Rücktitel

4. September 2022

Der fast 80 Meter hohe Obelisk war als »Denkmal für die Befreier Sowjetlettlands« in Riga weit zu sehen. Am 25. August ist er gesprengt worden, nachdem kurz zuvor zwei Skulpturen zerstört worden waren. Das Monument wurde 1985 errichtet. Die FIR, die Internationale -Föderation der Widerstandskämpfer, erklärte am 24. August: »Es ist Ausdruck einer nicht akzeptablen Geschichtsvergessenheit, wenn auf der einen Seite jährlich am lettischen Nationalfeiertag die Kollaborateure der deutschen SS als ›Kämpfer für die Freiheit Lettlands‹ durch Riga marschieren dürfen, die Befreier von der NS-Barbarei jedoch nicht mehr durch ein Denkmal geehrt werden sollen«. Rechte Kräfte in Lettland unternahmen bereits mehrfach Versuche, den Abriss des Denkmals zu erreichen. Bis zum russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 fanden die Forderungen im Land allerdings keine Mehrheit.

Zum Rücktitel: Der fast 80 Meter hohe Obelisk war als »Denkmal für die Befreier Sowjetlettlands« in Riga weit zu sehen. Am 25. August ist er gesprengt worden, nachdem kurz zuvor zwei Skulpturen zerstört worden waren. Das Monument wurde 1985 errichtet. Die FIR, die Internationale -Föderation der Widerstandskämpfer, erklärte am 24. August: »Es ist Ausdruck einer nicht akzeptablen Geschichtsvergessenheit, wenn auf der einen Seite jährlich am lettischen Nationalfeiertag die Kollaborateure der deutschen SS als ›Kämpfer für die Freiheit Lettlands‹ durch Riga marschieren dürfen, die Befreier von der NS-Barbarei jedoch nicht mehr durch ein Denkmal geehrt werden sollen«. Rechte Kräfte in Lettland unternahmen bereits mehrfach Versuche, den Abriss des Denkmals zu erreichen. Bis zum russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 fanden die Forderungen im Land allerdings keine Mehrheit.

Ausgabe Juli/August 2022 jetzt online!

1. Juli 2022

Der »Flyerservice Hahn« ist ein Satireprojekt, das die AfD im Wahlkampf 2021 massiv schädigte. Das Foto zeigt die Antifa-Proteste gegen den AfD-Parteitag Mitte Juni im sächsischen Riesa. Siehe dazu den Bericht auf den Länderseiten und den Beitrag auf S. 6/7. Foto: Christian, AgR

Editorial
»Den Krieg mit all seinen Bedingungen, Ursachen und Wirkungen differenziert zu betrachten«, ist das, was wir jetzt tun können, um daraus ebenso vielschichtig an der Beendigung mitzuwirken. So sagte es der Historiker Johannes Spohr bei unserer Veranstaltung im Mai zu nationalistischen und faschistischen Bestrebungen in der Ukraine. Dem wollen wir auch in dieser Ausgabe mit vielen Beiträgen (S.3, 5, 8/9, dem Spezial, aber ebenso in den Kulturbeiträgen) nachkommen und Anregungen für die Diskussion in der VVN liefern. Wir haben uns dazu entschlossen, nur zwei der rund 20 Leser*innenbriefe zur letzten Ausgabe abzudrucken, da wir kein Debattenmedium sein können und wollen. Ja, es gibt Verständigungsbedarf in der Friedensbewegung, als deren Teil sich die VVN versteht. Dann aber nicht in einem Magazin, das nur alle zwei Monate herauskommt, sondern in konstruktiven Gesprächen in der Breite, in den Gremien, auf Konferenzen und anderen Formaten, die auf Zuhören und Anerkennen beruhen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Vorgänge in der AfD (S.6/7, 29), vor und nach ihrem Bundesparteitag in Riesa. Ende August wird in Rostock-Lichtenhagen an das rassistische Pogrom vor 30 Jahren erinnert. Wir hatten in den letzten Monaten schon einige Beiträge dazu, u. a. die »Forderungen zu Gedenk- und Erinnerungskultur aus der Rostocker Zivilgesellschaft« in der März/April-Ausgabe. In dieser Ausgabe stellen wir noch mal heraus, warum sich die VVN an der Demo beteiligt (S. 11). Außerdem haben wir das Team der Ausstellung »brotherland«/Bruderland zu ihrer Arbeit zum Schicksal der ehemaligen Vertragsarbeiter aus sozialistischen »Bruderstaaten« nach 1989/90 befragt (S. 13). Dieses jüngere Kapitel deutscher Geschichte, mit all seinen rassistischen Elementen, ist nicht genügend aufgearbeitet.

