Die Zahl der »Gefährder« im Bereich »Rechtsextremismus« ist in Deutschland nach Einschätzung des Bundeskriminalamts deutlich höher, als bislang bekannt. Der polizeiliche Staatsschutz müsse prüfen, »ob wir die Zahl der Eingestuften erhöhen müssen, wovon wir ausgehen«, sagte der Präsident des BKA, Holger Münch, beim Europäischen Polizeikongress in Berlin. »Wir müssen stärker schauen, ob wir alle Personen wirklich kennen.« Als leidvolles Beispiel für ein Ermittlungsverfahren, das weiße Flecken auf der Karte aufgezeigt habe, nannte der BKA-Präsident den Fall des extrem rechten Bundeswehr-Soldaten Franco Albrecht, der sich als syrischer Flüchtling ausgegeben hatte.
Alles »Einzelfälle«
23. März 2020
Polizei ist in ihrer Mehrzahl nicht rechtsextrem; rechtsradikale Taten sind »Einzelfälle« und keineswegs systematischer Natur – so interpretiert der hessische Innenminister, Peter Beuth (CDU), die ersten Ergebnisse einer bislang einmaligen Online-Umfrage unter Polizisten. An der Befragung, die das »Hessische Kompetenzzentrum gegen Extremismus« vornahm, beteiligten sich knapp 4.300 der insgesamt 17.000 hessischen Polizeibeamten. Ihrer Selbsteinschätzung zufolge sehen sich zwei Drittel der Beamten politisch in der Mitte, fast 19 Prozent halten sich für »mäßig rechts«, 1,7 Prozent für »rechts« oder »ausgeprägt rechts«. Überzogene Kameradschaft und die Abschottung beobachteten immerhin zehn Prozent der Polizisten. 30 Prozent haben mindestens einmal »schwerwiegendes Fehlverhalten von Kollegen« erlebt, mehr als jeder Dritte sah sich schon einmal gemobbt.
Neue Terrorzelle
23. März 2020
Nach bundesweiten Razzien gegen eine mutmaßlich rechte Terrorzelle haben Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof Haftbefehle gegen zwölf Männer erlassen. Die mutmaßlichen Rechtsterroristen sollen laut Bundesanwaltschaft Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime ins Auge gefasst haben. Bei den Durchsuchungen sollen zahlreiche Waffen sichergestellt worden sein, darunter selbstgebaute Handgranaten. Zum Kern der Gruppe rechnet die Bundesanwaltschaft noch einen flüchtigen fünften Mann.
Terroranschlag
23. März 2020
Im hessischen Hanau hat in der Nacht zum 20. Februar ein Mann neun Menschen mit migrantischen Hintergrund, seine Mutter und sich selbst erschossen. Am 19. gegen 22 Uhr hatte der Täter zunächst vier Menschen in und vor einer Shisha-Bar und einem Café getötet. Er fuhr dann unbehelligt in einen anderen Stadtteil und ermordete in bzw. vor einem weiteren Café fünf weitere Menschen. Gegen 3 Uhr morgens fand die Polizei den Täter und seine Mutter ebenfalls erschossen in seiner Wohnung vor. Der Täter besaß als Sportschütze legal eine Waffe. Er hinterließ eine Videobotschaft und ein schriftliches »Manifest«, die neben wirren Verschwörungstheorien seine rassistische Gesinnung offenbaren. Die Morde gehören zur Kette rechter Gewalttaten, deren verbindendes Element eine stetige Radikalisierung der Täter durch Unterstützer in der digitalen und realen Welt ist.
Bombe an der KZ-Gedenkstätte
23. März 2020
Am 19. Januar ist an der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora ein Sprengsatz entdeckt worden. Nach kriminaltechnischen Untersuchungen steht Ende Februar nun fest, dass es sich bei dem verdächtigen Päckchen »um einen zündfähigen Sprengkörper, mit ernstzunehmender Wirkung« handelte, teilte die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora in Weimar mit. Eine Sprecherin der Polizei gab an, dass wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt werde. Es gäbe derzeit keine konkreten Hinweise auf einen politischen Hintergrund. Das thüringische Innenministerium betonte aber, dass dieser auch nicht ausgeschlossen sei.
