„Lefft wie gschmiert!“

geschrieben von Georg Neubauer, Mitglied im KV Nürnberg

5. September 2013

In Nürnberg und drum herum

Juli-Aug. 2007

PS: Dass wir seit Beginn der Kampagne fünf neue Mitglieder gewonnen haben, hat möglicherweise nicht nur mit der Kampagne, aber sicherlich auch mit ihr zu tun!

NONPD – NPD-Verbot jetzt! Ein Info-Stand mit diesem Logo gut sichtbar aufgestellt, und schon stellen sich die ersten Bürgerinnen und Bürger an und wollen unterschreiben. Insbesondere viele junge Menschen. Wer es nicht glaubt, soll es probieren!

Zum Beispiel ein Info-Stand Samstag Nachmittag vor dem Nürnberger Fußballstadion beim Spiel des Clubs gegen den HSV: Ich hänge das Transparent auf und warte noch auf weitere Helfer an unserem Infotisch und schon kommen drei jüngere Besucher – nach ihren Klamotten heftige Clubfans – und fragen: Kann man dir helfen? Ja natürlich könnt ihr! Ich drücke ihnen zwei Tafeln mit Unterschriftslisten in die Hand und es dauert gerade 10 Minuten bis ich sie komplett ausgefüllt zurück erhalte. Mit weiteren vier Mitstreitern der Nürnberger VVN-BdA haben wir dann in knapp zwei Stunden über 400 Unterschriften gesammelt.

Zum Beispiel am letzten Wochenende auf dem sehr populären Nürnberger Südstadtfest. Wir haben inzwischen traditionell einen gemeinsamen Stand mit den Gewerkschaften Ver.di und IG-Metall. Ein wesentlicher Teil dabei dient der Verköstigung der Besucher – bei uns mit Frankenwein, Sekt und Cocktails. Wichtig war aber für uns immer die politische Information. Und diesmal stand einvernehmlich die Kampagne NPD-Verbot im Mittelpunkt.

Ein älterer Kollege von Ver.di, der mit mir am Samstag Nachmittag den Infostand betreute, wollte zu Recht erstmal informiert werden, was denn die Buchstaben VVN-BdA bedeuten. Kein Problem. „Und wenn ich schon am Infostand mitmache, dann muss ich wohl ja auch unterschreiben“. Auch das war schnell geklärt. Und anstatt hier mit dir rumzustehen, kann ich auch mal bei den Anwesenden an den Tischen Unterschriften sammeln. Man sah ihm an, dass er das zum ersten Mal machte. Aber nach vier Stunden war der Kollege richtig zufrieden. Gemeinsam hatten wir an diesem Tag über 400 Unterschriften gesammelt. Ein echtes Erfolgserlebnis!

Zum Beispiel: Die kleine Stadt Gräfenberg in der Fränkischen Schweiz wird seit einem dreiviertel Jahr einmal pro Monat von der NPD und ihrem Anhang heimgesucht. Zu den vielen pfiffigen und klugen Gegenaktionen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort, gehören inzwischen der Info-Stand der VVN-BdA und die Unterschriftensammlung zum NPD-Verbot wie selbstverständlich dazu. Der zuständige Landrat, der Bürgermeister und die allermeisten Mitglieder des Gemeinderats haben natürlich unterschrieben. Denn in Gräfenberg, oder auch seinerzeit in Wunsiedel, ist die NPD geradezu zur Landplage geworden. Nach Auffassung der allermeisten Bürger und Bürgerinnen hilft hier nur noch das Verbot dieser Partei. Vermutlich hat inzwischen die halbe Stadt unseren Appell unterschrieben.

Noch Mal: Wer es nicht glaubt, der soll es ausprobieren. Unsere NONPD-Kampagne ist ein richtiger Selbstläufer geworden. Kaum jemand, der an den Informationsständen der VVN-BdA unter dem Logo angesprochen wird, verweigert die Unterschrift.

„Es wird Zeit, dass jemand was gegen die Neonazis macht. Natürlich unterschreibe ich und hoffentlich hilft es auch“. Hoffentlich packen die Innenminister den Verbotsantrag nicht wieder so stümperhaft an, wie seinerzeit der Bundesinnenminister Schily“. – Das sind die Hauptbemerkungen am Info-Stand. Empörung ist durchwegs zu spüren, wenn auf die an die NPD gezahlten 1,2 Millionen Steuergelder verwiesen wird. Klar ist vielen dabei auch, dass selbst bei einem Erfolg der Kampagne das Problem Rassismus und Nationalismus nicht von heut auf morgen in unserem Land verschwindet. „Aber ka Geld homs mer und ihr Spielraum ist eingeengt!“ Darum geht’s!

