. Bands wie Kirlian Camera (2006), Sol Invictus (2005), Sonne Hagal (2005), Scivias(2004), Deutsch Nepal (2004)oder Camerata Mediolanense (2002) sind einige Beispiele für die Verzahnung von neurechter Musik und normaler Szene. Die Musiker und Bands der rechten Dark-Wave-Szene greifen vor allem die Themen der Konservativen Revolution und des italienischen Faschismus auf. Gerade im Neofolk, Industrial oder EBM (Electronic Body Musik) werden Texte von Theoretikern der Konservativen Revolution wie Oswald Spengler, Arthur Moeller van den Brück, Ernst Niekisch und Ludwig Klages künstlerisch verarbeitet. Auch Ernst Jüngers Schriften wie »In Stahlgewittern (1920) oder »Der Arbeiter« (1932) bildeten Ansatzpunkte für eine ästhetische Umsetzung in diesen Musikrichtungen. Martialische Bilder und Töne und das bewusste Aufgreifen faschistischer Ästhetik bilden den künstlerischen Rahmen für die Umsetzung einer Kritik an der Moderne. Auf der CD »Riefenstahl«, in Anlehnung an Leni Riefenstahl, finden sich dann Bands wie »Turbund Sturmwerk«, »Von Thronstahl«, »Allerseelen« oder »Death in June«.

Ein wichtiger Ideengeber für die Musik der Neuen Rechten ist Julius Evola. Seine Angriffe gegen die Moderne werden als eine Art ideologischer Steinbruch genutzt. Besonders seine Schreckensbilder der Moderne, gemischt mit einer religiös-okkulten Mischung aus Befreiung und Erlösung durch eine neue Herrenrasse werden Ansatzpunkte künstlerischer Verarbeitung in dieser Szene.

Innerhalb der Schwarzen Szene sind die rechten Tendenzen und Ausläufer hinlänglich bekannt. Jedoch fehlt in der Szene eine deutliche Abgrenzung von diesen Strömungen. Die »Gruftis gegen Rechts« haben in der Vergangenheit wichtige Aufklärungsarbeit innerhalb der Szene geleistet. Durch die deutliche Reduzierung ihrer Aktivitäten ist diese rückläufig. Unter dem vermeintlichen Deckmantel von Toleranz können sich Strömungen der avantgardistischen Rechten ausbreiten und frei bewegen. Hier liegt für Antifaschistinnen und Antifaschisten eine wichtige Aufklärungsfunktion.

Unser Tag (1990)

geschrieben von Karsten Troyke

5. September 2013

Erinnerung an den ersten »Tag der Erinnerung, Mahnung und
Begegnung«

Sept.-Okt. 2007

Der Text des Sängers und Schauspielers Karsten Troyke stammt aus der Broschüre »60 Jahre Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes; Lesebuch zur Geschichte und Gegenwart der VVN«, herausgegeben von Hans Coppi und Nicole Warmbold. Die Broschüre ist über alle Landesvereinigungen zu beziehen, oder über die Bundesgeschäftsstelle der VVN-BdA, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin

Gedenken an die Opfer des Faschismus: Das erstarrte Ritual der DDR-Zeit hatte in mir keinen »Kampfgeist« geweckt, man hatte dort eigentlich nur einem Staatsakt zuschauen können, war meine Erinnerung. Aber nun, 1990: Endlich war der offiziöse Beigeschmack des OdF-Tages weg. Neben vielen anderen wurde auch ich angefragt, ein paar Lieder zu singen, Lea Rosh stand auf der Bühne, Bekannte und Freunde kamen aus Ost und West, mit Perry Friedman redeten wir über die Möglichkeiten einer Canada-Tournee…

Es war plötzlich so etwas wie »unser« Tag. Ich habe erst gar nicht bemerkt, dass der Tag einen neuen Namen bekommen hatte: »Tag der Erinnerung, Mahnung und Begegnung«. Ich nannte ihn noch Jahre lang OdF-Tag. Inzwischen heißt er auch »Aktionstag gegen Rassismus; Neonazismus und Krieg« und ich überlege, was das bedeutet. Die meisten Jahre seit 1990 war ich dabei, oft zusammen mit Bettina Wegner und Suzanna. Es kommen inzwischen nicht mehr so viel Leute hin und manchmal hat der Tag den Charakter eines »linken« Flohmarktes. Die alten Reflexe sind präsent: Nationalsozialismus gleich Imperialismus gleich Krieg, was mir eigentlich zu einfach gedacht ist. In die Stände mieten sich auch Maoisten, Stalinisten und »Anti-Imperialisten« etwa ein, wenn auch die Initiatoren aus einem viel breiteren Spektrum kommen: Aktion Sühnezeichen, Antirassismus-Vereine, jüdische Organisationen, antifaschistische Initiativen u.v.a. mehr.

