Ein »Großkroatien« war das Ziel der Ustaša. Ein Besuch in Jasenovac
Das in Kroatien gelegene Jasenovac ist kein gewöhnlicher Erinnerungsort an die Opfer des Faschismus. Der Ort ist im Ausland kaum bekannt und hat eine äußerst komplizierte Vergangenheit. Der Autor hat die Gedenkstätte und das Museum für die antifa besucht.
Von Hitlers und Mussolinis Gnaden
Im April 1941, nach der militärischen Niederlage Jugoslawiens, rief der kroatische Faschistenführer Ante Pavelić den sogenannten Unabhängigen Staat Kroatien (Nezavisna Drzava Hrvatska, NDH) aus. Er tat dies von Hitlers und Mussolinis Gnaden. Dieser Staat umfasste ziemlich genau das Territorium des heutigen Kroatien und Bosnien-Herzegowina. In diesem Vielvölkerstaat stellten die KroatInnen weniger als 60 Prozent der Bevölkerung. Annähernd zwei Millionen der 6,5 Millionen EinwohnerInnen waren SerbInnen, weitere 800.000 MuslimInnen, über 150.000 Deutsche und knapp 40.000 JüdInnen, UngarInnen, Roma und SlowenInnen. Die Ustaša (dt.: »Der Aufständische«) wollte mit Druck und Terror ein »serbenfreies« Großkroatien errichten. »Unerwünschte« Personen konnten willkürlich, ohne rechtsstaatliche Grundlage, für einen Zeitraum von drei Monaten bis zu drei Jahren in neu eingerichtete Arbeits- und Konzentrationslager eingewiesen werden. Viele Häftlinge in den Lagern starben infolge von Krankheit, Epidemien, Erschöpfung oder Misshandlung, bald kamen Massenexekutionen hinzu. Mit Terror »serbenfrei« weiterlesen »






























