Einfühlsam, bestärkend

geschrieben von Peps Gutsche

17. Mai 2021

Ein neues Buch will Schwarze Superheldinnen nach vorn holen

Superheldinnen sind ein wichtiger Teil von Popkultur. Der Kampf »good vs. evil« wird in Comic-Heften und auf Kinoleinwänden von unterschiedlichsten Superheld*innen ausgetragen. Eine große Reichweite und wichtige politische Debatten erreichte dabei 2018 die Verfilmung von »Black Panther«. Diese begeisterte nicht nur durch die vielfältige Repräsentation Schwarzer Charaktere, sondern auch aufgrund der Thematisierung von Rassismus und Schwarz-Sein in einer durch weiße Vormachtstellungen strukturierten Welt. Neben dem Black Panther, Prinz T’Challa, stehen starke Schwarze Frauen: Nakia, seine Jugendliebe, die Kämpferin Okoye und Schwester Shuri, die durch ihre technischen Fähigkeiten beeindruckt. Doch auch diese bleiben ähnlich wie die Schwarze Superheldin Storm aus den X-Men-Comics eher in Nebenrollen. Einfühlsam, bestärkend weiterlesen »

Ideologisch eingebettet

geschrieben von Bernd Kant

17. Mai 2021

Einführung zum Antisemitismus im »Dritten Reich«

Im Alltagsbewusstsein verbindet sich mit dem NS-Regime das Stichwort Judenverfolgung. Am 27. Januar und 9. November sieht man in allen Medien Dokumentationen, in Bibliotheken findet man zahllose Veröffentlichungen zum Thema. Was kann vor diesem Hintergrund eine Veröffentlichung, die sich auch noch mit knapp 160 Seiten begnügt, Neues bringen? Ideologisch eingebettet weiterlesen »

Veränderter »Tatort«

geschrieben von Christian Meyer

17. Mai 2021

Wenn sich Krimis an der Hufeisentheorie versuchen und Polizeikritik zerstreuen

Die Krimiserie »Tatort« bleibt beliebt. Man fragt sich zunehmend, warum. Vor allem die Hauptrollen haben meist recht wenig mit der Polizei gemein, die man von Verkehrskontrollen und Demos kennt. Die uniformierten sonstigen Polizist_innen, die mit ihren Dialekten das jeweilige Regionalflair beisteuern, werden dafür oft als unfreundlich, grob oder latent rassistisch gezeigt. Doch solange das nur die niederen Dienstgrade betrifft, gibt es im »Tatort« kein Polizeiproblem. Immer wieder sickern politisierbare Sachverhalte von Asylpolitik bis Windkraft in den Krimi ein und treiben dabei oft bizarre Blüten. Die Folgen »Hetzjagd« und »Heile Welt« (beide gesendet im Februar) setzten hier allerdings neue Standards. Sie widmen sich unterschiedlichen Phänomenen der extremen Rechten mit Drehbüchern, die irgendwo zwischen Groschenroman, Compact-Magazin und Verfassungsschutzbericht einzuordnen sind. Veränderter »Tatort« weiterlesen »

Fanatiker überzeugen?

geschrieben von Janka Kluge

17. Mai 2021

Die Nähe zwischen Erich Fried und Michael Kühnen thematisiert ein neues Buch

Der Dichter und Übersetzer Erich Fried wäre im Mai dieses Jahres 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat sich der Journalist Thomas Wagner in einem neuen Buch mit einer Episode aus dem Leben Frieds beschäftigt. Erich Fried verband angeblich eine Freundschaft mit Michael Kühnen, dem wohl bekanntesten deutschen Neonazi der siebziger und achtziger Jahre. »Eine deutsche Freundschaft« heißt das Buch im Untertitel. Fanatiker überzeugen? weiterlesen »