Die »jungen Leute«, wer immer das ist, sollen interessiert werden, darum gibt es jetzt Preisausschreiben und Popmusik. Inzwischen wünschte ich mir manchmal wieder einen offizielleren Charakter des Ganzen und mehr Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Dieser Teil der deutschen Geschichte ist immer noch präsenter, als uns glauben gemacht wird, und ein solcher Tag des Nicht-Vergessens bleibt immer noch wichtiger, als wir je befürchtet hatten.

Durch die Maschen des Netzes

geschrieben von Raimund Gaebelein

5. September 2013

Sept.-Okt. 2007

Eleonore Hertzberger

Durch die Maschen des Netzes, Ein jüdisches Ehepaar im Widerstand gegen die Nazis, 241 S., 15 S. Bilddokumente, Neuausgabe, Pendo Verlag, Zürich 2000, ISBN 3-85842-377-7

Auf 241 Seiten beschreibt Eleonore Hertzberger, geborene Katz, ihre Jugendzeit in Berlin, die Emigration vor den Nazis nach Amsterdam, die Besetzung der Niederlande und ihre abenteuerliche Flucht 1942 über die Schweiz und Frankreich nach Spanien, wo sie mit ihrem Mann Eddie in die Dienste der niederländischen Exilregierung in London trat. Die Eltern arbeiteten während der Jahre der Weimarer Republik in einem Berliner Verlag, Eleonore wuchs im Geiste der Philosophen Sophokles und Kant auf, jüdische und christliche Feiertage wurden in der Familie gleichermaßen begangen. Sie teilte die Rundfunkbegeisterung ihrer Eltern, war musik- und theaterbesessen.

Nach der Machtübertragung an die Faschisten verlagerte der Vater seinen Verlag nach und nach in die Niederlande. Immer mehr Freunde und Bekannte waren aus ihrem Leben verschwunden. Die Niederlande empfing die Familie Katz freundlich. Der Kundenkreis des Verlags entwickelte sich gut, waren es doch Verlagskunden, die in großer Zahl ebenfalls ins Exil gegangen waren. Die Welle von Emigranten, die nach der Reichspogromnacht in die Niederlande strömten, war ein Vorzeichen drohenden Unheils. Die Besetzung durch Wehrmacht und SS traf ein schlecht vorbereitetes Land. Die Armee kapitulierte nach der völligen Zerstörung Rotterdams, Königin und Regierung gingen ins Exil nach London. Die Nürnberger Rassegesetze wurden auch in den Niederlanden eingeführt, der Streik der Amsterdamer Dockwerker blutig zusammengeschossen. Erste Fluchtversuche nach England scheiterten. Im Sommer 1942, Monate nach Beginn der Judentransporte, gelang es den Hertzbergers über ein Fluchthilfenetz zur belgischen Grenze zu gelangen. Der weitere Weg über Frankreich in die Schweiz war einfacher. Nach ihrer Ankunft in der Schweiz wurden sie festgenommen, verhört und interniert. Mit einer ganzen Gruppe von Niederländern suchten sie nun einen Weg nach London, um sich der niederländischen Regierung zur Verfügung zu stellen. Die ihnen bekannten Fluchthilfeorganisationen waren aber inzwischen verraten oder aufgedeckt worden. Mit ungeheuer viel Glück gelang es ihnen Monate später Spanien zu erreichen. Dort beteiligten sie sich am „Englandspiel«, dem Versuch, möglichst viele Niederländer aus spanischen Gefängnissen und Internierungslagern zu holen und ihnen den Weg nach England zu ermöglichen. Es war Geheimdienstarbeit, denn Kurierwege und Fallschirmabsprünge von England aus wurden seit Mai 1942 von der Gestapo aufgedeckt und überwacht.