In eigener Sache: Wir bekommen verstärkt längere Texte von den Autor*innen, die wir nicht in vollem Umfang abdrucken können. Allerdings veröffentlichen wir sie online unter antifa.vvn-bda.de in voller Länge. Nils Becker

Unser Rücktitel: Wir dokumentieren das Plakat der VVN-BdA e.V. zum 20 Jahrestag des Pogroms in Rostock-Lichtenhagen aus dem Jahr 2012

Zeitgeschehen
Über »unsere Werte« und Deutschland als »Führungsmacht« (Cornelia Kerth)
Die BRD will schneller »rückführen« (Andreas Siegmund-Schulze)
Eindrücke vom 8. und 9. Mai am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow (Markus Tervooren)
AfD in der Stagnations- und Krisenphase (Gerd Wiegel)
Rückblick auf die Veranstaltungsreihe zum Krieg in der Ukraine (Maxi Schneider)
Aktuelle Meldungen
Zum Pogrom vor 30 Jahren in Rostock-Lichtenhagen (Cornelia Kerth / Andreas Siegmund-Schulze)
Rückblick auf das 4. NSU-Tribunal in Nürnberg (Nils Becker)
Interview mit Ausstellungsprojekt »brotherland« (Martina Zaninelli / Thomas Jakobs)

Archiv-Fundstück
Namensliste von verfolgten Düsseldorfer Sinti und Roma (Ulrich Sander)

Leser*innenbriefe
Bernhard Trautvetter zu „Warum dieser Krieg“
Jürgen Horn zu „Fakten schaffen“

Spezial
Die NATO: Schöngeredetes Kriegsbündnis (Tobias Pflüger)

Portrait
Siegmund Gingold, wird 100 Jahre alt (Alice Czyborra und Silvia Gingold)

Geschichte
Vor 80 Jahren wurde der Ort Lidice zerstört (Janka Kluge)
Die Schienen von Auschwitz (Ulrich Sander)

Internationales
BRD versucht Ansprüche von italienischen NS-Opfern zu blockieren (AK Distomo)
Angriffe auf sowjetische Denkmäler in ganz Europa (Ulrich Schneider)

Kultur
Gianni Jovanovic über (Gadjé-)Rassismus und Queerfeindlichkeit (Peps Gutsche)
Podcastreihe von NSU Watch und Opferberatungsstellen (Nils Becker)
Paul Mason über Faschismus (Christian Meyer)
Direct Cinema und die AfD: „Volksvertreter“ (Markus Roth)
Niklas Franzen zur Situation in Brasilien (Anne Engelhardt)
Antisemitisches Schandmal an der Wittenberger Marienkirche (Gerald Netzl)
Videoporträt über Anette Langendorf (Ulrich Schneider)
David de Jong »Braunes Erbe« (Sebastian Schröder)
Krieg und Flucht bei Christiane Hoffmann und Abbas Khider (Harry Friebel)

