Orte gegen das Vergessen

geschrieben von Hans Canjé

5. September 2013

Weilburger Pädagogenseminar zu Gedenkstätten als
„außerschulischer Lernort“

Juli-Aug. 2007

Die Gedenkstätte Dachau hat insgesamt nur noch sechseinhalb Personalstellen, in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg mussten Mitarbeiter entlassen werden.

Der Bericht will, dies vorweg, keinen Anspruch auf Vollständig erheben. Zu umfangreich war die Palette der Themen, die auf diesem 47. bundesweiten Gedenkstättenseminar umfangreich diskutiert wurden. Ihre Aktualität steht außer Frage. Denn: „Mit den neuen Lehrplänen scheint grundsätzlich weniger Zeit für die Behandlung der Geschichte des Nationalsozialismus zur Verfügung zu stehen, besonders in den Gymnasien.“ So zu lesen in einer vom „Gedenkstätten Rundbrief“ (2/2007) veröffentlichten Untersuchung über die “ Verankerung von Gedenkstättenbesuchen im Unterricht“. Zudem sei „eine Einsparung gerade an den Stellen im Lehrplan zu befürchten, die Gedenkstättenexkursionen vorsehen, deren Zeitaufwand die Begrenzung der Stundenzahl übersteigen würde“. Damit sind Probleme benannt, vor die sich sowohl die pädagogischen Mitarbeiter der Gedenkstätten als auch die Lehrer gestellt sehen, die an den Bildungseinrichtungen des Landes speziell mit der Geschichte des „Dritten Reiches“ befasst sind.

65 Prozent der jährlich etwa 800 000 Besucher der Gedenkstätten auf dem Gelände des ehemaligen faschistischen Konzentrationslagers Dachau sind Schüler. Ähnlich sieht es in den anderen Gedenkstätten aus. Eine große Herausforderung für die pädagogische Arbeit an diesen Orten, nicht zuletzt auch darum, weil die dafür zur Verfügung stehenden Mittel in den letzten Jahren ständig gekürzt wurden. Das hat zum einen dazu geführt, dass die Zahl der dort tätigen Pädagogen zurückgegangen ist, zum anderen die noch Tätigen mit Arbeit überlastet sind.

Es spricht für das Engagement der über 100 Pädagogen und Studierenden, die an diesem Seminar teilnahmen, dass diese bedenkliche Situation die Debatten während der Diskussionen zum Thema „Schulen und Gedenkstätten“ weder in den Vorträgen noch in den Arbeitsgruppen dominierte. Der lebhafte Beifall allerdings für Dr. Martina Tschirner von der Fuldaer Freiherr-vom-Stein-Schule: „Wir sollten uns nicht damit abfinden, dass Veränderungen in den Schulen immer wieder verbunden sind mit ökonomischen Problemen, rigideren Sparmaßnahmen“ in der Schlussrunde des Seminars, wird in den zuständigen ministeriellen Dienststellen (von dort war kaum jemand präsent) hoffentlich vernommen..

Diese Schlussrunde fand übrigens in der Stadthalle von Hadamar nach einem Besuch der dortigen Gedenkstätte statt. Hier waren von November 1940 bis August 1941 über 10 000 Kranke in den Gaskammern der Landesheilanstalt ermordet worden. Danach wurden hier noch weitere 4 817 Kranke umgebracht. Eine in der Stadthalle angebrachte Chronik klammert diesen Teil der Stadtgeschichte allerdings aus.

„Es soll kein Gras darüber wachsen“, sagte eine Pädagogin auf die Frage, was sie motiviert, sich so nachhaltig mit dem Geschehen in den Jahren 1933-1945 zu beschäftigen, diese Geschichte jungen Menschen zu vermitteln. In der Summe der Vorträge, der Diskussionen in den fünf Arbeitsgruppen und bei der Vorstellung von Beispielen aus der alltäglichen Arbeit in den Schulen wie in den Gedenkstätten, ist damit ein Hauptanlieger der pädagogischen Arbeit benannt. Das hat auch dazu geführt, dass die Gedenkstättenpädagogik, wie Prof. Dr. Alfons Kenkmann von der Universität Leipzig in seinen „Überlegungen zum Umgang mit der Geschichte der NS-Verbrechen in Schulen und Gedenkstätten“ darlegte, „einen Stand erreicht hat, der sie in die Lage versetzt, den Schulen Angebote machen zu können“.