Sind noch Listen da?

geschrieben von Raimund Gaebelein (Bremen)

5. September 2013

Die Kampagne in Bremen

Juli-Aug. 2007

Stimmen zur Kampagne von Besuchern der Kampagnen-Website:

24. März 2007, Essen

Ich würde mich sehr über die Sticker und Plakate freuen, da ich solche Aktionen gegen die NPD unterstützen möchte …

11.April 2007, Bremen

… anbei die Früchte unserer Ostermarschtätigkeit. Wir nähern uns in Bremen rasant (den) … 1.500 Unterschriften, … auch mit starker Unterstützung von außen …

9. Mai 2007, Hohen Neuendorf

… als ich bei meiner Freundin in Berlin-Spandau zu Besuch war, sah ich einen Eurer Aufkleber. (ich erstattete Anzeige gegen Nazi-Aufkleber) … Unsere Polizei in Brandenburg (MEGA) reagierte sofort und entfernte den Müll. Und nun der Hammer, die MEGA besuchte mich und bedankte sich für meine Mithilfe. Zwei wirklich engagierte Beamte erzählten mir völlig frustriert, dass die Staatsanwaltschaft Anzeigen gegen diesen Lügenaufkleber einfach einstellt. Ich denke, hier sollten wir gemeinsam handeln …

In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen hat das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum (apabiz) die Broschüre „Berliner Zustände 2006. Ein Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung“ veröffentlicht. Diese kann unter http://www.apabiz.de/publikation/Schattenbericht.pdf kostenlos aus dem Internet heruntergeladen oder gegen eine Schutzgebühr von 2 Euro unter folgender Adresse bestellt werden:

Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.v.

(apabiz), Lausitzerstr. 10, 10999 Berlin. www.apabiz.de

Auftakt war am 25. Januar im Anschluss an eine Protestaktion gegen den Bundeswehrempfang im Rathaus. Ein gut sichtbares Transparent „NPD-Verbot jetzt“, der Tisch mit den Unterschriftslisten- umlagert. Für die Presse war es weniger interessant. Gewerkschaftssekretäre, Theaterleute, Betriebsräte unterschrieben. Wir waren bei öffentlichen Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen mit unseren Listen dabei. Bei den ArcelorMittal Stahlwerken sammelte der Betriebsrat. Längst haben eine Reihe befreundeter Organisationen und Bündnisse sich der Unterschriftensammlung angenommen.

Eine originelle Möglichkeit hat eine junge Frau aus der DKP gefunden: sie geht mit ihren Listen durch die Straßenbahn und sammelt dort sehr erfolgreich. Bei Mahnwachen auf dem Marktplatz kommen in einer Stunde 30-40 Unterschriften zusammen, mehrere Hundert sind es bereits. An einem Montagnachmittag, so gegen Ende März, fragten eine Studentin und ein Punkrockmusiker nach Informationen und neuen Listen. „Ach ja, hier haben wir noch ein paar volle Listen. Wir haben in den letzten beiden Wochen bei unseren Konzerten im Nordwesten ein bisschen gesammelt.“ 489 Unterschriften waren es, ihr nächstes Ziel war Heiligendamm. Auch Schüler kamen, um Zeitungen zu holen und natürlich auch Listen. 121 Unterschriften kamen gerade per Post. Im Begleitschreiben stand: „Bei meinem letzten Besuch hatte ich ja nur wenige Listen dabei.“ Eine aktive Kameradin hat es sich zur Aufgabe gemacht ihre Nachbarn aufzusuchen. Sie hatte kürzlich Geburtstag. Als Geburtstagsgeschenk erbat sie sich von ihren Nachbarn volle Unterschriftenlisten. Sie ist überzeugt, 500 Unterschriften bekommt sie bis dahin zusammen.

Unmittelbar nach der Wahl hatte die Bremer VVN-BdA auf einer Werbefläche das NPD-Verbot gefordert und gegenüber dem Regionalfernsehen Buten und Binnen geäußert, dass wir von der neugewählten Bürgerschaft die Unterstützung für unser Anliegen erwarten. In einem Glückwunschschreiben an den wiedergewählten Bürgermeister Jens Böhrnsen drückte unsere Landesorganisation die Hoffnung aus, dass er sich der Initiative Eberhardt Körtings in Berlin anschließen möge. Nach der Bremen Bürgerschaftswahl und dem erfolgreichen Regierungswechsel werden wir uns noch einmal an die SPD-Bürgerschaftsfraktion wenden und sie an unser Gespräch im März erinnern.

„Menschliche Pinguine“

geschrieben von Ulrich Schneider

5. September 2013

Was darf islamophober Populismus?