Tagebuch eines Gettos

geschrieben von Janka Kluge

17. Mai 2021

In Lodz wurde das Leben dokumentiert

Der Krieg erreichte Lodz am 8. September 1939. Nach den Plänen der Nazis sollten die 223.000 Juden, die in der polnischen Stadt lebten, ein Drittel der Bevölkerung, sofort weiter in den Osten vertrieben und dadurch ermordet werden. Die Region rund um Lodz und Posen sollten unter dem Namen Warthegau Deutschland zugeschlagen werden. Aus diesem Grund ist Lodz 1940 in Litzmannstadt umbenannt worden. Am 10. Dezember 1939 hatte der Regierungspräsident von Kalisz-Lodz, Friedrich Uebelhoer, den Befehl zur Errichtung eines jüdischen Gettos in Lodz veröffentlicht. In dem Befehl hieß es: »Die Erstellung des Ghettos ist selbstverständlich nur eine Übergangsmaßnahme (…) Endziel muss jedenfalls sein, dass wir diese Pestbeule restlos ausbrennen.« Im April 1940 wurde ein Gebiet rund um die Armenviertel Baluty, Marysin und Stare Miasto zum Getto erklärt. Tagebuch eines Gettos weiterlesen »

Was da noch dräut

geschrieben von Daniel Bratanovic

17. Mai 2021

Heute ein Hauch von Weimar … Ein Sammelband scheut den Vergleich

Ein aufgrund der Corona-Pandemie erheblich gestörtes Zeitempfinden lässt das Ereignis in weite Ferne rücken: Am 5. Februar 2020 wählte ein Bürgerblock aus CDU und FDP einschließlich der offenen Faschisten der Höcke-AfD Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten Thüringens. In Berlin, nicht in Erfurt wurde daraufhin entschieden, dass ein solcher Vorgang zu dieser Zeit nicht erwünscht ist – das Amt von Gnaden einer Bande völkischer Desperados, das war dann doch nicht akzeptabel und der internationalen Öffentlichkeit nicht vermittelbar. Kemmerich musste seinen Posten sogleich wieder räumen. Gleichwohl stand die bange Frage im Raum, ob damit nicht aufziehe, was schon einmal gewesen war. Schien wiederzukehren, was sich während der Endphase der Weimarer Republik zugetragen hatte? Was da noch dräut weiterlesen »

Unser Rücktitel im Mai

17. Mai 2021

Die Entscheidung der Crew des Seenotrettungsschiffs »Sea-Watch 4«, neben anderen Flaggen auch eine Antifa-Fahne zu hissen, hatte Anfang April einen rechten Shitstorm zur Folge. Demonstrativ platzierte die Besatzung daraufhin die Flagge »sichtbarer weiter oben«.

Die »Sea-Watch 4« war 2020 mithilfe von kirchlichen Spenden zur Rettung Geflüchteter ins Mittelmeer gestartet. Die aufrechte Haltung der Seenotretter:innen erfuhr zu Redaktionsschluss erneut den Hass von CDU über Welt bis AfD. Dem EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm fiel als Reaktion auf den Druck der Rechten nicht mehr ein, als zu fordern, die Fahne solle »alsbald eingeholt« werden. Fast zeitgleich wurde bekannt, dass erneut 130 Flüchtende im Mittelmeer ertranken. Nach Angaben von »Alarmphone« hatten sich Frontex, Italien, Malta und die libysche »Küstenwache« zuvor geweigert, den Schiffbrüchigen zu helfen Foto: Fabian Melber/Sea-Watch.org