„Veränderte Schülerschaft?“ lautete das Thema einer anderen Arbeitsgruppe. Der Begriff meinte sowohl den in einigen Bundesländern gewachsenen Anteil von Schülern mit Immigrationshintergrund als auch all die Veränderungen, die sich durch die neuen Medien ergeben haben. Mit Angeboten von Projekttagen, projektbezogenen Arbeiten, die die jugendlichen Besucher durch ganz konkrete Forschungsarbeiten wie das Erkunden von Biographien oder die Spurensuche im eigenen Umfeld (etwa nach NS-Arbeitslagern oder einer einstigen Synagoge), heranführen sollen, haben viele Gedenkstätten bereits darauf reagiert. „Entdeckendes Forschen“ heißt diese Formel. „Veränderte Schülerschaft“ heißt aber auch, dass so mancher Lehrer seine Ansprüche an die Gedenkstätten verändern muß. Dazu gehört die eigene Vor – und Nachbereitung der Besuche und die Erkenntnis, dass ein Besuch z. B. in Buchenwald nicht automatisch aus einem ungebärdigen oder gar rechten Schüler einen guten Menschen macht.

„Ich sammle selbst!“

geschrieben von Thomas Willms

5. September 2013

Gedrängel beim Kirchentag, Schlammschlacht beim Pressefest

Juli-Aug. 2007

Nicht hinnehmbar

„Für mich ist das Thema NPD-Verbotsverfahren keineswegs erledigt. Dass der Steuerzahler über seine Steuern diese Verfassungsfeinde finanziert, ist nicht hinnehmbar.“

(Peter Struck, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, in der „Frankfurter Rundschau“ vom 7. Juli 2007)

Mit einigen Erwartungen hatten wir uns auf den Evangelischen Kirchentag in Köln Anfang Juni vorbereitet. Schon oft nahm die VVN-BdA, jeweils mit Hilfe der Kameraden vor Ort, an dem so genannten „Markt der Möglichkeiten“ der Kirchentage teil. Bei erbarmungsloser Hitze ging es diesmal in den klimatisierten Hallen angenehm zu.

Für die Kölner und anderen NRWler wurde es aber trotzdem ganz schön hektisch, sie waren aber auch hoch motiviert. Das Bild, wie sich ein halbes Dutzend Kameraden mit nonpd-T-Shirts und Klemmbrettern in die Menge warfen, werde ich so schnell nicht vergessen! Wir waren aber immer noch zu wenige. Bei aller Freude über die 2.400 Unterschriften, hätte man noch mehr Aktivisten gehabt, hätten es noch sehr viele mehr sein können. Während ein Passant angesprochen wurde, liefen gleich vier vorbei, da war einfach nichts zu machen.

Ohne Übertreibung kann man sagen, dass unser Stand mit seinen auffälligen Plakaten und Transparenten ein besonderer Anziehungspunkt war. Viele blieben einfach so stehen, überlegten was da wohl los wäre und ließen sich in 95% der Fälle ohne Umstände zur Unterschrift bringen. „Ja, das finde ich gut, da unterschreibe ich!“ war ein oft gehörter Ausruf. Gruppen von Jugendlichen aus ganz Deutschland quetschten sich vor unserem Stand und schleppten nicht selten noch weitere Freunde herbei. Aufpassen musste man nur, dass die Unterschriften korrekt getätigt wurden. Wenn Bedenken vorgebracht wurden, dann kam vor allem das „Untergrund-Argument“. Die Neonazis gingen nach einem Verbot ja „in den Untergrund“ und wären dann „nicht mehr zu kontrollieren.“ Dagegen half der Verweis auf die staatlichen Gelder für die NPD, und die Tatsache, dass von einer Kontrolle auch jetzt wohl keine Rede sein könne. Und dass die Illegalität so attraktiv nicht sein kann, wenn die NPD lieber im Hellen arbeitet.

In einigen wenigen Fällen kam es zu heftigen Diskussionen mit Besuchern, die wegen grundsätzlicher Demokratieüberlegungen gegen ein Verbot waren. Auch wenn diese Gespräche nicht immer zum Erfolg führten, machten sie doch zumindest Spaß und haben vielleicht bei dem einen oder anderen Gesprächspartner Nachdenklichkeit hinterlassen. Bedanken können wir uns bei unserer Kameradin Henny Dreifuss aus Düsseldorf, die in diesem Hexenkessel ein Zeitzeugengespräch durchführte.

Etwas anders war die Atmosphäre zwei Wochen später beim Pressefest der UZ. Heftige Regenschauer ließen alles im Matsch versinken. Glücklicherweise stand der liebevoll dekorierte und beworbene Infotisch etwas erhöht. Unter dem im Schnitt älteren und politischeren Publikum fanden sich viele, die zum harten Kern der „Sammler“ zählen und das waren beileibe nicht nur VVN-BdA- Mitglieder. Die häufigste Antwort war denn auch „Ich habe schon unterschrieben.“, die zweithäufigste: „Ich sammle selbst!“ Auf Nachfragen bestätigte sich, dass offensichtlich in ganz Deutschland Menschen mit ihren eigenen Methoden auf Unterschriftenjagd sind. Die vielen kleinen Geschichten, Erfolgs- und manchmal Misserfolgserlebnisse, konnte man sich leider so schnell nicht merken. Auch beim Pressefest wurden an die 1000 Unterschriften gesammelt.

