Erinnerung an Opfer der NS-Verfolgung in Partnerstädten
Vor dem Eingang zum Erinnerungsort Liberale Synagoge in Darmstadt mahnt seit November 2019 eine Tafel zum Gedenken an die jüdischen Opfer der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs in den heutigen Partnerstädten der Stadt.
Darmstadt hat, wie viele deutsche Städte im Verlauf der letzten Jahrzehnte mit europäischen Städten, die unter deutscher Besatzung zwischen 1939 und 1945 gelitten haben, eine Partnerschaft geschlossen. Aus solchen »Verschwisterungen« sind – neben offiziellen Kontakten und Besuchen – oftmals lebendige Beziehungen, auch persönliche Freundschaften hervorgegangen. Jedoch: Haben wir, die Bewohner und die politisch Verantwortlichen auf der deutschen Seite uns jemals davon genau informiert, was diesen Städten und ihren Einwohnern unter der deutschen Okkupation – also unter deutschen Stadtkommandanten, unter SS, SD, Gestapo, Sicherheitspolizei, Reicharbeitsdienst, Organisation Todt und deren Kollaborateuren – tatsächlich widerfahren ist? Recherchen zum deutschen Besatzungsterror in Litauen und Lettland führten uns vor einiger Zeit zu dessen Spuren in Liepaja (früher Liebau). Die Hafenstadt im Südwesten Lettlands wurde wenige Tage nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 unter schweren Kämpfen von Heeres- und Marineeinheiten erobert. Die Herrschaft zunächst der Wehrmacht, bis zum Kriegsende dann die der SS, führte, wie die Nachforschungen ergaben, zur völligen Ausrottung der jüdischen Gemeinde Liepajas: Sie zählte bis 1941 ca. 7.000 Angehörige, im Mai 1945 haben ungefähr dreißig von ihnen dank mutiger Retterinnen und Retter in Verstecken überlebt. Zum Beispiel Darmstadt weiterlesen »






