Juli-Aug. 2007

Es ist über einen – leider – ganz normalen Vorgang in unserer Republik zu berichten. In Köln plant eine Islamische Gemeinde ein Gotteshaus zu errichten und die öffentliche Debatte der „braven Bürger“ treibt helle Blüten. Neben vielen anderen Sprüchen und Warnungen vor Überfremdung unseres „christlichen Abendlandes“ äußert sich ein Diskutant auch dazu, dass seine „Ästhetik beschädigt“ werde beim Anblick einer „von oben bis unten verhüllten Frau, eines menschlichen Pinguins“ – wohlgemerkt, dieser Vorwurf richtete er nicht gegen die in Köln zahlreich anzutreffenden katholischen Nonnen, sondern gegen eine Frau, die sich in traditionalistischer islamischer Kleidung auf Kölner Straßen bewegte.

Normalerweise würde man bei solchen Sprüchen zur Tagesordnung übergehen. Zu alltäglich sind bereits solch islamophobe Populismen, die an Stammtischen und in allen Spielarten rechter Ideologie verbreitet werden. In diesem Fall jedoch trat der Sprecher auf mit dem Impetus des Holocaust-Opfers, des Widerstandskämpfers – es war Ralph Giordano. Und anstatt solchen populistischen Unsinn zurückzuweisen, begannen die Medien zurückzurudern, er habe doch Begründungen dafür, ihm als NS-Verfolgten könne man doch nun wirklich keine rechtsextreme Gesinnung unterstellen. Und die FAZ meinte nun, man müsse doch Verständnis für die Furcht und Sorge der nichtmuslimischen Bevölkerung aufbringen, wenn selbst eine solche – über allen moralischen Zweifeln stehende – Person diese Kritik formuliere.

Offensichtlich ist die Tatsache, dass jemand Gegner des Naziregimes und in den 50er Jahren selbst Mitglied in der VVN war, kein Schutzschild, dass man populistischen Stimmungen folgt. In späteren Kommentaren zu seinen Äußerungen hat er seine Bemerkungen verbunden mit einer sicherlich berechtigten Kritik an fundamentalistischen Strömungen im Islam. Damit vertritt er demokratische Grundüberzeugungen, die fundamentalistische Positionen in allen Religionen zurückweisen. Seine Stichworte in der Moschee-Bau-Debatte waren und sind jedoch Öl in das Feuer der extremen Rechten von „Pro Köln“ und anderen Neofaschisten, die seit vielen Wochen in Köln – Ehrenfeld versuchen, die öffentliche Stimmung gegen den Bau anzuheizen und ihr politisches Süppchen darauf zu kochen. Wenn schon ein Ralph Giordano solche Dinge formuliere, dann dürfe man selber es doch erst recht sagen. Giordano wird sich fragen lassen müssen, ob er mit seiner Form der Kritik nicht dazu beigetragen hat, der Islamophobie, einer gegenwärtigen Form von Rassismus und Intoleranz, das Wort geredet zu haben.

Ein Gedanke zum Abschluss: Vor einigen Jahren sprach ich auf der Frankfurter Buchmesse mit Ralph Giordano, ob er nicht anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der VVN eine Grußansprache halten wolle. Er wies diese Bitte mit dem Hinweis zurück, solange ein stalinistischer Dogmatiker wie Peter Gingold in dieser Organisation etwas zu sagen habe, wolle er mit ihr nichts zu tun haben. Schon damals war es mehr als nur ein Gesinnungswandel des ehemaligen VVN-Mitglieds – ich hoffe, dass seine Kölner Polemik nur ein Ausrutscher ins rechtspopulistische Fahrwasser war.

Nazis in Deutschland

geschrieben von Dirk Bekemeier

5. September 2013

Tun wir etwas dagegen

Juli-Aug. 2007

Am 8. Mai 1945 war der Krieg vorbei. Der Faschismus war besiegt. Europa lag in Trümmern. Es hieß: „Nie wieder Faschismus!“. Über 60 Jahre später marschieren die braunen Horden wieder mit sozialen Parolen und werden für alle zum Problem. Dass Nazis gegen Sozialabbau auftreten ist aber kein neues Rezept. Sie traten schon einmal mit sozialen Versprechungen auf. Als die Nazis dann aber an der Macht waren, war von diesen Versprechungen nichts mehr zu spüren. Es breitete sich statt dessen Krieg und Elend aus. Die Nazis versuchen heute wie damals, ihre eigentlichen Ziele mit sozialer Demagogie zu kaschieren. Damals wurden die Gewerkschaften zerschlagen, Gewerkschafter wurden eingesperrt und Andersdenkende wurden mit Terror überzogen, statt sozialer Rechte gab es Zwangsarbeit. Gleichzeitig wurden die Banken und großen Konzerne reicher und mächtiger – was war daran sozial?

Die Nazis missbrauchen auch heute wieder die sozialen Ängste der Menschen, sie schüren Ausländerfeindlichkeit und Rassismus. Man denke daran, die Barbarei im zweiten Weltkrieg kostete 50 Millionen Menschenleben.

