Wie deutsche Kommunisten in der Sowjetunion litten
Die leidvolle Geschichte ihrer jüdischen Familie zu erforschen, war Ziel der Autorin Anja Schindler. 1949 in Karaganda/ Kasachstan geboren, kam sie mit ihren Eltern und dem Bruder 1956 in die DDR. Hier lebte die Familie ihrer Mutter. Bei allem Persönlichen legt sie eine genau recherchierte, in die Geschichte der Sowjetunion eingebundene Familiengeschichte vor. Eine Geschichte, die in der DDR unbekannt war. Und das nicht, weil es niemanden gab, der davon erzählen hätte können.
Der Mantel des Schweigens wurde über das Grauen gelegt, weil das Gesicht des Sozialismus Schaden genommen hätte. Und die, die davon erzählen hätten können, wurden mit Parteiausschluss bedroht. Das war für die meisten so etwas wie Verbannung oder das Ausgestoßen werden aus der Familie.
Als Ende der zwanziger Jahre dafür geworben wurde, als Fachkräfte beim Aufbau der Sowjetunion zu helfen und Freunde schon dort waren, beschlossen Anna und Rudolf Thieke, es ihnen gleich zu tun. Zudem gab es im August 1931 wegen eines Polizistenmordes eine Verhaftungswelle in Berlin und für Thiekes bestand die Gefahr, ebenfalls verhaftet zu werden. Als aktive Mitglieder der KPD und deren Jugendorganisation wurde das Leben in Deutschland für die Familie zunehmend gefährlich.
Mit ihren Kindern, Rudolf, geboren 1916, Günter, geboren 1918 und Ursula, geboren 1921, verließen sie im Oktober 1931 Deutschland. Vom Mantel des Schweigens weiterlesen »































