Die Kette neofaschistischer Vorfälle bei der Bundeswehr reißt nicht ab. Wegen »Rechtsextremismusverdachts« ermittelt, wie am 22. September bekannt wurde, der Militärische Abschirmdienst gegen den Referenten im Verteidigungsministerium, Jan Ganschow. Er soll Mitglied der ultrarechten Hamburger Burschenschaft »Germania« sein. Ganschow hatte in der Abteilung Strategie und Einsatz Zugang zu sicherheitsrelevanten Daten. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts hatte bereits im Oktober 2020 auf den damaligen Regierungsdirektor Ganschow und seine rechten Verstrickungen hingewiesen. Ähnliche Vorwürfe gab es gegen Soldaten des Bundeswehr-Wachtbataillons.
Diverserer Bundestag
6. November 2021
Der Anteil der Mitglieder im Bundestag (MdB) mit Migrationshintergrund stieg um ungefähr drei Prozentpunkte an. Mindestens 83 der 735 MdB haben eine Migrationsgeschichte, das sind etwa 11,3 Prozent. Die geschrumpfte Fraktion der Partei Die Linke hat einen Migrantenanteil von 28,2 Prozent. Bei der SPD sind es 17 Prozent. 13,6 Prozent der Grünen-MdB haben eine Migrationsgeschichte. Die AfD hat mit 7,2 Prozent nach wie vor einen höheren Anteil als die FDP (5,4 Prozent) und die Union (4,6 Prozent).
Monument eingeweiht
6. November 2021
Unter Anwesenheit von König und Premierminister wurde Ende September in Amsterdam das »Nationale Holocaust-Namenmonument« eingeweiht. 102.163 mit Namen, Geburtsdatum und Todesalter versehene Steine, die an insgesamt 380 Meter langen Mauern angebracht sind, bilden den Kern des Mahnmals. Neben über 100.000 als Jüdinnen und Juden Ermordeten wird auch 220 getöteten Roma gedacht. 15 Jahre hat es gebraucht, bis das Monument als Werk von Daniel Libeskind, der selbst 85 Familienangehörige in der Shoah verlor, der Öffentlichkeit übergeben werden konnte.
Halle: Der Opfer gedacht
6. November 2021
Mehrere hundert Menschen kamen am 9. Oktober zu einem Gedenken an die Opfer des Terroranschlags von 2019. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) warnte in seiner Rede die Gesellschaft vor dem Vergessen und Verharmlosen rechter Gewalt. Der inzwischen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilte Stephan Balliet hatte versucht, ein Massaker in einer Synagoge anzurichten. Als dies misslang, erschoss er zwei Menschen.
Gewerkschaft im Visier
6. November 2021
Italienische Neofaschisten der Partei »Forza Nuova« griffen am 9. Oktober nach einer Anti-Corona-Demo das Hauptquartier der Gewerkschaft CGIL in Rom an. Sie verwüsteten die Büros, zerstörten Inventar und rissen Bilder von den Wänden. Angeführt hat den Zug Roberto Fiore, Parteivorsitzender von »Forza Nuova«. Der Angriff erinnert an den Terror der Schwarzhemden unter Mussolini vor hundert Jahren. Die Linke beantragte ein Verbot der Partei.
Erinnern an Ravensbrück
6. November 2021
Das Gedenken an die Opfer des Frauenkonzentrationslagers geht auch in Corona-Zeiten weiter
Im vorigen Jahr mussten sowohl das Internationale Ravensbrück-Komitee (IRK) als auch die Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis (LGRF) ihre Zusammenkünfte online durchführen. In diesem Jahr war es wieder möglich, unter Beachtung der Corona-Bestimmungen und mit Unterstützung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (MGR) Treffen mit Anwesenheit zu organisieren.
Das IRK tagte sodann Anfang September in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Die 15 Teilnehmenden waren aus neun europäischen Ländern angereist. Wegen strenger Corona-Auflagen konnten die Mitglieder aus Russland, der Ukraine, Polen und Ungarn nicht teilnehmen. Entschuldigt waren auch die Delegierten aus den Niederlanden und aus Belgien. Erinnern an Ravensbrück weiterlesen »
Wege der Opfer
6. November 2021
Antifaschistisches Wanderseminar: Das Theresienstädter Außenlager Wulkow
Vom 8. bis 10. Oktober 2021 fand das erste antifaschistische Wanderseminar der VVN-BdA Märkisch-Oderland statt. Thematisch im Mittelpunkt standen das Theresienstädter Außenlager Wulkow sowie eine bemerkenswerte Episode aus der Geschichte des beschaulichen Kurortes Buckow im Jahr 1945. Höhepunkt war die Begegnung und das Zeitzeugengespräch mit Hanuš Hron, Überlebender des Ghettos Theresienstadt und des Außenlager Wulkows. Inhaltlicher Einstieg für die rund 40 Teilnehmer*innen aus der Region und dem gesamten Bundesgebiet war am Freitag eine Filmvorführung zu Wulkow mit anschließender Diskussion.
