Tausende gegen Marsch

6. November 2021

Am 18. September fand in Berlin der jährliche »Marsch für das Leben« statt. Neben dem AfD-Bundesvorstand hatte auch die Deutsche Bischofskonferenz zur Demo aufgerufen. Es nahmen einige tausend Menschen teil. Insbesondere sprachen sie sich gegen ein Recht auf Schwangerschaftsabbruch aus. Zu einer feministischen Gegendemonstration rund um das Brandenburger Tor und dezentralen Protesten erschienen nur etwas mehr Menschen. Laut Polizei kam es zu keinen Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen.

AfD-Spendenskandal II

6. November 2021

Das Ermittlungsverfahren gegen Alice Weidel zum Spendenskandal in Baden-Württemberg wurde eingestellt. Der deutsch-schweizerische Millionär Henning Conle spendete für Weidel über die Tarnfirma eines Schweizer Apothekers an die Landes-AfD. Einen Beweis für eine Absprache zwischen Spender und AfD konnten die Behörden nicht finden. Die Rücküberweisung durch die Partei erfolgte an das Tarnunternehmen. Über den Strafbescheid der Bundestagsverwaltung gegen die AfD (396.000 Euro) muss noch ein Revisionsgericht befinden.

Rechte beim Militär

6. November 2021

Die Kette neofaschistischer Vorfälle bei der Bundeswehr reißt nicht ab. Wegen »Rechtsextremismusverdachts« ermittelt, wie am 22. September bekannt wurde, der Militärische Abschirmdienst gegen den Referenten im Verteidigungsministerium, Jan Ganschow. Er soll Mitglied der ultrarechten Hamburger Burschenschaft »Germania« sein. Ganschow hatte in der Abteilung Strategie und Einsatz Zugang zu sicherheitsrelevanten Daten. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts hatte bereits im Oktober 2020 auf den damaligen Regierungsdirektor Ganschow und seine rechten Verstrickungen hingewiesen. Ähnliche Vorwürfe gab es gegen Soldaten des Bundeswehr-Wachtbataillons.

Diverserer Bundestag

6. November 2021

Der Anteil der Mitglieder im Bundestag (MdB) mit Migrationshintergrund stieg um ungefähr drei Prozentpunkte an. Mindestens 83 der 735 MdB haben eine Migrationsgeschichte, das sind etwa 11,3 Prozent. Die geschrumpfte Fraktion der Partei Die Linke hat einen Migrantenanteil von 28,2 Prozent. Bei der SPD sind es 17 Prozent. 13,6 Prozent der Grünen-MdB haben eine Migrationsgeschichte. Die AfD hat mit 7,2 Prozent nach wie vor einen höheren Anteil als die FDP (5,4 Prozent) und die Union (4,6 Prozent).

Monument eingeweiht

6. November 2021

Unter Anwesenheit von König und Premierminister wurde Ende September in Amsterdam das »Nationale Holocaust-Namenmonument« eingeweiht. 102.163 mit Namen, Geburtsdatum und Todesalter versehene Steine, die an insgesamt 380 Meter langen Mauern angebracht sind, bilden den Kern des Mahnmals. Neben über 100.000 als Jüdinnen und Juden Ermordeten wird auch 220 getöteten Roma gedacht. 15 Jahre hat es gebraucht, bis das Monument als Werk von Daniel Libeskind, der selbst 85 Familienangehörige in der Shoah verlor, der Öffentlichkeit übergeben werden konnte.

Halle: Der Opfer gedacht

6. November 2021

Mehrere hundert Menschen kamen am 9. Oktober zu einem Gedenken an die Opfer des Terroranschlags von 2019. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) warnte in seiner Rede die Gesellschaft vor dem Vergessen und Verharmlosen rechter Gewalt. Der inzwischen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilte Stephan Balliet hatte versucht, ein Massaker in einer Synagoge anzurichten. Als dies misslang, erschoss er zwei Menschen.

