Die AfD betreibt in den Landes-Parlamenten und auch in kommunalen Parlamenten mit Anträgen und Anfragen gezielte Kampagnen gegen zivilgesellschaftliche Kräfte, mit der Absicht, die betreffenden Initiativen, Gruppen und Vereine zu diffamieren und ihnen öffentliche Unterstützung und Mittel zu entziehen. Träger und Akteure zivilgesellschaftlicher und kultureller Aktivitäten werden »diffamiert und angefeindet, sollen eingeschüchtert und verängstigt, ihr Engagement soll beschnitten und ihre Handlungsspielräume eingeengt werden«, heißt es in der Bilanz der Untersuchungen von einer Arbeitsgruppe der Marburger Universität unter Leitung der Extremismusforscher Benno Hafenegger und Hannah Jestädt.
Kein Geld für NPD
7. Oktober 2019
Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung haben gemeinsam beim Bundesverfassungsgericht beantragt, die NPD wegen der vom Gericht festgestellten Verfassungsfeindlichkeit von der staatlichen Parteienfinanzierung auszuschließen. Zuvor muss das Gericht jedoch über eine Klage der NPD gegen die im Juni 2017 beschlossene Grundgesetzänderung entscheiden, die den Ausschluss einer verfassungsfeindlichen Partei aus der staatlichen Finanzierung ermöglicht. Abgewiesen hat das Bundesverfassungsgericht bereits die Klage der NPD gegen die von der Bundestagsverwaltung verfügte Strafzahlung in Höhe von 1,27 Millionen Euro, die bereits eingezogen wurde. Im abgelaufenen Jahr 2018 erhielt die NPD aus staatlichen Mitteln rund 880.000 Euro.
Günstig für Nazis
7. Oktober 2019
Abgelehnt hat es die Staatsanwaltschaft Dortmund, Ermittlungen gegen die Neonazi-Partei »Die Rechte« einzuleiten. Das hatte der Landesverband Jüdischer Gemeinen gefordert wegen des Plakattextes »Israel ist unser Unglück!«, das der Naziparole »Die Juden sind unser Unglück« entspreche. Auf einem zweiten Plakat war zu lesen: »Wir hängen nicht nur Plakate!«, darunter kleingedruckt: »Wir kleben auch Aufkleber«. Beide Plakatversionen wurden vom Oberverwaltungsgericht Münster untersagt. Die Staatsanwaltschaft Dortmund erklärte nunmehr, für strafrechtliche Ermittlungen bestünden höhere Anforderungen. Wenn der Text verschiedene Deutungen zulasse, müsse die für den möglichen Täter günstigste Auslegung gewählt werden.
Recht für Neonazis
7. Oktober 2019
In Hessen hatte die Gemeinde Ranstadt im Europawahlkampf verfügt, dass NPD-Plakate zu entfernen seien, auf denen stand: »Stoppt die Invasion. Migration tötet. Widerstand jetzt«, weil sie den Tatbestand der Volksverhetzung erfülle und eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit darstelle. Die NPD erhob dagegen im Nachhinein Klage und bekam nunmehr vom Verwaltungsgericht Gießen Recht. Das Gericht erklärte, der NPD-Text lasse eine eindeutige Aufforderung zur Gewalt gegen Ausländer »nicht zweifelsfrei« erkennen. Zudem könne sich die NPD auf ihre Rechte als Partei berufen, Wahlkampf zu betreiben. Das Bundesverfassungsgericht habe die NPD zwar als verfassungsfeindlich eingestuft, aber nicht verboten.
IG Metall-Seminare
4. Oktober 2019
Zur Verstärkung des Kampfes gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus bietet die IG Metall für 2020 erneut Seminare an. Auf Anfrage können diese auch vor Ort in Betrieben und Geschäftsstellen durchgeführt werden. Zur Kofinanzierung betrieblicher Aktionen gegen Rassismus gibt es einen Aktionsfonds. Das neue Bildungsprogramm erscheint Mitte September.
Bastionen gegen Rechts erhalten
4. Oktober 2019
antifa-Gespräch mit Heinz Ratz von der Band »Strom und Wasser«
antifa: Wie bist du auf die Idee gekommen, für soziokulturelle Zentren und Jugendhäuser in Sachsen Spenden zu sammeln?
Heinz Ratz: In Sachsen, Thüringen und Brandenburg – dort finden in diesem Jahr Wahlen statt und die Prognosen sagen voraus, dass die rechten Parteien erneut triumphieren werden. Wenn man sich ausrechnet, dass die mittlerweile in Sozialausschüssen, Kulturgremien, Kommunalparlamenten mit erheblicher Einflussnahme sitzen, kann man sich vorstellen, wie sie ihren Kampf gegen eine weltoffene, basisdemokratische, selbstverwaltete Soziokultur führen: nämlich mit dem Einfrieren von Fördergeldern, mit der Kündigung von Sozialarbeitern, mit der Überprüfung von Brandschutzbestimmungen. Ich habe einfach nach den Orten gesucht, die den wichtigsten Widerstand gegen eine immer faschistischer und rassistischer denkende Gesellschaft darstellen: und das sind eben die selbstverwalteten Jugendhäuser und soziokulturellen Zentren. Bastionen gegen Rechts erhalten weiterlesen »
Erlass genügt nicht
4. Oktober 2019
Nach jahrzehntelangen erheblichen Schwierigkeiten bei der Einbürgerung von NS-Verfolgten und deren Nachkommen soll nunmehr die Einbürgerung von durch die Nazis Vertriebenen, Verfolgten und derer Nachkommen erleichtert werden. Das Bundesinnenministerium plane eine entsprechende »großzügige Erlassregelung«. Bislang war eine Einbürgerung nach dem abgelaufenen Stichtag im Jahre 1970 in der Regel nur noch dann möglich, wenn den Betroffenen oder ihren Vorfahren die deutsche Staatsbürgerschaft von den Nazis entzogen worden war. Trotz der angekündigten Verbesserung, die wiederum nicht für alle Fälle gilt, fehlt nach wie vor ein gesetzlicher Anspruch.