editorial

geschrieben von Nils Becker

19. April 2021

Mit unserem Flyer »Das Haus brennt und sie sperren die Feuerwehr aus!«, der im Januar mehreren Medien beilag, konnten wir eine dreistellige Anzahl neuer Mitglieder begrüßen, auch das Spendenaufkommen stieg (beispielhaft Seite 19). Dafür danken wir allen und sind frohen Mutes, dass wir auch die Zielmarke unserer Petition (t1p.de/petition-vvn) von 50.000 Unterschriften bald knacken – Ende Februar waren es rund 49.000. Doch unsere Gemeinnützigkeit steht weiter auf der Kippe. Nach der Bundesvereinigung werden nun auch einige Landesverbände (z. B. der Berliner) von den Finanzämtern mit dem Entzug der Gemeinnützigkeit bedroht, weil das Verfahren gegen die Bundesvereinigung noch nicht entschieden ist. Es herrscht Willkür, ein an Unverschämtheit grenzendes Lavieren der zuständigen Fachpolitiker und deshalb Unsicherheit, der wir gemeinsam begegnen müssen. Das erinnert eher an die Kampagnen der AfD, fortschrittlichen Organisationen finanziell das Wasser abgraben zu wollen, als an die vielbeschworene »Unterstützung der Zivilgesellschaft«, für die das Gemeinnützigkeitsrecht vorgeblich steht.

Dieser antifa liegt der Rechenschaftsbericht unseres Verbandes für die letzten vier Jahre bei. Er dient der Vorbereitung auf unseren Bundeskongress im April – die Einladung ist allen Landes- und Kreisverbänden zugegangen. Neben unseren Aufgaben im Wahljahr 2021 (Seite 3) werden wir uns auf dem Kongress auch mit antifaschistischer Kunst und Kultur beschäftigen. Grundlagen dafür sind die Beiträge unseres Spezials (ab Seite 15), wie auch weitere Artikel, die sich mit der Form zur Vermittlung antifaschistischer Werte beschäftigen (Seite 7 und 25). Wie lässt sich Menschlichkeit und Solidarität dort kultivieren, wo der Zeitgeist versucht, sie auszutreiben? Dass es dafür auch neue Formen braucht, ist uns allen klar. Deshalb ist die Aufmachung dieser Ausgabe etwas experimenteller. Bei einigen wird das Stirnrunzeln auslösen, aber vielen der neuen Mitglieder wollen wir auch vermitteln, dass die VVN offen und wandelbar ist.

Geschichtsverdreher übertönt

geschrieben von Andreas Siegmund-Schultze

16. April 2021

Dresden und der 13. Februar: Antifaschistischer Protest in Pandemiezeiten

Ungeachtet der Pandemie waren Neonazis und andere Rechte auch um den 76. Jahrestag der alliierten Luftschläge auf Dresden mit ihrer geschichtsrevisionistischen Propaganda in der sächsischen Landeshauptstadt unterwegs. Hunderte Anhänger von Parteien wie NPD, Die Rechte, Der III. Weg sowie extrem rechter Kameradschaften versammelten sich am 13. Februar nahe dem Hauptbahnhof, vereinzelt waren auch Neonazis aus Tschechien und der Slowakei unter ihnen.

Geschichtsverdreher übertönt weiterlesen »

Die Einzeltäterthese lebt

geschrieben von Bernd Kant

16. April 2021

Urteil im Lübcke-Mordprozess

Ende Januar ging mit der Verurteilung von Stephan Ernst der Prozess wegen einer spektakulären neofaschistischen Gewalttat, dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke, zu Ende. Spektakulär deshalb, weil damit erstmals ein hoher Regierungsbeamter und prominentes CDU-Mitglied getötet wurde – und zwar wegen seines angemessenen Umgangs mit der Lage von Geflüchteten im Jahre 2015, als Deutschland zwischen Willkommenskultur und zunehmendem Rassismus stand. Der Mord ereignete sich am 2. Juni 2019 im nordhessischen Istha, auf dem Grundstück von Lübcke. Der Täter Stephan Ernst und sein Kompagnon Markus Hartmann konnten erst durch einen Zufallsfund einer DNA am Tatort entdeckt und festgenommen werden.

Die Einzeltäterthese lebt weiterlesen »

Ältere Nachrichten · Neuere Nachrichten