editorial

geschrieben von Nils Becker

1. Juli 2022

»Den Krieg mit all seinen Bedingungen, Ursachen und Wirkungen differenziert zu betrachten«, ist das, was wir jetzt tun können, um daraus ebenso vielschichtig an der Beendigung mitzuwirken. So sagte es der Historiker Johannes Spohr bei unserer Veranstaltung im Mai zu nationalistischen und faschistischen Bestrebungen in der Ukraine. Dem wollen wir auch in dieser Ausgabe mit vielen Beiträgen (S.3, 5, 8/9, dem Spezial, aber ebenso in den Kulturbeiträgen) nachkommen und Anregungen für die Diskussion in der VVN liefern. Wir haben uns dazu entschlossen, nur zwei der rund 20 Leser*innenbriefe zur letzten Ausgabe abzudrucken, da wir kein Debattenmedium sein können und wollen. Ja, es gibt Verständigungsbedarf in der Friedensbewegung, als deren Teil sich die VVN versteht. Dann aber nicht in einem Magazin, das nur alle zwei Monate herauskommt, sondern in konstruktiven Gesprächen in der Breite, in den Gremien, auf Konferenzen und anderen Formaten, die auf Zuhören und Anerkennen beruhen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Vorgänge in der AfD (S.6/7, 29), vor und nach ihrem Bundesparteitag in Riesa. Ende August wird in Rostock-Lichtenhagen an das rassistische Pogrom vor 30 Jahren erinnert. Wir hatten in den letzten Monaten schon einige Beiträge dazu, u. a. die »Forderungen zu Gedenk- und Erinnerungskultur aus der Rostocker Zivilgesellschaft« in der März/April-Ausgabe. In dieser Ausgabe stellen wir noch mal heraus, warum sich die VVN an der Demo beteiligt (S. 11). Außerdem haben wir das Team der Ausstellung »brotherland«/Bruderland zu ihrer Arbeit zum Schicksal der ehemaligen Vertragsarbeiter aus sozialistischen »Bruderstaaten« nach 1989/90 befragt (S. 13). Dieses jüngere Kapitel deutscher Geschichte, mit all seinen rassistischen Elementen, ist nicht genügend aufgearbeitet.

In eigener Sache: Wir bekommen verstärkt längere Texte von den Autor*innen, die wir nicht in vollem Umfang abdrucken können. Allerdings veröffentlichen wir sie online unter antifa.vvn-bda.de in voller Länge.

Nils Becker

Zeitenwende« zum Fürchten

geschrieben von Conny Kerth

1. Juli 2022

Über »unsere Werte« und Deutschland als »Führungsmacht«

In der Januarausgabe der antifa war an dieser Stelle zu lesen: »Derweil macht die grüne Außenministerin mit ihrer Ansage einer ›wertebasierten Außenpolitik‹ und klaren Feindbildern da weiter, wo einst Joseph Fischer angefangen hat. Wir erinnern uns: Der hatte gemeinsam mit dem sozialdemokratischen Verteidigungsminister Scharping mit Bomben auf Belgrad Deutschland wieder zu einem Krieg führenden Land gemacht – angeblich ›um ein neues Auschwitz zu verhindern‹. (…) Der fortschreitenden Militarisierung der Innen- und Außenpolitik gilt es einen Riegel vorzuschieben.« Zeitenwende« zum Fürchten weiterlesen »

Der Horst ist auch noch da

geschrieben von Andreas Siegmund-Schultze

1. Juli 2022

EU schafft neue Lager an den Außengrenzen und BRD will schneller »rückführen«

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) mag es, ab und an Nebelkerzen entzünden, indem sie von einer »humaneren Asylpolitik« faselt. Tatsächlich forciert sie aber Abschottung und bedient sich dabei aus dem Instrumentenkasten ihres Vorgängers Horst Seehofer (CSU). Dies wurde auch in diesen Tagen wieder deutlich, als auf EU-Ebene verschärfte Regeln an den Außengrenzen der Union beschlossen wurden: Unisono, mit Deutschland als gewichtige Stimme, durch die EU-Innenminister:innen eingefädelt und am 22. Juni vom Ausschuss der Ständigen Vertreter abgesegnet. Bezogen auf die BRD-Innenministerin passt da ins Programm, dass Faeser aktuell einen »schärferen Kurs« bei Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerber:innen angekündigt hat. Schon im Februar war sie für eine Stärkung der sogenannten Grenzschutzagentur Frontex eingetreten, die sich neben allen möglichen anderen Schweinereien auch der illegalen Pushbacks und Militarisierung als Mittel der Geflüchteten»abwehr« bedient. Der Horst ist auch noch da weiterlesen »