Verfemung, Raub, Mord

geschrieben von Ernst Antoni

5. September 2013

Vor 70 Jahren: Die Ausstellung »Entartete Kunst« in München
und die Folgen

Sept.-Okt. 2007

Klickt man im Internet die Homepage der NPD an und auf dieser wiederum die Rubrik »Kultur«, dann landet man bei einem Beitrag über die jüngste Schau der Werke des NS-Hofkünstlers Arno Breker in Schwerin. Darin heißt es: »Groß ist daher auch die Sehnsucht vieler Deutschen (so »deutsch« steht es da , E.A.) abseits vom sonstigen Kulturmüll, der uns in der Gegenwart vorgesetzt wird, wieder Werke zu betrachten, die ein Ideal vermitteln und zudem einfach schön anzusehen sind. Sie treten jenen Werken entgegen, bei denen Erwachsene wohl eher zu Kleinkindern mutieren.«

Vor 70 Jahren, am 19. Juli 1937, wurde in München mit großer propagandistischer Begleitmusik die Ausstellung »Entartete Kunst« eröffnet, in der 650 Kunstwerke, aus 32 Museen beschlagnahmt, wild unter-, über- und durcheinander gehängt und aufgestellt wurden. Hinter dem gewollt chaotischen Eindruck der Präsentation – unterstrichen durch handgemalte hämische Kommentierungen der Werke – stand dennoch ein »Ordnungsprinzip«: Die Räume und Wände in der Galerie am Hofgarten waren meist mit einem Motto zu den Bildern versehen: »Offenbarung der jüdischen Rassenseele«, »Aufmarschplan der Kulturbolschewisten«, »Deutsche Bauern jiddisch gesehen«, »Bewusste Wehr-sabotage. Beschimpfung der deutschen Helden des Weltkrieges«, »So schauten kranke Geister die Natur«.

Die »kranken Geister« waren – wie auch die »Kleinkinder« – ein brauner Faden, der vor allem im kurz nach der Eröffnung gedruckten »Ausstellungsführer« eine wichtige Rolle spielte. Es handelte sich ja um eine »Konfrontationsausstellung«. Gleichzeitig wurde in München das im Auftrag Hitlers entworfene »Haus der Deutschen Kunst« am Englischen Garten feierlich eingeweiht und erstmals die künftig jährlich stattfindende »Große Deutsche Kunstausstellung« gezeigt: »Werke, die ein Ideal vermitteln und einfach schön anzusehen sind« eben. Die Bilder des Kunstprofessors und Nazis Adolf Ziegler etwa, wegen der von ihm detailgetreu gemalten Frauenakte despektierlich auch »Reichsschamhaarkünstler« genannt. Er war der Hauptorganisator der »Entartete-Kunst-Schau«.

Obwohl in den vergangenen Jahrzehnten viel zu diesem Propagandaunternehmen geforscht und publiziert wurde, ist im öffentlichen Bewusstsein vor allem präsent, dass sich die Schau gegen die »klassische Moderne«, wie man sie heute nennt, gerichtet habe. Richtig: Klee, Kandinsky, Beckmann, Corinth, Kirchner, Pechstein und viele andere gehörten zu den Verfemten. Aber eben auch jene, die dezidiert politisch mit ihrer Kunst wirken wollten: Dix, Grosz, Grundig zum Beispiel und jene, die – aus welcher künstlerischen Strömung auch immer kommend – als »Juden« gebrandmarkt wurden, wie Adler und Freundlich. Wer sich nicht in die Emigration retten konnte, dem standen Konzentrationslager und Ermordung bevor.

Vieles kam 1937 zusammen, das schon vor 1933 seine Vorbereitung gefunden hatte. Der Kampf gegen den »jüdischen Kulturbolschewismus«, gegen all das, was dem »gesunden Volksempfinden« zuwider sein sollte: Die »moderne Kunst« in ihrer ganzen Formenvielfalt, politisch-kritische, antimilitaristische oder antifaschistische Kunst ohnehin, alles als »jüdisch« oder sonst »volksfremd« Denunzierte – und auch die private Rache der »nationalen Künstler« am »Kunstbetrieb« der Weimarer Demokratie. Neben den im ganzen Land in Museen konfiszierten ausgestellten Werken stand oft zu lesen, für welche Beträge sie dort einst angekauft wurden: Für so was, wurde suggeriert, wurde »Volksvermögen« verschleudert. Die »Entartete-Kunst-Ausstellung« war ein ungeheurer Erfolg: 20.000 Besucher am Tag waren die Regel, ab November 1937 wanderte sie dann in zahlreiche deutsche Städte.

