Dachauer Symposien zu rechtem Geschichtsrevisionismus
Wenn Maximilian Krah die SS verharmlost, sich Jana aus Kassel mit Sophie Scholl vergleicht, der ehemalige CDU-Abgeordnete Henry Nitzsche ein Ende des »Schuldkults« fordert oder die inzwischen verstorbene Ursula Haverbeck die Massenverbrechen der Nazis leugnet, dann wird sich Geschichte von rechts angeeignet, umgedeutet und für gegenwärtige politische Erzählungen genutzt. Rechter Geschichtsrevisionismus ist, wie diese Beispiele deutlich machen, kein einheitliches Phänomen, sondern ein Konglomerat verschiedener Strategien und Ideologien, deren Akteur*innen teilweise voneinander abweichende Ziele verfolgen. Der vorliegende Band »Rechter Geschichtsrevisionismus in Deutschland« versucht dieses unübersichtliche Feld zu ordnen, Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und Unterschiede herauszuarbeiten.
Auf knapp 200 Seiten erfolgt dies in Form eines knappen Überblicks, indem insbesondere verschiedene Akteur*innen des rechten Geschichtsrevi-sionismus in den Blick genommen werden. Ein Fokus liegt nachvollziehbarerweise auf der AfD und deren Vorfeldorganisationen. So wird einerseits dem ehemaligen Institut für Staatspolitik um den extrem rechten Publizisten und Aktivisten Götz Kubitschek breite Aufmerksamkeit zuteil. Hier ist der Text von Volker Weiß hervorzuheben, der in beeindruckender Akribie eine Rede Kubitscheks analysiert und dort eine Programmatik extrem rechter Politik wiederfindet, die den »Krieg« (Kubitschek) um die Geschichte als zentral für die eigenen Ziele betrachtet. An diesem Kampf sind allerdings noch weitaus mehr Akteur*innen der extremen Rechten beteiligt. Justus H. Ulbricht führt in das weitverzweigte und umtriebige rechte Verlagswesen ein, während sich Maik Fielitz und Hendrik Bitzmann rechter Onlinepublikationen annehmen. Know your enemy weiterlesen »






