Ich kann nur sagen: „Treten wir den Nazis aktiv entgegen, enttarnen wir ihre Demagogie, und kämpfen wir alle gemeinsam für soziale Gerechtigkeit, Frieden und eine Welt ohne Nazis“.

Unverzichtbare Stimme

geschrieben von Peter Rau

5. September 2013

Vor 15 Jahren wurde die DRAFD gegründet

Juli-Aug. 2007

Vor 15 Jahren, am 26. Mai 1992, wurde in Berlin mit dem Verband Deutscher in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung „Freies Deutschland“ (DRAFD) die erste gesamtdeutsche Antifa-Organisation aus der Taufe gehoben. DRAFDs Gründungsmütter und -väter kamen aus der 1972 in Westdeutschland entstandenen Interessengemeinschaft ehemaliger deutscher Widerstandskämpfer in den vom Faschismus okkupierten Ländern (IEDW) und einer aus dem 1990 aufgelösten Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR hervorgegangenen Arbeitsgruppe, die deutsche Angehörige der gegen den Faschismus kämpfenden Armeen der Antihitlerkoalition, der Partisanenverbände und der Bewegung „Freies Deutschland“ in sich vereinte.

Der Verband, der seit seiner Gründung auch den Nachgeborenen offensteht und insbesondere junge Leute zur Mitarbeit einlädt, repräsentiert somit ein breites Spektrum zigtausender Antifaschisten verschiedenster Herkunft und Weltanschauung; personifiziert etwa in den rund eintausend Mitstreitern der französischen Rèsistance und den vielen hundert Exilanten, die Aufnahme in den regulären Streitkräften der gegen Hitlerdeutschland kämpfenden Staaten fanden, früheren Spanienkämpfern der Internationalen Brigaden oder Wehrmachtsdeserteuren, die sich in den okkupierten Ländern Partisanenverbänden anschlossen, oder Kriegsgefangenen und Emigranten, die die Reihen der in der Sowjetunion gegründeten und in vielen anderen Ländern bis nach Übersee wirkenden Bewegung „Freies Deutschland“ verstärkten. Diese Akteure und ihre jeweiligen Frontabschnitte in den Kämpfen gegen die Nazibarbarei und den faschistischen Krieg nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, war – und ist – das zentrale Anliegen der DRAFD-Mitglieder. Und das umso mehr, je einseitiger in der erweiterten Bundesrepublik deutscher Widerstand auf eine Handvoll Meuterer in Uniform reduziert und insbesondere der kommunistisch inspirierte Kampf als nicht ehr- bzw. traditionswürdig ausgeblendet und diffamiert wird.

Historisch gesehen sind anderthalb Jahrzehnte natürlich kaum der Rede wert. Doch was die inzwischen hoch betagten Veteranen um den 1909 geborenen DRAFD-Vorsitzenden Ernst Melis und den erst kürzlich im Alter von 90 Jahren verstorbenen Peter Gingold seither geleistet haben, ist absolut geschichtsträchtig und mehr als nur aller Ehren wert. So dokumentierten die auch international beachteten und außerhalb der BRD gezeigten Ausstellungen über die weltweite Bewegung „Freies Deutschland“ und über den Kampf Deutscher in der Résistance höchst eindrucksvoll das Anliegen ihres Verbandes. Dafür stehen ebenso die beiden Standardwerke „Im Bunde mit dem Feind“ (1995) und das biographische Lexikon „Gegen Hitler“ mit rund 1500 Kurzbiographien (2005). Und eigene Vortragsreisen wie die Teilnahme von Verbandsmitgliedern an wissenschaftlichen Kolloquien und Tagungen auch im Ausland, sowie an zentralen Gedenkveranstaltungen – etwa in den Jahren 2000 und 2005 in Moskau oder 2004 in der Normandie. Dazu kommt eine Vielzahl von DRAFD- Mitgliedern bestrittener Podiumsdiskussionen und Zeitzeugengespräche, insbesondere mit jungem Publikum.

Doch alles in allem ist der Verband überschaubar geblieben – über Jahre hinweg übrigens auch für den Verfassungsschutz (im aktuellen Bericht für 2006 findet der „linksextremistisch-kommunistische Traditionsverein“ keine Erwähnung mehr). Nur eine winzige Bastion gegen die schiere Übermacht der staatlich geförderten Geschichtsumdeuterei, deren leise, aber nichtsdestoweniger unverzichtbare Stimme gelegentlich auch die offizielle Politik dazu zwingt, Farbe zu bekennen.

Antifaschismus in Europa

geschrieben von U. Schneider

5. September 2013

Juli-Aug. 2007

Die Dokumentation ist im Pahl-Rugenstein-Verlag, Bonn erschienen.