»Gefährdung auszuschließen«
1. Oktober 2019
Zum Umgang mit Rechtsterrorismus in Mecklenburg-Vorpommern
»Rechte in Mecklenburg-Vorpommern: Razzia bei Nordkreuz-Administrator«
»Leichensäcke bestellt?: Neuer Verdacht gegen Nordkreuz«
»Ermittlungen gegen Prepper-Gruppe
Nordkreuz: Geschasster Güstrower Schießaus-bilder sagt: Ich bin ein Baueropfer«
»Nordkreuz-Mitglieder bleiben Reservisten«
»Informationspolitik zu ›Nordkreuz‹-Listen wirft Fragen auf«
Dies sind nur einige Schlagzeilen aus den Medien im Juli 2019.Doch das mutmaßlich rechtsextreme Prepper-Netzwerk »nordkreuz« beschäftigt uns nun schon fast zwei Jahre. Das Problem wurde zum Dauerthema im Innenausschuss des Landtages. Im Innenministerium wurde eine Expertenkommission eingesetzt. Zahlreiche Kleine Anfragen wurden gestellt um Licht ins Dunkel zu bringen. Mit wenig bis gar keinem Erfolg. »Gefährdung auszuschließen« weiterlesen »
Im Regierungsmodus
1. Oktober 2019
Der »unaufgeregte« Militarismus der AfD
Auch öde Pressekonferenzen können erhellend sein. Eine solche fand am 26.6. in Berlin statt, als der »Arbeitskreis Verteidigung« der AfD-Bundestagsfraktion sein Papier »Streitkraft Bundeswehr« der Öffentlichkeit vorstellte. Fünf Herren, allesamt Ex-Militärs, in der Mitte Frontmann Rüdiger Lucassen, führten nicht nur äußerlich stocksteif vor, wie man so etwas nicht macht. Christian Lüth, dem eigenen Pressesprecher gefiel das Ganze offenbar auch überhaupt nicht. Flegelhaft suchte er seine Abgeordneten zu mehr Wumms zu bewegen, ohne Erfolg. Und der Kontrast zwischen diesem Rüpel und den biederen Herren ist es, der aufmerken lässt. Hier der Öffentlichkeitsarbeiter, der genau weiß, dass seine faschisierte Partei das ins Hysterische kippende Extrem braucht – dort, ja was?
Die zahlreichen Ex-Militärs in der AfD – geschätzt werden 2.000 von 35.000 Mitgliedern – bilden das ganze Spektrum der Partei ab. Es reicht vom Flügel-Frontmann und Ex-Fallschirmjäger Andreas Kalbitz bis zu Georg Pazderski oder Uwe Junge, der von »roten Linien« gegen die Extremisten in den eigenen Reihen spricht, wozu ganz sicher Kamerad Kalbitz gehört. Im Regierungsmodus weiterlesen »
Militante Querverbindungen
1. Oktober 2019
Das rechte Netzwerk »Hanibal« und die »Sicherheitsbehörden«
Lange Zeit galten die Prepper von »Nordkreuz« in Mecklenburg-Vorpommern, ähnlich wie die Reichsbürger, als harmlose Spinner. Warum sollte jemand gefährlich sein, der Lebensmittel und Sprit hortet? So dachte wahrscheinlich nicht nur die Innenbehörde im nordöstlichen Bundesland. Doch mit der Festnahme des Offiziers Franco A. am Wiener Flughafen, der dort eine Pistole auf der Toilette versteckt hatte, hat sich ein Teil eines rechten Netzwerkes entblättert, das tief in die Innenbehörden reicht. Wie sonst wäre zu erklären, dass Festnahmen von verdächtigen Preppern in Mecklenburg-Vorpommern auf Veranlassung der Bundesanwaltschaft ohne Wissen der örtlichen Polizei erfolgten und auch Innenminister Caffier erst kurz vor der Aktion eingeweiht wurde. Tatsächlich hatten Beschuldigte aus dem Norden auch Waffen und Munition gebunkert, darunter 20.000 Schuss aus Polizeibeständen. Die Verdächtigen fabulierten über Internierungslager im Krisenfall, für die sie geeignete Orte suchten und über die Internierung und Erschießung von Linken.
In diesem Zusammenhang wurden auch sogenannte Feindeslisten gefunden, mit Hinweisen, die wiederum teilweise nur aus Polizeiquellen stammen können. Die Bundesanwaltschaft hatte angegeben, dass derartige Feindeslisten nicht vorhanden wären. Das nahm Innenminister Caffier zum Anlass, wegen der öffentlichen Diskussion seine Parlamentskollegen und weitere Personen darüber zu informieren, was letztlich bestätigte, dass es bedrohliche Listen rechter Netzwerke gegeben hatte. Militante Querverbindungen weiterlesen »



