Ein dickes Lob an die Kameradinnen und Kameraden aus NRW, die diese Großaktionen mit ihrem Engagement und viel Begeisterung getragen haben.

Neue Erfahrungen gewonnen

geschrieben von Jürgen Weise, VVN - BdA Mecklenburg- Vorpommern, BO Rostock

5. September 2013

In Rostock gehen wir auf die Leute zu

Juli-Aug. 2007

Verbot muss sein

„Die Politik muss das Verbotsverfahren wieder aufnehmen. Weil sie die Partei nicht verbietet, sendet sie faktisch das Signal, dass die NPD eine Bestandsgarantie hat. Das ist ein fatales Zeichen der Resignation. Man muss den Kampf aufnehmen, alles andere ist hasenfüßig…

Die Forderung nach dem Verbot müssen und werden wir immer wieder stellen, wir Juden.“

(Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, in der „Frankfurter Rundschau“ vom 7.Juli 2007)

Zeitgleich mit der bundesweiten Eröffnung wurde am 27.Januar anlässlich der traditionellen Gedenkveranstaltung auch in Rostock am Ehrenmal für die Opfer des Faschismus die nonpd-Kampagne eröffnet. Parallel verschickten, bzw. verteilten wir den Aufruf in einem Rundbrief an alle Parteien, Gewerkschaften, Vereine und Organisationen, an die Fraktionen der Bürgerschaft und viele Einzelpersönlichkeiten der Stadt, mit der Bitte, ihn zu unterstützen. Beigelegt waren je ein Exemplar der antifa- Sonderausgabe zum Aufruf, 1 bis 2 Unterschriftslisten, die Erläuterung, dass und wo „Nachschub“ erhältlich ist und der Hinweis auf die Internetseite der Kampagne.

Zustimmung und aktive Unterstützung kamen nach kurzer Zeit vor allem von der Linkspartei, vom Rostocker Friedensbündnis, vom Verein „Bunt statt braun“, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Volkssolidarität, der GEW, VERDI und anderen. Besonders engagierten sich in Rostock auch der Ausländerbeirat, der selbst Postkarten mit dem Kampagnenlogo druckte und das Thema dem Bundesausländerbeirat vorstellte, sowie eine Reihe autonomer Antifas. Viele Partner veröffentlichten den Aufruf in ihren Publikationen und Internetseiten und kopierten selber Unterschriftslisten; auch die Geschichtswerkstatt Rostock publizierte den Aufruf der Erstunterzeichner in der Zeitschrift „Stadtgespräche“.

Die Mitglieder unserer BO sammelten mit Unterstützung Anderer Unterschriften auf Versammlungen und den verschiedensten Veranstaltungen, vor allem aber an unseren eigenen Info-Ständen während der Veranstaltungen zum 1. Mai und zum 8. Mai und natürlich besonders während der „Antigipfeltage“ in und um Rostock.

Besonders erfreulich war, dass bei diesen Veranstaltungen auch Jugendliche und Schüler spontan zu uns kamen, um Listen baten und in ihren Schulen, bzw. gleich vor Ort mit uns, gemeinsam Unterschriften sammelten. Wir haben so über 200 Unterschriftslisten zusätzlich kopiert und ausgegeben.

Wie viele Unterschriften unabhängig von uns und selbständig nach Berlin geschickt wurden und wer alles online unterschrieben hat, ist uns natürlich nicht bekannt. Über die BO selbst wurden bisher 203 Listen mit über 1600 Unterschriften an das Bundesbüro weitergeleitet, dazu liegen bis dato noch 22 weitere Listen vor, die während der großen Protestkundgebung gegen die Eröffnung eines Naziladens in der Hansestadt gesammelt wurden.

Das Sammeln von Unterschriften für ein erneutes NPD-Verbotsverfahren ist für uns aber nur die eine Seite, wesentlich sind vor allem die Erkenntnisse und Erfahrungen, die wir dabei gewonnen haben und die wir versucht haben, in den Gesprächen und auch vielen Auseinandersetzungen weiter zu vermitteln: Dazu gehörte zum Beispiel folgende Erkenntnis: Der Erfolg unserer Aktivitäten ist größer, wenn wir auf die Leute zugehen, sie ansprechen und nicht warten, bis sie – trotz aller Aufrufe – zu uns kommen.