Der Ladenpreis beträgt 12,00 €. Mitglieder der FIR können den Band über die FIR für 10,00 € (zuzüglich Porto) erhalten.

Bestellungen der Mitgliedsverbände liefern wir zu Sonderkonditionen aus.

Ende Mai erschien die Dokumentation der gemeinsamen Konferenz der FIR und der GUE/NGL- Fraktion im Europäischen Parlament „60+1 Jahr Antifaschismus in Europa“. Unter den Überschriften Die politische Gefahr der extremen Rechten, die politische Arbeit der antifaschistischen Verbände, Umgang mit Geschichte und Gedenkstätten und Herausforderungen und Perspektiven des antifaschistischen Kampfes heute, sind auf 136 Seiten alle eingereichten Beiträge der Konferenz in deutscher Sprache abgedruckt.

Auch einige Monate nach der Konferenz sind diese Texte immer noch von großer Aktualität, da sich die politischen Probleme, zu denen sie Stellung nehmen, nicht grundlegend verändert haben. Dabei sind die Texte eindrucksvolle Zeichen der politischen Vielfalt der Arbeit der Mitgliedsverbände der FIR in Ost-, Mittel- und Westeuropa. Eine zweisprachige Ausgabe in englischer und französischer Sprache ist für den Herbst in Vorbereitung.

Janusköpfiger Putin

geschrieben von Hans Canje

5. September 2013

Widersprüche in Russlands Denkmalspolitik

Juli-Aug. 2007

Als Russlands Präsident Wladimir Putin und seine Regierung massiven Protest gegen die Umsetzung des Denkmals für die im Kampf um die Befreiung Estlands vom Faschismus gefallenen Rotarmisten und die Umsetzung des dazugehörenden Massengrabs in der estischen Hauptstadt Tallin erhob, war er sich des Beifalls und der Unterstützung der internationalen antifaschistischen Bewegung sicher. Jene, die heute die Denkmäler für die Helden des Krieges gegen den Faschismus besudeln, so Putin dazu am 9. Mai in Moskau, beleidigen das eigene Volk. Mit Genugtuung vernahmen Antifaschisten auch eine Grußbotschaft des russischen Präsidenten an die DRAFD, die Vereinigung der Deutschen, die in den Reihen der Resistanze, den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung „Freies Deutschland“ gegen den deutschen Faschismus gekämpft haben, zum 15. Gründungstag ihrer Vereinigung am 26. Mai. Da schmerzt es um so mehr, wenn zur gleichen Zeit aus Russland Nachrichten wie diese kommen:

Im Moskauer Vorort Chimki wurde gegen den Protest der Bevölkerung ein Denkmal für die in der Schlacht um Moskau gefallenen Kampfflieger und die Umsetzung ihrer Gebeine umgesetzt. Ein Einkaufszentrum soll hier entstehen.

An einer 1994 auf dem Nahe der Metrostation Sokol liegenden Friedhof der orthodoxen Kirche „Allerheiligen“ angebrachten Gedenktafel für den SS-General von Pannewitz und weißgardistische Generale, die auf Seiten der faschistischen Truppen gekämpft hatten, fand am 9. Mai unter dem Schutz der Miliz und der Moskauer Stadtverwaltung eine Totenmesse samt Ehrenwache statt. Sie seien für den Glauben und das Vaterland“ gefallen, steht auf der Tafel, die, so die Inschrift weiter, „mit dem Segen der heiligen russischen rechtgläubigen Kirche und der Unterstützung einer Gruppe deutscher Veteranen des Zweiten Weltkrieges und russischer weißer Emigranten errichtet worden ist. Eine von den Behörden genehmigte Mahnwache gegen diese Ehrung der Kollaborateure demonstrativ am Tag des Sieges über den Faschismus, wurde von der Miliz behindert.

Russland ist groß und der Zar ist weit, sagt ein altes Sprichwort. So groß aber ist Russland nicht mehr und so weit sind die beiden Vororte vom Kreml auch nicht entfernt, als dass sie dem Präsidenten außer Sicht geraten könnten.