Gewerkschaft im Visier

6. November 2021

Italienische Neofaschisten der Partei »Forza Nuova« griffen am 9. Oktober nach einer Anti-Corona-Demo das Hauptquartier der Gewerkschaft CGIL in Rom an. Sie verwüsteten die Büros, zerstörten Inventar und rissen Bilder von den Wänden. Angeführt hat den Zug Roberto Fiore, Parteivorsitzender von »Forza Nuova«. Der Angriff erinnert an den Terror der Schwarzhemden unter Mussolini vor hundert Jahren. Die Linke beantragte ein Verbot der Partei.

Erinnern an Ravensbrück

geschrieben von Rosel Vadehra-Jonas

6. November 2021

Das Gedenken an die Opfer des Frauenkonzentrationslagers geht auch in Corona-Zeiten weiter

Im vorigen Jahr mussten sowohl das Internationale Ravensbrück-Komitee (IRK) als auch die Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis (LGRF) ihre Zusammenkünfte online durchführen. In diesem Jahr war es wieder möglich, unter Beachtung der Corona-Bestimmungen und mit Unterstützung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (MGR) Treffen mit Anwesenheit zu organisieren.

Das IRK tagte sodann Anfang September in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Die 15 Teilnehmenden waren aus neun europäischen Ländern angereist. Wegen strenger Corona-Auflagen konnten die Mitglieder aus Russland, der Ukraine, Polen und Ungarn nicht teilnehmen. Entschuldigt waren auch die Delegierten aus den Niederlanden und aus Belgien. Erinnern an Ravensbrück weiterlesen »

Wege der Opfer

geschrieben von AK Wulkow der VVN-BdA Märkisch-Oderland

6. November 2021

Antifaschistisches Wanderseminar: Das Theresienstädter Außenlager Wulkow

Vom 8. bis 10. Oktober 2021 fand das erste antifaschistische Wanderseminar der VVN-BdA Märkisch-Oderland statt. Thematisch im Mittelpunkt standen das Theresienstädter Außenlager Wulkow sowie eine bemerkenswerte Episode aus der Geschichte des beschaulichen Kurortes Buckow im Jahr 1945. Höhepunkt war die Begegnung und das Zeitzeugengespräch mit Hanuš Hron, Überlebender des Ghettos Theresienstadt und des Außenlager Wulkows. Inhaltlicher Einstieg für die rund 40 Teilnehmer*innen aus der Region und dem gesamten Bundesgebiet war am Freitag eine Filmvorführung zu Wulkow mit anschließender Diskussion.

Am Samstag wurden die Teilnehmer*innen nach dem Frühstück vom buntbemalten Bus »Otto« des KulTus e. V. aus Buckow abgeholt und ins 18 Kilometer entfernte Hermersdorf gefahren – dort stießen noch einige Wander*innen zur Gruppe hinzu. Der Startpunkt stand im Zusammenhang mit einer 1995 eingeweihten Gedenktafel für die jüdischen Inhaftierten in Wulkow und einem weiteren Lager an der Straße zwischen Wulkow und Hermersdorf. Nach der Begrüßung durch Tanja Kinzel und Nils Weigt vom frisch gegründeten Arbeitskreis (AK) Wulkow ging es bei Sonnenschein und herbstlichen zehn Grad los in Richtung Wulkow. Wege der Opfer weiterlesen »

Aufnahmen mit Haltung

geschrieben von Jochen Vogler

6. November 2021

R-mediabase – das Portal für kritischen Bildjournalismus besteht nunmehr seit zehn Jahren

Die Eintragung mit der Nr. 17.006 Ende November 2011 im Vereinsregister beim Amtsgericht Köln ist die offizielle »Geburtsurkunde« von R-mediabase. Zur Gründungsversammlung im Juli hatten sich Fotoaktivist:innen, von denen die meisten zuvor beim Bundesverband Arbeiterfotografie (af) engagiert waren, getroffen. Ausgetreten aus diesem Verband waren oder ausgestoßen wurden sie, weil sie die zunehmend eigentümlichen politischen Inhalte, verbreitet über das von zwei Leuten aus Köln betriebene Internetportal der Arbeiterfotografie, nicht mehr mittragen konnten und wollten. Aufnahmen mit Haltung weiterlesen »

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