In einer Graphic Novel zeichnet Bianca Schaalburg eine Familiengeschichte nach
Bianca Schaalburg zeichnet in ihrer Graphic Novel »Der Duft von Kiefern. Meine Familie und ihre Geheimnisse« behutsam die eigene Familiengeschichte von der Geburt ihrer Mutter 1939 bis zu ihrer eigenen Geburt 1968 nach. Dabei nutzt sie die Möglichkeiten, die der Comic als Medium bietet, um Welt- und Familiengeschichte, Vergangenheit und Gegenwart emotional zu verbinden.
Ausgangspunkt der Recherche, die die Grundlage für das Buch bietet und die Bianca Schaalburg gemeinsam mit ihrem Sohn durch Berlin, nach Lettland und Israel führt, ist die Frage nach der Rolle ihres Großvaters während der NS-Zeit. Sie enttarnt die deutsche und familiäre »Wir haben von nichts gewusst«-Erzählung durch die Analyse von Familienfotos, mithilfe des Soldbuchs ihres Großvaters, Recherchen in Landesarchiven und durch Gespräche. Ihr Großvater Heinrich Schott, gelernter Dentist und angeblicher Buchhalter, der bereits 1926 in die NSDAP eingetreten war und die jüngste Tochter Edda nach der Tochter Hermann Görings benannte, war als Leutnant 1942 bis 1944 in Riga stationiert. Fotos legen nahe, dass er im Rigaer Ghetto eingesetzt war. In den Wäldern rund um Riga wurden 1941 bis 1944 mehr als 40.000 Menschen durch die SS ermordet. Die Frage, ob ihr Großvater in die Massenerschießungen involviert war, kann der Comic nicht beantworten; Bianca Schaalburg macht das Wissen ihres Großvaters über die systematischen Morde aber präsent. Gesprochen wurde in der Familie nie über das, was Heinrich Schott getan hat. Spurensuche in Puzzleteilen weiterlesen »





