Historiker-Tagung am Pragser Wildsee

5. September 2013

Juli-Aug. 2007

Alle Anfragen im Zusammenhang mit der Anerkennung der deutschen Widerstandskämpfer gegen das Hitlerregime in Böhmen und Mähren durch die Tschechische Republik müssen an folgende Adresse gerichtet werden:

Projekt „Vergessene Helden“ beim Institut für Zeitgeschichte Prag

Ustav pro soudobe dejiny Akademie ved CR

Vlasska 9

11840 Praha 1

TSCHECHISCHE REPUBLIK

Am 30. und 31. August 2007 finden in Südtirol die „Zeitgeschichts-Tage Pragser Wildsee“ statt. Tagungsort ist das Hotel „Pragser Wildsee“ in Prags im Hochpustertal. Das internationale Symposium, das gemeinsam vom „Zeitgeschichtsarchiv Pragser Wildsee“, vom Südtiroler Landesarchiv und von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin veranstaltet wird, trägt den Titel: „Für Freiheit und Recht in Europa. Der 20. Juli 1944 und der Widerstand gegen das NS-Regime in Deutschland, Österreich und Südtirol“. Aktueller Anlass der Veranstaltung sind die 100. Geburtstage der Widerstandskämpfer Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Helmuth James Graf von Moltke. Referenten sind Historiker aus Deutschland, Österreich und Südtirol, die erstmals zu dieser grenzüberschreitenden Tagung am Pragser Wildsee zusammentreffen.

Das unter Denkmalschutz stehende Tagungsgebäude ist Sitz des „Zeitgeschichtsarchiv Pragser Wildsee“ und ein historischer Ort von europäischer Bedeutung. Hier fanden die „Sippen“- und „Sonderhäftlinge“ aus dem KZ Dachau nach ihrer Befreiung im Hochpustertal am 30. April 1945 Aufnahme. Die Gefangenen waren in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges als Geiseln der SS aus verschiedenen KZs über den Sammelpunkt Dachau nach Südtirol verschleppt worden. Am 28. April 1945 traf der Transport mit 139 Häftlingen aus 17 Ländern Europas in Niederdorf ein, wo der Leidensweg der zumeist prominenten Gefangenen endete.

Anmeldungen zur Tagung sind an das Südtiroler Landesarchiv in Bozen zu richten (Tel.: 0039/0471/411 951, www.provinz.bz.it/sla).

Spottlustig und mutig

geschrieben von Elfriede Brüning

5. September 2013

Zum 100. Geburtstag von Berta Waterstradt

Juli-Aug. 2007

Wir kannten uns schon seit den dreißiger Jahren. Beide waren wir Mitglied im „Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller“, den Johannes R. Becher mit anderen 1928 gegründet hatte. Berta war schon seit längerem dabei, stand mit Becher, Friedrich Wolf, Anna Seghers und anderen, die ihre Verse schätzten, auf vertrautem Fuß. Im Januar 1933 wurde der Bund sofort verboten. Die prominenten Mitglieder, sofern sie sich nicht rechtzeitig über die Grenze hatten retten können, kamen in Konzentrationslager und wurden, wie Erich Mühsam und Carl von Ossietzky, grausam gefoltert. Wir Jungen aber blieben vorläufig ungeschoren. Wir wollten weiter zusammenkommen, jetzt nur in Dreiergruppen, und weiter schreiben, wahrheitsgetreue Beiträge über das Leben im Dritten Reich, die anonym im Ausland erschienen, vornehmlich in den „Neuen deutschen Blättern“, die Wieland Herzfelde im Malik-Verlag herausgab.

Nach unserer Verhaftung 1935 traf ich Berta bei der ersten Vernehmung in der Prinz-Albrecht-Straße wieder. Sie schien ungebrochen und bot den Gestapoleuten mutig Paroli. Sie war nicht kleinzukriegen, nicht einmal bei der Gerichtsverhandlung gegen uns Bund-Mitglieder, auf der sie unverfroren ihr Spottgedicht auf Hitler (nach der Melodie „eine Seefahrt, die ist lustig“), nur um einige Schärfen gemildert, rezitierte, was sogar dem Nazirichter ein Lächeln entlockte. Sein vorgefasstes Urteil: zweieinhalb Jahre Gefängnis, beeinflusste das indes nicht. Dass Berta, die Jüdin, die Nazizeit überlebte, verdankte sie ihrem „arischen“ Ehemann Rudi, dem Urberliner, der treu zu ihr hielt und sie dadurch vor der Deportation bewahrte. Wovor er sie nicht schützen konnte, war die ihr auferlegte Zwangsarbeit bei Siemens, die sie aber ergeben ertrug, immer das Ziel vor Augen, dem sie sich Tag für Tag näher wähnte, der endgültigen Zerschlagung des Nazireiches und dem Neuaufbau eines Staates nach dem Vorbild der Sowjetunion, in der damals, wie wir glaubten, die Arbeiter herrschten, nachdem Lenin die Kapitalisten davongejagt hatte.