Die Nachwirkungen waren für das NS-Regime einträglich. 1939 folgte noch eine Verbrennung missliebiger Kunstwerke in Berlin, sie diente aber eher der Ruhigstellung brauner Kunstkampf-Truppen. Die Plünderung von Museen und Galerien (es ging ja insgesamt um zehntausende von Kunstwerken) hatte sich längst als gutes Geschäft erwiesen: Die politischen und wirtschaftlichen »Eliten« des NS-Systems begaben sich auf den internationalen Kunstmarkt – und manch einer ließ sich nach 1945 dafür auch noch als Retter verfemter Kunst feiern. Echte Retter, die es auch gab – Sammler und Galeristen, die Künstlern auf der Flucht vor den Nazis halfen und ihr Werk für die Zeit nach der Befreiung vom Faschismus bewahrten – sind damit nicht gemeint.

»antifa«Ausgabe Juli-Aug. 2007

5. September 2013

Juli-Aug. 2007

Editorial

geschrieben von Regina Girod

5. September 2013

Juli-Aug. 2007

In der Januar-Ausgabe der antifa haben wir an dieser Stelle dazu aufgerufen, die Kampagne der VVN-BdA für ein Verbot der NPD zu unterstützen. Damals ahnten wir noch nicht, was sich jetzt, ein halbes Jahr später, erwiesen hat: Unsere Kampagne ist ein Selbstläufer geworden, sie trifft den Nerv unglaublich vieler Menschen, die sich angesprochen fühlen, selbst etwas gegen Nazis zu tun. Auch mit ihrer Unterschrift unter den Brief der Erstunterzeichner. Jeder, der die Zahl der Unterschriften auf der Kampagne-website verfolgt weiß, dass wir das angestrebte Ziel, dem Bundestag am 9. November 100.000 Unterschriften zu übergeben, deutlich überbieten werden.

Unser „Spezial“ dokumentiert, wie in einigen Kreisverbände der VVN-BdA die Kampagne mit Leben erfüllt wird. Wir hätten die ganze Ausgabe mit solchen Berichten, auch aus vielen anderen Gegenden der Bundesrepublik, füllen können. Vielleicht dienen sie als Anregung für weitere Aktionen in den nächsten Monaten. Auf den Verbandsseiten berichten wir über den Beschluss des Bundesausschusses der VVN-BdA zur Weiterführung der Kampagne. Einer der künftigen Schwerpunkte wird darin bestehen, das Gespräch mit den Adressaten unseres Aufrufs, den Bundestagsabgeordneten, zu suchen. Und zwar dort, wo man sie in der Parlamentspause antreffen kann: in ihren Wahlkreisen.

Die Redaktion der antifa hat sich Anfang Juli in Berlin mit dem Bundessprecherkreis getroffen. In einem intensiven Meinungsaustausch ging es unter anderem um die Frage, wie unser Magazin eine noch größere Verbreitung, vor allem auch in den neuen Bundesländern, finden kann. Trotz steigender Kosten für Papier und Vertrieb wollen wir den Preis für die Zeitung, für Mitglieder und Abonnenten nicht erhöhen. Gerade deshalb ist es notwendig, die Zahl unserer Leser zu vergrößern. Daher unsere Bitte: antifa gehört auf mit auf jeden Infotisch und sollte auch beim Unterschriftensammeln nicht fehlen. Nach wie vor erhalten die Landesbüros von jeder Ausgabe kostenlose Werbeexemplare.

Nach-denkliches zu G8

5. September 2013

Von Heinrich Fink

Juli-Aug. 2007

Angesichts der erschreckend niedrigen Wahlbeteiligung vor allem junger Menschen in den letzten Jahren war das politische Engagement von 80.000, die ohne öffentliche Mittel und Medienunterstützung den G8-Gegengipfel als eine politische Lernfestwoche in Rostock inszenierten, eine Sternstunde der „Demokratie von unten“. Die Demonstration als Auftakt war politische Manifestation und „Klima-Loveparade“ zugleich. Prominente Musiker, Liedermacher, Wissenschaftler, Künstler und Politiker, wie der philippinische Soziologe und alternativer Friedensnobelpreisträger Walden Bello, bemühten sich auf Podien und in Seminaren das Sachwissen der Bereitwilligen zu vermehren und ermutigten sie, nicht zu resignieren an den aktuelle Katastrophe in Sachen Menschenrechten – durch die militärisch gesicherten Vorrechte der global agierenden Kapitalinteressen.