Am Samstag wurden die Teilnehmer*innen nach dem Frühstück vom buntbemalten Bus »Otto« des KulTus e. V. aus Buckow abgeholt und ins 18 Kilometer entfernte Hermersdorf gefahren – dort stießen noch einige Wander*innen zur Gruppe hinzu. Der Startpunkt stand im Zusammenhang mit einer 1995 eingeweihten Gedenktafel für die jüdischen Inhaftierten in Wulkow und einem weiteren Lager an der Straße zwischen Wulkow und Hermersdorf. Nach der Begrüßung durch Tanja Kinzel und Nils Weigt vom frisch gegründeten Arbeitskreis (AK) Wulkow ging es bei Sonnenschein und herbstlichen zehn Grad los in Richtung Wulkow. Wege der Opfer weiterlesen »
Aufnahmen mit Haltung
6. November 2021
R-mediabase – das Portal für kritischen Bildjournalismus besteht nunmehr seit zehn Jahren
Die Eintragung mit der Nr. 17.006 Ende November 2011 im Vereinsregister beim Amtsgericht Köln ist die offizielle »Geburtsurkunde« von R-mediabase. Zur Gründungsversammlung im Juli hatten sich Fotoaktivist:innen, von denen die meisten zuvor beim Bundesverband Arbeiterfotografie (af) engagiert waren, getroffen. Ausgetreten aus diesem Verband waren oder ausgestoßen wurden sie, weil sie die zunehmend eigentümlichen politischen Inhalte, verbreitet über das von zwei Leuten aus Köln betriebene Internetportal der Arbeiterfotografie, nicht mehr mittragen konnten und wollten. Aufnahmen mit Haltung weiterlesen »
Mit Verboten gegen die VVN
6. November 2021
Ein exemplarisches Fundstück aus dem Bundesarchiv der VVN-BdA
Die Stadt Frankfurt/Main hat im Leben der VVN immer eine besondere Rolle gespielt. Hier wurde im März 1947 auf einer interzonalen Landeskonferenz ihr Dachverband gegründet, und bis 1990 befand sich die Bundesgeschäftsstelle in der Frankfurter Rossertstraße 4. Auch die im Jahr 2002 gegründete gesamtdeutsche VVN-BdA trifft sich oft und gern in Frankfurt, zuletzt im April zu ihrem 7. Bundes-kongress und demnächst wieder, am 26. März 2022, zur Feier des 75. Jahrestages ihrer Gründung. Mehrfach ist in den letzten Jahren der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) auf Veranstaltungen der VVN-BdA im Haus Gallus aufgetreten. Dieses Haus, in dem ab Dezember 1963 der erste Frankfurter Auschwitzprozess stattfand, ist für den Verband zu einem wichtigen, identitätsstiftenden Ort geworden. Das Bekenntnis zum Antifaschismus (sichtbar auch in der Verleihung der Johanna-Kirchner-Medaille der Stadt) und die langjährige Kooperation mit der VVN-BdA zeichnen den Magistrat der Stadt Frankfurt heute vor anderen Kommunen aus. Doch das war nicht immer so. Mit Verboten gegen die VVN weiterlesen »
Diffamierend? Kritisch?
6. November 2021
Zwei Reaktionen auf »Lebhaftigkeit verliehen«, antifa September/Oktober 2021
Im Artikel »Lebhaftigkeit verliehen« geht es um den bekannten kommunistischen Arbeiterkünstler Ernst Busch und sein Leben bzw. Wirken. Im Artikel gibt es einen kritischen Hinweis zu Buschs Haltung zur Sowjetunion während der Herrschaft Stalins. Auch die Verfolgung und Ermordung von Antifaschist*innen und Kommunist*innen in der UdSSR werden hierbei erwähnt. Diffamierend? Kritisch? weiterlesen »



