Nach ´45 arbeitete Berta zunächst beim Rundfunk, wo sie Literatursendungen verfasste. Doch bald begann sie, eigene Sachen zu schreiben. Bereits 1946 entstand ihr Hörspiel „Während der Stromsperre“, das sie mit einem Schlag bekannt machte, zumal Kurt Mätzig den Stoff als Vorlage für den Film „Die Buntkarierten“ benutzte, der außerordentlich erfolgreich war und noch heute zu den Klassikern der ersten Nachkriegszeit zählt. 1949 erhielt Berta, zusammen mit dem Defa- Kollektiv, den Nationalpreis. Ein Erfolg, den sie allerdings teuer bezahlen musste, denn Rudi, ihr bis dahin so getreuer Ehemann, gefiel sich nicht in der Rolle des Prinz-Gemahls und suchte Trost bei einer anderen, weniger berühmten Frau. Fünfmal kam er reumütig zu Berta zurück, fünfmal nahm sie ihn wieder auf. Aber das sechste Mal verschwand er auf Nimmerwiedersehen.

Berta stürzte sich in die Arbeit. weitere Hörspiele entstanden, auch Bühnenstücke und alle hatten Erfolg, wenn sie auch an den Ruhm ihres ersten Hörspiels nicht heranreichen konnten. Der Name Waterstradt blieb eben ein Synonym für „Die Buntkarierten“. Später reiste sie im Auftrag des „Magazin“ zusammen mit der Illustratorin Elisabeth Shaw durch die DDR und goss alles, was sie dort sah und erlebte, in freche Verse, die Elisabeth mit ihren nicht minder frechen Zeichnungen kräftig würzte, so dass die Auflage des Blättchens, nicht zuletzt wegen dieser „Reiseberichte“, stieg und stieg, aber immer wieder wegen der Papierknappheit gedrosselt wurde. Daneben entstanden von Berta Bearbeitungen nach Werken von Georg Hermann, Clara Fiebig und Theodor Fontane. Und 1985 erschien endlich auch noch einmal ein Buch von ihr: „Blick zurück und wundre dich“, in dem sie heiter-ironisch aus ihrem Leben erzählt. Dieses Buch wünschte man sich zu Bertas Hundertstem in einer Neuausgabe: als lehrreiche Lektüre für junge Menschen, die die Zeit des Faschismus und der ersten schweren Nachkriegsjahre nur aus dem Geschichtsunterricht kennen.

Haben sich Bertas Jugendträume in der DDR erfüllt? Ach, sie war ein zu kritischer Geist, sie rieb sich an zu vielen Unebenheiten. Aufmerksam verfolgte sie alle Debatten im Schriftstellerverband, aber nie meldete sie sich von selber zu Wort. Sie beschränkte sich auf Zwischenrufe, die allerdings immer genau ins Schwarze trafen. Die Dogmatiker unter uns misstrauten ihr und heute weiß man, dass die Stasi die aufmüpfige Autorin schon frühzeitig beschattete. Denn war sie nicht freundschaftlich mit Stephan Heym verbunden, mit Günther Kunert, Gustav Just und anderen, die sogar Westjournalisten gegenüber ihre Kritik an der DDR freimütig äußerten?

Bertas Tod, im Mai 1990, kam völlig überraschend. Zu ihrem hundertsten werden wir in der Altheider Straße in Adlershof, Bertas jahrzehntelangem Wohnsitz, eine Gedenktafel enthüllen, mit der an sie erinnert wird: an eine Autorin, die stets, in ihren Werken und ihrem persönlichen Leben, sich selber treu blieb, weil sie mit spitzer Feder, mit Humor und Ironie, oft sogar mit verletzendem Spott um die Wahrheit stritt.

Mord als „Rassenhygiene“

geschrieben von Annika Sembritzki

5. September 2013

Burg Grafeneck – Gedenkort für Euthanasieverbrechen

Juli-Aug. 2007

www.gedenkstaette-grafeneck.de

Im Mai war die Wanderausstellung „Grafeneck 1940 – Krankenmord im Nationalsozialismus“ in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Berlin zu sehen.

Anlässlich der Eröffnung wurde der neue Gedenkstättenband der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg über alle Gedenkstätten in Baden-Württemberg vorgestellt

Abgeschieden auf einer Anhöhe der Schwäbischen Alb liegt, so idyllisch wie versteckt, das Schloss Grafeneck. Vor dem Beginn des Krieges und nach dessen Ende wurde es (und wird auch heute wieder) von der evangelischen Samariterstiftung als Behinderteneinrichtung genutzt. Erst seit 1990 erinnert eine Gedenkstätte an 10.654 Menschen, die hier 1940 der „Aktion T4“ zum Opfer fielen. Grafeneck ist der Ausgangsort für die systematische industrielle Massenvernichtung von Menschen; hier wurden viele der Täter geschult, die ihre „Karriere“ später in den Vernichtungslagern des Ostens fortsetzten, und hier wurde erstmals die Effektivität des Mordens in der Gaskammer erprobt.