Sich gegenseitig Mut zu konstruktivem politischen Protest zu machen, war die Devise. Aber damit die politische Öffentlichkeit in Deutschland sich nicht herausgefordert zu fühlen brauchte, sich der inhaltlichen Kritik des Gegengipfels zu stellen, musste eigens das Risiko der Gewalttätigkeit herbei geredet werden. Prompt folgten auch sehr teuere Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Polizei und Geheimdienste, eine fatale Inszenierung. Aber die für die Sicherheit der acht mächtigsten Politehepaare der Welt verantwortlichen Beamten griffen temporär auf die bedingt bewährte alte DDR-Idee eines Schutzwalles zurück, auch um die friedliche Dynamik der politischen Auseinandersetzungen der Teilnehmer der Gegengipfelwoche aus aller Fernsehöffentlichkeit ins Niemandsland der potentiellen Randalierer auszugrenzen.

Doch Rostock erwies sich für die meist jungen Leute als offenherzig gastgebende Stadt. Zuständig waren allerdings auch für sie die siebzehntausend bundesweit rekrutierten Polizisten! Als G8-Gralshüter hatten sie die schwierige Aufgabe, den Mächtigen das junge Volk aus den Augen zu halten und gleichzeitig allen Spürsinn zu nutzen, um die mit einem anspruchsvollen politische Lernprogramm listig vermummten Gegengipfler, als zu tiefst gewaltbereit zu enttarnen, möglicherweise auch der Terroristenszene nahe zu bringen.

Dabei hätte Frau Merkel den acht selbsternannten Weltregenten doch den Gegengipfel als eine um die Weltprobleme besorgte mit sachkundigen Argumenten ausgestattete kritische junge Elite des Landes präsentieren können! Ein Beispiel offensiver Demokratie und Lebensfreude! Aber die Herren Schäuble und Jung vermochten selbst mit dieser kritischen Strömung ihre Mühlräder zu betreiben: Die Unberechenbarkeit, weil Erregbarkeit, konnten sie sich nicht entgehen lassen, um für ihre systemnützlichen Terrorphantasien, in noch nicht legalisierter Zusammenarbeit von Polizei und Bundeswehr den Ernstfall zu simulieren: So schaffte es dann auch ein einziger Hubschrauber in lärmendem Tiefflug die Demo-Kundgebung akustisch zu terrorisieren. Eine bewährte Möglichkeit den Zornpegel steigen zu lassen.

Fatal war nur, dass alle recht(s)schaffenden Medien sich mobil machen ließen, den auf der Auftaktdemo von der Polizei zunächst freundlich übersehenen „Schwarzen Block“ und seine dann plötzlich gewalttätigen Exzesse zur Singnatur des Gegengipfels zu machen. Der sehnlich erwartete Nachweis für die Gewaltbereitschaft war nun dokumentiert.

Der faszinierende demokratische Elan der durchaus unterschiedlichen Gruppen des Bündnisses der G8-Kritiker, der Aufwand an Kraft, Ideen, an Organisationstalent und internationaler Solidarität während der Vorbereitung und Durchführung der unzähligen auch musischen Veranstaltungen, sind der Öffentlichkeit nahezu vorenthalten worden. Sogar die kirchlichen Aktivitäten in Rostock schienen sich hauptsächlich auf das Anzünden von Kerzen für die Millionen durch Hunger und Krieg ermordeten Kinder der Welt zu beschränken. Doch auch die Botschaft vom zeitgleich stattfindenden 31. Evangelischen Kirchentag in Köln lautete -in Übereinstimmung mit der Botschaft des Gegengipfels- dass Menschen und Natur weltweit vor dem globalen Zugriffs des Kapitals gerettet werden müssen: Eine große Koalition derer, die eine andere Welt nicht nur für nötig, sondern auch für möglich halten.

Und wie eine Parodie auf die Aktivitäten des Gegengipfels verteilten die Neonazis ihre für Schwerin geplante Großdemo, die wohl aus Mangel an Polizeibewachung verboten worden war – nahezu ungestört -gleichzeitig auf viele Orte Deutschlands. Sie konnten sogar ungehindert durch das Brandenburger Tor ziehen mit ihren globalisierungskritisch getarnten nationalistischen Ansprüchen z.B.: „Das deutsche Kapital muss vor dem Zugriff Fremder gerettet werden.“ Der Schoß ist fruchtbar noch … Und die nicht Verlierer sein wollen, versuchen, mit Nazis auf die Gewinnerseite zu kommen. Nicht nur deshalb war NO NPD eine unentbehrliche Losung beim Gegengipfel.