Kein Pakt mit Nazis
23. März 2020
Auszüge aus der Rede von Ferda Ataman zum 20. Jahrestag der Gründung von attac
1. Das Problem
Wir leben in einer Zeit, in der eine bisweilen faschistische, stramm nationalistische Partei erschreckend viele Wähler*innenstimmen bekommt und in allen Parlamenten sitzt. Wir leben in einer Zeit, in der der Chef des Bundesverbands der Feuerwehr sich gegen die AfD positioniert – und am Ende gehen muss. Etwa zur gleichen Zeit bekommt die ›Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und der Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten‹ die Mitteilung, dass ihnen die Gemeinnützigkeit aberkannt wird. Anfang letzten Jahres, das wissen Sie, entschied der Bundesfinanzhof über die Gemeinnützigkeit von Attac und erklärte, dass die ›Einflussnahme auf politische Willensbildung und Gestaltung der öffentlichen Meinung […] keinen gemeinnützigen Zweck erfüllt.‹ So allgemein formuliert ist diese Aussage fatal und demokratieschädigend. Kein Pakt mit Nazis weiterlesen »
Gemeinnützigkeit und Antifaschismus
23. März 2020
VVN-BdA diskutierte das Thema öffentlich in Berlin
Die juristischen und politischen Hintergründe, Auswirkungen und Gegenmaßnahmen hinsichtlich des Verlustes der Gemeinnützigkeit unserer Bundesvereinigung waren die Themen der Podiumsdiskussion »Auf dem Weg zur dritten Schuld?«, die am 14. Februar in der TU Berlin stattfand.
Annähernd 70 Interessierte fanden sich in dem Hörsaal des TU-Hauptgebäudes ein. Auf dem Podium diskutierten die Rechtsanwälte Eberhard Reinecke aus Köln, Hans E. Schmitt-Lermann aus München, Rechtsanwältin Gabriele Heinecke aus Hamburg mit der Vorsitzenden der VVN-BdA, Cornelia Kerth. Gemeinnützigkeit und Antifaschismus weiterlesen »
Widerspruch!
23. März 2020
Zum Beitrag von Rosel Vadehra-Jonas »Nationalismus raus aus den Köpfen« in der Januar-Ausgabe
So, wie in dem angegebenen Artikel, werden durch Aktivitäten der deutschen Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis (LGRF) und auch durch die kurz genannte Uckermark-Initiative in Wort, Schrift, im Internet, auf Veranstaltungen und auch auf der Tagung in Heideruh seit mehr als einem halben Jahrzehnt Verunglimpfungen antipolnischen Charakters verbreitet.
Meiner Meinung nach diffamieren die Funktionsträger der LGRF national und international das Gedenken der Polinnen und Polen zu Unrecht als nationalistisch und antisemitisch. Das Entsetzen polnischer Überlebender darüber wird nicht zur Kenntnis genommen, ebenso wenig wie Briefe der beleidigten Jugendlichen, geschweige denn wird angemessen darauf reagiert. Widerspruch! weiterlesen »
Für Konsens und Vernunft PC Walther verstand es, mit Widersprüchen umzugehen
23. März 2020
Anfang 2005, vor 15 Jahren, veröffentlichten wir in der kurz davor zu einer »gesamtdeutschen« VVN-Zeitschrift fusionierten »antifa« (die »Ost«-Zeitschrift hieß schon seit Anfang der 90er-Jahre so, das »West«-Vorgängerblatt »antifa-rundschau«) eine Seite »antifa-Redaktion stellt sich vor«. Mit Fotos und Kurzbiographien der damaligen Redaktionsmitglieder.
Eines der Porträts zeigte einen freundlichen nicht mehr ganz jungen bärtigen Herren: »Peter Christian (PC) Walther«, stand darunter, »Jahrgang 1932, Journalist. Von 1968 bis 1978 Redakteur VVN-Zeitung ›die tat‹. Seit über 50 Jahren politisch engagiert in diversen Funktionen als Gewerkschafter, Sozialist, Sozialdemokrat, Antifaschist und friedenspolitisch; seit 1973 in der VVN-BdA; nach 1990 auch auf Bundesebene aktiv. Verheiratet, 3 Kinder, 2 Enkel. Beheimatet in Südhessen.« Für Konsens und Vernunft PC Walther verstand es, mit Widersprüchen umzugehen weiterlesen »
Wolfenbüttel
23. März 2020
Blutjustiz der Nazizeit und Repression im Kalten Krieg
Im November 2019 wurde in der Haftanstalt Wolfenbüttel, Niedersachsen, eine Dokumentationsstätte eröffnet, die zusammen mit der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen von der »Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten« verwaltet wird. In Vorbereitung der Neukonzeption hatten sich u.a. die niedersächsische VVN-BdA, die »Initiative zur Rehabilitierung der Opfer des Kalten Krieges« und die AG »Kinder des Widerstandes« stark dafür eingesetzt, dass auch die Geschichte und Nachnutzung dieser Nazi-Hinrichtungsstätte nach der Befreiung berücksichtigt wird. Dies ist in der neuen Ausstellung – teilweise mit Archivalien aus dem VVN-Archiv – umgesetzt worden. Wir drucken im Folgenden einen gekürzten Artikel von Michael Rössig aus der UZ vom 13.12.19 nach, der durch Fotos aus der Ausstellung von der VVN ergänzt wurde: Wolfenbüttel weiterlesen »






