Seit 1929 war das Schloß Grafeneck als Einrichtung für Menschen mit Behinderung genutzt worden, 1939 wurde es vom Stuttgarter Innenministerium für „Zwecke des Reichs“ beschlagnahmt. Für die Kaschierung der geplanten Verbrechen waren Ort und Zeitpunkt sorgfältig ausgewählt worden: im Kontext des beginnenden Krieges sollten die groß angelegten Tötungen von Kranken verschleiert und bagatellisiert werden.

Im Rahmen der sogenannten „rassenhygienischen“ Propaganda waren Berechnungen darüber angestellt worden, wieviel Geld jeder „Erbkranke“ das Reich kostete, das doch all seine Ressourcen für den Krieg benötigte und sich außerstande sah, für „Arbeitsunfähige“ aufzukommen. Die Einordnung in die Kategorie „unwertes Leben“ erfolgte auf Grund von körperlicher Behinderung über geistige bis hin zu diffuseren Kategorien wie „Schwachsinn“ und Schizophrenie, die auch soziales und politisches Verhalten pathologisierten. Was als „Säuberung des Volkskörpers“ bezeichnet wurde und in Morden gipfelte, hatte seine Vorläufe bereits in Zwangsterilisationen von behinderten und von als „asozial“ eingestuften Menschen, wie den Sinti und Roma, gehabt.

Für die „Euthanasie-Aktion“ wurde kein spezielles Gesetz erlassen. Es gab lediglich einen Auftrag Hitlers, ganze fünf Zeilen lang, auf den 1.September 1939 datiert, in der dieser seine Zustimmung „für die Gewährung des Gnadentodes unheilbar Kranker“ gab und die Befugnisse von Ärzten dahingehend erweiterte, es ihrem Ermessen zu überlassen, wer als „unheilbar krank“ einzustufen sei.

Im August 1939 waren alle Behinderteneinrichtungen des Reichs aufgefordert worden, ihre Insassen, vorrangig solche, die länger als fünf Jahre dort waren, zu melden. Außer den Wilhelmsdorfer Anstalten aus dem Kreis Ravensbrück gaben alle widerstandslos die Patientendaten preis. Aus dem heutigen Baden-Württemberg wurden aus 40 verschiedenen Behinderten- und psychiatrischen Einrichtungen Menschen in grauen Bussen nach Grafeneck gebracht und in der eigens errichteten Tötungsanlage, die über eine Gaskammer und ein Krematorium verfügte, mit CO-Gas der IG Farben ermordet.

Rund einhundert Menschen waren in den Räumlichkeiten des Schlosses untergebracht, die die Tötungen überwachten, organisierten und verwalteten. Sie waren größtenteils in Berlin geworben worden; 25% von ihnen setzten ihre Arbeit später in den Vernichtungslagern fort. Grafeneck verfügte über eine „Trostbrief“ – Abteilung, die falsche Todesursachen bescheinigte und den Angehörigen mitteilte, ferner über ein eigenes Standesamt, das die Sterbeurkunden ausstellte, und über eine Abteilung, die für die Beurkundung und Verfälschung des Todesortes zuständig war und Aktentausch mit anderen Anstalten betrieb; die Verantwortlichen gingen dazu über anstelle ihrer richtigen Namen Pseudonyme zu verwenden.

Nach einem knappen Jahr wurde die „Euthanasie“-Aktion in Grafeneck für beendet erklärt, weniger durch äußere Vorgänge, die die Geheimhaltung beeinträchtigt hätten, als vielmehr, da sie als weitgehend abgeschlossen betrachtet wurde: Grafeneck war – zynisch- reichsweiter Spitzenreiter im „Gnadentöten“. Im weiteren Kriegsverlauf wurde Grafeneck für die Kinderlandverschickung und als Kinderheim genutzt, bis 1946 der Betrieb als Wohn- und Arbeitseinrichtung für Menschen mit Behinderung wieder aufgenommen wurde.

In Baden-Württemberg wird seit 1990 offiziell der Opfer der „Aktion T4“ gedacht und der Verbrechen gemahnt; neben dem regulären Betrieb existiert unter der Leitung von Thomas Stöckle die Gedenkstätte und das Dokumentationszentrum Grafeneck e.V. auf dem Schlossgelände.

In Berlin hingegen, in der Tiergartenstraße 4, (nach der die sogenannte „Euthanasie“ als „Aktion T4“ bezeichnet wurde),von wo aus die Ermordung von insgesamt etwa. 200 000 Menschen veranlasst wurde, davon den 10 600 Menschen in Grafeneck, liegt heute eine Erinnerungstafel verloren auf dem Busplatz hinter der Philharmonie. Sie wirkt nicht wie ein Mahnmal, eher wie Kunst am Bau. Die geforderte „Ehre den vergessenen Opfern“ wird diesen hier nicht wirklich zuteil, vielmehr verdoppelt sich das Vergessen: Vergessene Opfer an einem vergessenen Gedenkort.

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