Eine durchsichtige Kampagne

geschrieben von P.C.Walther

5. September 2013

gegen Martin Walser, Siegfried Lenz und Dieter Hildebrandt

Juli-Aug. 2007

Mit ziemlichem propagandistischen Aufwand „enthüllte“ das Nachrichtenmagazin „Focus“, dass Martin Walser, Siegfried Lenz und Dieter Hildebrandt in ihrer Jugend 17jährig Mitglied der NSDAP geworden seien. Festgestellt habe man das anhand von NSDAP-Mitgliedskarteikarten im Berliner Bundesarchiv.

Auf Expertenseite gab es prompt sehr unterschiedliche Aussagen darüber, wie man in den letzten Nazijahren Mitglied der Nazipartei werden konnte. Der frühere Leiter des NS-Dokumentationszentrums, Reinhard Rürüp, erklärte, dass HJ-Führer zu be-stimmten Anlässen wie etwa „Führers Geburtstag“ ganze HJ-Einheiten für eine Mit-gliedschaft angemeldet hätten.

Wie dem auch sei; bei über zehn Millionen NSDAP-Mitgliedern, die es zum Schluss des Nazireiches gab, ist die Mitgliedschaft allein noch kein Indiz für Naziaktivitäten oder gar für verbrecherisches Handeln. Zur Beurteilung eines Menschen zählen in erster Linie sein Verhalten und seine Handlungen, sehr viel weniger das, was er in seiner Jugend vielleicht getan oder unterlassen hat – wenn es sich nicht um verbre-cherisches Tun handelt.

Die drei, denen nunmehr der Angriff auf ihre Reputation gilt, haben sich in der ge-samten Zeit nach 1945 mehrfach als Demokraten und Nazigegner ausgewiesen. Wenn auch bei Walser sich zuweilen einige höchst unorthodoxe Dinge ereignet haben, ändert das nichts an der Gesamtbeurteilung. Deshalb scheinen die nunmehrigen Verdächtigungen allzu offenkundig bestimmten Zwecken dienen zu sollen.

Europa muss handeln!

geschrieben von Die Fragen stellte Regina Girod

5. September 2013

Gespräch mit Dror Feiler, Vorsitzender der Organisation EJJP

Juli-Aug. 2007

Kontakt zu EJJP Deutschland über:

Prof. Dr. Fania Raisin

Haus der Demokratie und Menschenrechte

Greifswalder Str. 4

10405 Berlin

www.ejjp.org

antifa: Ihre Organisation „Europäische Juden für einen gerechten Frieden“ hat Anfang Juni ihre 5. Jahrestagung in Berlin durchgeführt. Mit welchen Ergebnissen?

Feiler: Wir haben eine Resolution unter dem Titel „Bevor es zu spät ist! angenommen, in der wir eine entschlossene europäische Initiative für einen gerechten Frieden im Nahen Osten fordern. An Bundeskanzlerin Merkel als Ratspräsidentin der EU haben wir einen offenen Brief gerichtet, in dem wir sie auffordern, die EU Regierungen zur Aufhebung des Boykotts der Regierung Palästinas und zur Entfaltung eines friedensfördernden Dialogs mit allen Regierungsparteien zu bewegen. Die Okkupation palästinensischer Gebiete dauert seit 40 Jahren an. Eine gerechte Lösung muss nicht morgen oder übermorgen, sondern heute gefunden werden. Die Politik Israels schürt das Feuer des politischen, ethnischen und religiösen Extremismus in der Region. Ohne Druck von außen wird sich daran nichts ändern.

antifa: Meinen Sie, dass Europa in diesen Fragen etwas bewegen kann, wo doch die USA der wichtigste Verbündete Israels sind?

Feiler: Die EU ist der größte Handelspartner Israels. Auch sonst sind für Israel die Beziehungen zu Europa sehr wichtig, es will ein Teil Europas sein. In dem Assoziierungsabkommen der EU mit Israel werden dem Land spezielle Handelsvergünstigungen eingeräumt. Aber in der Präambel ist festgeschrieben, das der Vertrag auf der Anerkennung internationalen Rechts und der Wahrung von Demokratie und Menschenrechten basiert. Israel verletzt jeden Tag das Völkerrecht und grundlegende Menschenrechte. Die EU muss den Vertrag suspendieren, wenn sie ihre eigenen Ansprüche ernst nimmt. Wir fordern außerdem schon lange den sofortigen Stop jeder Militärhilfe, da sie unmittelbar zur militärischen Unterdrückung der Palästinenser beiträgt. Verletzungen des Völkerrechts, egal von wem sie begangen werden, müssen sanktioniert werden, sonst gibt es bald keines mehr.

antifa: Die Bundesregierung geht davon aus, dass sie gegenüber Israel eine besondere Verantwortung hat. Meinen Sie nicht, dass es gerade Deutschland nicht ansteht, Forderungen an Israel zu stellen?