Alle waren sauer auf Berlins Polizei

geschrieben von Markus Tervooren

1. Juli 2022

Eindrücke vom 8. und 9. Mai am Sowjetischen Ehrenmal in Treptow

Aktivist*innen der Berliner VVN-BdA und befreundeter Antifagruppen haben am 8. und 9. Mai, zwei lange Tage, am Sowjetischen Ehrenmal in Treptow zugebracht. Unsere Kundgebungen wendeten sich gegen den Krieg, den Russland in der Ukraine führt, und sie waren zugleich mit dem Dank an die Befreier*innen verbunden. Kein einfaches Unterfangen. In den letzten Jahren haben wir als Organisator*innen unseres Festes zum »Tag des Sieges«, das stets unter dem Motto »Wer nicht feiert, hat verloren!« in der Nähe des Ehrenmals stattfand, das Zeigen von Nationalfahnen verhindert. Solidarität statt Nationalismus gehört(e) schließlich zum Programm! Die Fahnen der Alliierten, allen voran – wir sind in Berlin! – die Sowjetfahne, waren gerne gesehen. Спасибо, cпасибі, thank you, merci!

Und 2022? Alle waren sauer und empört über das von der Berliner Polizei am 8. Mai (Tag der Befreiung) und am 9. Mai (Tag des Sieges) verhängte Fahnenverbot: Die Boxerbrüder Klitschko in Hamburg bzw. Kiew. Der ukrainische Botschafter in Berlin. Die ukrainischen Demonstrant*innen, denen das Zeigen der Landesfahne verboten worden war. Zahlreiche Menschen postsowjetischer Provenienz, die auf russische Fahnen in allen Varianten (Zarenfahne, Donbass, Schwarzmeerflotte etc.) verzichten sollten. Nicht zu vergessen: die DKPler*innen. Und natürlich auch Antifaschist*innen, die die Fahne der Befreier*innen – das geliebte rote Tuch mit Hammer und Sichel – wie alljährlich am 8. und 9. Mai einmal öffentlich auslüften wollten. Alle waren sauer auf Berlins Polizei weiterlesen »

Jenseits der Erfolgsspur

geschrieben von Gerd Wiegel

1. Juli 2022

Die AfD in der Stagnations- und Krisenphase

Die AfD befindet sich in einer Stagnations- und Krisenphase – das ist für alle Beobachter:innen unverkennbar. Nach dem rasanten Aufstieg der Partei ab 2015 setzte bereits zwei Jahre nach dem triumphalen Bundestagseinzug 2017 mit 12,6 Prozent der Stimmen – also ab 2019 – eine erste Ernüchterung ein. Hatten sich wichtige Vertreter der Partei bis dahin auf direktem Weg zur bundesweiten Volkspartei und zur Regierungsmacht gesehen, so schwächte sich der Aufschwung seitdem ab und versiegte spätestens mit Beginn der Corona-Pandemie vollständig. Personell, thematisch und strategisch ist die AfD in einer schwierigen Situation, und mit nachlassendem Erfolg wurden und werden die Fliehkräfte in der Partei größer. Dass sie dennoch auf absehbare Zeit ein Faktor in der deutschen Politik bleibt, verdankt sie einer nach wie vor stabilen bundesweiten Stammwählerschaft. Jenseits der Erfolgsspur weiterlesen »

Alles Nazis, oder was?

geschrieben von Maxi Schneider

1. Juli 2022

Ein Rückblick auf unsere Veranstaltungsreihe »Nationalismus und Geschichtsrevisionismus – Beiträge zum Krieg in der Ukraine aus antifaschistischer und historischer Sicht«

