Vergessene Täter
Wenn man in Bad Tölz von der Isarbrücke kommend die sehr schön gestaltete Marktstraße hinaufgeht und dann weiter über die Salzstraße zur Mühlfeldkirche, passiert man ein Mahnmal, das 14 anonymisierte Figuren zeigt, die sich mühsam gebeugt voranschleppen. Ein Mahnmal zum Gedenken an den Dachauer Todesmarsch im Mai 1945.
Es ist erstaunlich, dass die Stadt Bad Tölz die Errichtung des Mahnmals gestattete. War es doch die Stadt, die einen Berg nach Hitler benannte, die stolz auf die SS-Junkerschule war und die es bis heute nicht geschafft hat, die Hindenburgstraße umzubenennen.
75 von insgesamt 282 Seiten sind in dem neu erschienenen Buch »Mörderisches Finale« den Todesmärschen der KZ-Häftlinge und weiterer Tatorte der Verbrechen im gesamten Reich gewidmet, aufgelistet in alphabetischer Reihenfolge von Aachen bis Wuppertal. Das Buch, das 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs in einer überarbeiteten Ausgabe im PapyRossa Verlag erschienen ist, aktualisiert die Erkenntnisse des 2008 erstmalig erschienenen Buches. Dabei bilden die Verbrechen im Rheinland und Westfalen die Schwerpunkte. Da sich bis dahin die offizielle Historikerzunft bei der Erforschung dieser historischen Phase vornehm zurückgehalten hatte, haben sich unter der Federführung von Ulrich Sander Journalisten, Geschichtswerkstätten und antifaschistische Erinnerungsarbeiter/innen dieser grausigen Verbrechen der letzten Kriegsmonate angenommen. Unbekannte Opfer weiterlesen »



