Feiler: Mit dieser Haltung blockiert die Regierung der BRD eine Politik der Vernunft gegenüber Israel. Für ein schlechtes Gewissen wegen der Vergangenheit ist es heute zu spät. Stattdessen wäre ein schlechtes Gewissen wegen der heutigen Politik der doppelten Maßstäbe angebracht. Die Europäische Union und die USA gestehen der israelischen Regierung, etwa in Bezug auf Finanztransfers, den Gebrauch von Gewalt und die Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Palästinenser Rechte zu, die sie damit der palästinensischen Autonomiebehörde entziehen. Wo gibt es das noch auf der Welt, dass ein Staat einfach Parlamentarier und Regierungsmitglieder eines anderen Staates inhaftiert? Das Existenzrecht Israels, dessen Anerkennung ständig angemahnt wird, wird erst dann zur unangefochtenen Normalität werden, wenn Israels Regierung akzeptiert, dass das selbe Existenzrecht und ein Leben in Frieden und Würde auch für die Palästinenser und ihren Staat gelten müssen.

antifa: Was ist Die EJJP für eine Organisation, warum wurde sie gegründet, wer gehört ihr an?

Feiler: „European Jews for a Just Peace“ (EJJP) ist eine Förderation von jüdischen Friedensorganisationen aus Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Schweden, der Schweiz und Groß Britannien. Wir haben uns im Jahr 2002 in Amsterdam gegründet. Unser Hauptanliegen war, als Menschen jüdischer Herkunft öffentlich zu dokumentieren, dass die Besatzung und Besiedlung von Gebieten außerhalb der Grenzen Israels nicht zum Schutz und im Namen aller Juden der Welt geschieht. Daher unsere Losung „Nicht in unserem Namen!“ Unsere deutsche Sektion nennt sich „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost. Sie war bereits zweimal Gastgeber unserer Jahrestagung.

antifa: Sie selbst wurden in Israel geboren, sind ein viel beschäftigter Komponist und Musiker und seit langem schwedischer Staatsbürger. Warum engagieren Sie sich für EJJP?

Feiler: Meine Eltern waren beide Zionisten, sie sind schon vor dem Krieg in das Mandatsgebiet Palästina eingewandert und haben in einem Kibbutz gelebt. Nach der Staatsgründung traten sie immer für eine Koexistenz Israels mit den arabischen Nachbarn ein. Meine Mutter, die als erste Frau in Palästina Medizin studiert hat, ist bis heute politisch aktiv. Gemeinsam mit palästinensischen Frauen engagiert sie sich zum Beispiel gegen die Sperrmauer. Und ich setzte mich hier wo ich lebe, in Europa, für die Überzeugung ein, dass Frieden und Gerechtigkeit untrennbar zusammengehören.

Einsatz fürs Denkmal

geschrieben von Gerhard Zwerenz

5. September 2013

Wer braucht ein Ehrenmal für gefallene Bundeswehrkrieger?

Juli-Aug. 2007

Eine »Deutsche Gesellschaft« will »ein Denkmal für die deutsche

Einheit« errichten. Frau Steinbach möchte in Berlin ein Zentrum gegen Vertreibung. Minister Jung als der Dritte im Bund plant ein »Ehrenmal der Bundeswehr«. Es soll in den Bendlerblock, wo schon der aufständischen Wehrmachtsoffiziere vom 20. Juli 1944 gedacht wird. Ich kann mich dafür erwärmen. Die Herren führten ihres Führers Krieg, bis sie ihn verloren hatten. Da standen sie auf und wurden erschossen. Heute führen brave Soldaten ihren Bush-Krieg am Hindukusch und ob sie dabei früher oder später erschossen werden, kann nur der Prophet vorhersagen. Dass ihrer dann per Ehrenmal gedacht werden soll, wirkt gewiss seelentröstlich. Man kann sich von der mitreisenden Bundeswehr-Geistlichkeit fachmännisch beraten lassen. Ich mal mir aus, die Truppe präsentiert vor jeder Auslandsexpedition das Gewehr am Ehrenmal. Jeder einzelne Soldat darf dort schon seinen Namen auf einer speziellen Installation leuchten sehen. Da hat er was, auf das sich freuen lässt.