»Putin-Hitler-Vergleiche«, »Vernichtungskrieg«, »Entnazifizierung«: Es ist momentan keine leichte Aufgabe, angesichts inflationär verwendeter historischer Vergleiche, den gegenseitigen Unterstellungen, »Nazi« und »Faschist« zu sein, und der medialen Abfeierei des »Freien Westens« und seiner »Werte«, die die NATO angeblich verteidigt, und der Rückkehr zu Bellizismus und Heldenverehrung den Überblick über eine aussichtslos scheinende politische Weltlage zu behalten. Um jene Fragen, die sich im Kontext dieses Krieges um den Themenkomplex »Nationalismus und Geschichtsrevisionismus« drehen, zu ordnen und – soweit möglich – zu beantworten, fanden vom 12. bis 24. Mai drei Onlineveranstaltungen statt. Unsere Reihe war im Auftrag des Bundesausschusses entstanden und sollte die kontrovers geführte Debatte um den Krieg innerhalb unserer Vereinigung versachlichen und auf eine gemeinsame Gesprächsgrundlage stellen. Ein hoher Anspruch. Jeweils 150 bis 220 Interessierte nahmen die Einladung an, hörten zu und diskutierten mit. Das Feedback war überwiegend sehr gut. Alle drei Veranstaltungen wurden von Maxi Schneider moderiert und können auf dem Youtube-Kanal der Bundesvereinigung der VVN-BdA nachgehört werden. Alles Nazis, oder was? weiterlesen »

Unsere Meldungen

1. Juli 2022

Studie vorgestellt

Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung hat Anfang Mai den Rassismusmonitor vorgestellt. Danach erkennen 90 Prozent der deutschen Bevölkerung, dass es Rassismus gibt, 49 Prozent kennen eine Person, die schon selbst rassistische Erfahrungen gemacht hat, 22 Prozent haben ihn selbst erfahren. Allerdings bewerten 52 Prozent Beschwerden über Rassismus als »ängstlich«, ein Drittel als »überempfindlich«. 45 Prozent glauben, dass Rassismusvorwürfe und »politische Korrektheit« die Meinungsfreiheit beschränkten. Für die Studie wurden 5.000 Menschen befragt.

Untätige Polizei

Mitte Mai wurde bekannt, dass der spätere Attentäter von Hanau, bereits im März 2018 eine Studentin mit einer Waffe bedroht hatte. Tobias Rathjen soll von der als Escort-Arbeiterin »Gala« tätigen Frau verlangt haben, dass sie Mordszenen aus dem Hitchcock-Klassiker »Psycho« mit ihm nachspielt. Die von der Frau gerufene Polizei kümmerte sich lediglich um einen Joint und ging weder den Unsere Meldungen weiterlesen »

Erinnern heißt verändern!

geschrieben von Conny Kerth/Andreas Siegmund-Schultze

1. Juli 2022

Zum Pogrom vor 30 Jahren in Rostock-Lichtenhagen

Das »Sonnenblumenhaus« im Stadtteil Rostock-Lichtenhagen, vor dem sich im August vor 30 Jahren Tag für Tag mehr Nazis und ein rassistischer Mob zusammengerottet haben, wo Flüchtlinge und vietnamesische ArbeiterInnen beschimpft, bedroht und beinahe umgebracht wurden, steht noch heute als Symbol für das Pogrom von 1992. Seltener wird jedoch eine Verbindung zum Rathaus der Stadt gezogen, in dem die Entscheidung getroffen wurde, die öffentliche Ankündigung der Zusammenrottung als »Einladung zu einem Sommerfest mit Asylanten« zu bewerten. So drückte es der damalige Oberbürgermeister Kilimann (SPD) noch nach den Ereignissen vor Kameras aus und meinte wohl, alles richtig gemacht zu haben. Jedenfalls war kein Wort des Bedauerns zu hören – von keinem der Verantwortlichen, die in der immer noch sehenswerten Dokumentation »The Truth lies in Rostock« (Die Wahrheit liegt (lügt) in Rostock) zu Wort kamen. Erinnern heißt verändern! weiterlesen »

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