Will viel, verliert aber den Fokus: Die Doku-Drama-Serie »Nazijäger«
Die Titelbilder der Doku-Serie »Nazijäger – Reise in die Finsternis« zeigen die Protagonisten samt KZ-Lagertor vor Gewitterwolken und loderndem Höllenfeuer. Auch die Beschreibung, die dokumentarischen Grundlagen des Films – die Verhörprotokolle – führten »in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele« (nicht etwa: »der Nazis«), winkt mit dem Zaunpfahl, jetzt »ganz Böses« zu sehen zu bekommen und lässt nichts Gutes ahnen. Dann die Überraschung: Die erste Folge lässt sich trotz des mystifizierenden Titels recht überzeugend an. Sie stellt die Protagonisten der Sondereinheit »War Crimes Investigation Unit« der britischen Armee vor und schneidet zwischen dokumentarische Aufnahmen nach der Befreiung der Konzentrationslager Szenen, in denen sich der auf der »Rattenlinie Nord« verhaftete Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß zunächst jammernd als Landarbeiter Franz Lang ausgibt. Später korrigiert er im Verhör überheblich die Zahl der unter seiner Verantwortung ermordeten Menschen deutlich nach oben. Ungläubig erwidert die Ermittlerin: »Sie brauchen nicht übertreiben. Sie sind sowieso der größte aller Massenmörder.« Ein Fall von gut gemeint weiterlesen »




