Die Baukunst des prophylaktischen Kriegerdenkmals, diese postmoderne Architektur der Gedächtnisverluste, ist das Verdienst des christlichen Ministers Jung, der auch immer seinen Koch dabei hat. Früher verkauften hessische Fürsten für schnödes Geld ihre Soldaten nach Übersee. Heute geht es um Natobündnistreue, Freiheit und Ehre, weshalb das Monument nun Ehrenmal heißt. Zugegeben, auch ich war ein Denkmals-Protagonist. Uns störten zwischen 1945 und 1990 die tausend im Land verstreuten Kriegerdenkmäler, auf denen die Namen der deutschen Opferhelden zweier Weltkriege prangten. So warben wir für Deserteurs-Denkmäler. Es kam ein halbes Dutzend zustande. Der Weiterbau stockt inzwischen. Desertion ist wieder strafbar. Ungesetzlich. Vaterlandsverrat. Freiheitsverrat. Tatbestand zur Verhandlung vor ordentlichen Gerichten.

»Im Krieg mehr als irgendwo sonst auf der Welt kommen die Dinge anders als man es sich gedacht hat, und sehen in der Nähe anders aus als in der Entfernung.“, so Clausewitz. Ich zählte 19 Jahre, als ich vom Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 hörte. Die Entfernung zur Wolfsschanze schrumpfte am 2. August ein auf die Nähe des Warschauer Aufstands und weil ich bei dessen Niederschlagung nicht auf Zivilisten schießen wollte, entfernte ich mich von der Wehrmacht und erhielt den Status des Vermissten, der 32 Jahre Jahre lang amtlich andauerte bis zum 19. Juli 1976, als mir die zuständige Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen der ehemaligen deutschen Wehrmacht eine »Bescheinigung« schickte: “ Zwerenz, Gerhard …. geb. 3. 6. 1925 – letzte Meldung: am 22. 8. 1944 vermisst gemeldet.“ Im Antwortschreiben vom 4. 8. 1976 dementierte ich meinen anhaltenden Vermisstenstatus und stelle jetzt die bange Frage nach den zukünftig Vermissten, Verschwundenen, Desertierten und gar Widerständigen, die es sicher geben wird wie in unseren vergangenen Weltkriegen. Clausewitz: »Der Krieg ist ein Akt der Gewalt, und es gibt in der Anwendung derselben keine Grenzen …«

Laut Frankfurter Rundschau vom 12. 7. 1994 hielt schon Helmut Kohl es »mit der Würde unseres Landes unvereinbar, dass die Deutschen sich bei internationalen Pflichten drücken«. Die Berliner Große Koalition drückt sich nicht und lässt deshalb mit Tornados in Afghanistan das Feindgebiet aufklären. Rächt sich dann der Feind, ist er ein Terrorist, und wenn Lafontaine die Bombenflieger samt ihren Feinbildlieferanten als Terroristen bezeichnet, ist er selbst einer.

Die unausrottbare Einsatz-Vokabel zählt genauso zu den Mysterien der Kriegssprache wie das zum Ehrenmal verniedlichte Kriegerdenkmal aus der Zeit der Heldengedenktage. Akzeptieren wir also dankbar und ehrerbietig den Ehrenmal-Entwurf des tüchtigen Münchner Architekten Andreas Meck, der einen Bau der Erhabenheit von 40 Meter Länge und 10 Meter Höhe vorsieht. Nehmen wir dazu aus Respekt vor dem Genius des Ortes die Münchner Feldherrnhalle von Gärtner nach der Florenzer Loggia die Lanzi, erbaut in den Jahren 1841 – 44 , kommen wir mit 19 Metern aufwärts fast doppelt so hoch, sind aber mit 38 Metern 2 Meter kürzer. Die Feldherrnhalle, auch sonst nicht ohne Meriten, ehrte unter anderem den katholischen Feldherrn Tilly, den Vernichter von Magdeburg, und als Adolf Hitler am 9. November 1923 zur Halle marschierte, war auch ein junger Mann mit Namen Theodor Oberländer dabei, der später als Adenauers Minister wieder im »Einsatz« sein durfte.

Neulich war zu vernehmen, auf Minister Jung sei in Afghanistan ein Attentat geplant gewesen. Hätte es stattgefunden, wäre seiner auf dem Bundeswehr Ehrenmal gedacht worden. Wohl nicht ganz so wie die Münchner Feldherrnhalle an den blutbesudelten Feldherrn Tilly erinnert. Doch was nicht ist, kann noch werden bei der zunehmenden Geschwindigkeit unserer Zeitläufe.

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