Alarmierende Vorgänge in Polizeikreisen – nicht nur in Hessen
Als sich im Sommer 2018 in Frankfurt am Main Staatsanwaltschaft und Polizei endlich entschlossen hatten zu ermitteln, wer die Verfasser und Vertreiber von Drohschreiben an die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz sein könnten, mussten sie alsbald feststellen, dass Daten und Adresse der betroffenen Anwältin aus einem Polizeicomputer im Frankfurter Polizeirevier 1 abgerufen worden waren. Die mit der entsprechenden Adresse versehenen Drohschreiben waren mit »NSU 2.0« unterzeichnet; in ihnen wurde der Anwältin unter anderem angedroht, ihre kleine Tochter zu »schlachten«.
Seda Basay-Yildiz gehörte zu den Nebenklage-Anwälten im Münchner NSU-Prozess, wo sie die Interessen des ermordeten hessischen Blumenhändlers Enver Simsek und dessen Familie vertrat. Ebenso engagiert sie sich als Anwältin u.a. für Betroffene, die von Abschiebungen bedroht sind.
Bei den Ermittlungen, die zu dem Frankfurter Polizeicomputer führten, kam außerdem ans Licht, dass mehrere Polizeiangehörige, die in diesem Frankfurter Polizeirevier tätig waren, einer Whatsapp-Gruppe angehören, die Texte und Bilder rassistischen und rechtsextremistischen Inhalts untereinander austauschten. Darunter befanden sich Hakenkreuze, Witze über Juden und Behinderte. Auf einem der Bilder ist Adolf Hitler zu sehen, der vor einem rauchenden Schornstein sitzt; darunter steht als Bildtext: »Umso größer der Jude, desto wärmer die Bude«. »Eine rigorose Grundstimmung« weiterlesen »



