Die Erfahrungen der nonpd- Kampagne kommen uns auch bei einer anderen, speziell Rostocker Aktion, zugute. Seit einiger Zeit gibt es – schon zum wiederholten Male – Bestrebungen rechter Kreise, in Rostock die Ilja-Ehrenburg-Straße umzubenennen. Der Oberbürgermeister der Hansestadt ließ bereits vor einigen Wochen in der Presse mitteilen, dass er demnächst einen Antrag zur Umbenennung der Straße in die Bürgerschaft einbringen lassen will. Inzwischen hat eine Ilja -Ehrenburg-Initiative, der auch wir angehören, in einem offenen Brief an den OB gefordert, den Straßennamen beizubehalten – mit ausführlicher Begründung. Dafür sammeln wir nun, gemeinsam mit anderen Unterstützern, ebenfalls Unterschriften und wollen vor allem Menschen in dem betreffenden Stadtteil über den Humanisten und Antifaschisten Ilja Ehrenburg aufklären.

Wir werden auch die Sommermonate für weiteres Unterschriftensammeln nutzen und spätestens um unseren Septembersonntag herum in den Endspurt starten.

„Lefft wie gschmiert!“

geschrieben von Georg Neubauer, Mitglied im KV Nürnberg

5. September 2013

In Nürnberg und drum herum

Juli-Aug. 2007

PS: Dass wir seit Beginn der Kampagne fünf neue Mitglieder gewonnen haben, hat möglicherweise nicht nur mit der Kampagne, aber sicherlich auch mit ihr zu tun!

NONPD – NPD-Verbot jetzt! Ein Info-Stand mit diesem Logo gut sichtbar aufgestellt, und schon stellen sich die ersten Bürgerinnen und Bürger an und wollen unterschreiben. Insbesondere viele junge Menschen. Wer es nicht glaubt, soll es probieren!

Zum Beispiel ein Info-Stand Samstag Nachmittag vor dem Nürnberger Fußballstadion beim Spiel des Clubs gegen den HSV: Ich hänge das Transparent auf und warte noch auf weitere Helfer an unserem Infotisch und schon kommen drei jüngere Besucher – nach ihren Klamotten heftige Clubfans – und fragen: Kann man dir helfen? Ja natürlich könnt ihr! Ich drücke ihnen zwei Tafeln mit Unterschriftslisten in die Hand und es dauert gerade 10 Minuten bis ich sie komplett ausgefüllt zurück erhalte. Mit weiteren vier Mitstreitern der Nürnberger VVN-BdA haben wir dann in knapp zwei Stunden über 400 Unterschriften gesammelt.

Zum Beispiel am letzten Wochenende auf dem sehr populären Nürnberger Südstadtfest. Wir haben inzwischen traditionell einen gemeinsamen Stand mit den Gewerkschaften Ver.di und IG-Metall. Ein wesentlicher Teil dabei dient der Verköstigung der Besucher – bei uns mit Frankenwein, Sekt und Cocktails. Wichtig war aber für uns immer die politische Information. Und diesmal stand einvernehmlich die Kampagne NPD-Verbot im Mittelpunkt.

Ein älterer Kollege von Ver.di, der mit mir am Samstag Nachmittag den Infostand betreute, wollte zu Recht erstmal informiert werden, was denn die Buchstaben VVN-BdA bedeuten. Kein Problem. „Und wenn ich schon am Infostand mitmache, dann muss ich wohl ja auch unterschreiben“. Auch das war schnell geklärt. Und anstatt hier mit dir rumzustehen, kann ich auch mal bei den Anwesenden an den Tischen Unterschriften sammeln. Man sah ihm an, dass er das zum ersten Mal machte. Aber nach vier Stunden war der Kollege richtig zufrieden. Gemeinsam hatten wir an diesem Tag über 400 Unterschriften gesammelt. Ein echtes Erfolgserlebnis!

Zum Beispiel: Die kleine Stadt Gräfenberg in der Fränkischen Schweiz wird seit einem dreiviertel Jahr einmal pro Monat von der NPD und ihrem Anhang heimgesucht. Zu den vielen pfiffigen und klugen Gegenaktionen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort, gehören inzwischen der Info-Stand der VVN-BdA und die Unterschriftensammlung zum NPD-Verbot wie selbstverständlich dazu. Der zuständige Landrat, der Bürgermeister und die allermeisten Mitglieder des Gemeinderats haben natürlich unterschrieben. Denn in Gräfenberg, oder auch seinerzeit in Wunsiedel, ist die NPD geradezu zur Landplage geworden. Nach Auffassung der allermeisten Bürger und Bürgerinnen hilft hier nur noch das Verbot dieser Partei. Vermutlich hat inzwischen die halbe Stadt unseren Appell unterschrieben.

Noch Mal: Wer es nicht glaubt, der soll es ausprobieren. Unsere NONPD-Kampagne ist ein richtiger Selbstläufer geworden. Kaum jemand, der an den Informationsständen der VVN-BdA unter dem Logo angesprochen wird, verweigert die Unterschrift.

„Es wird Zeit, dass jemand was gegen die Neonazis macht. Natürlich unterschreibe ich und hoffentlich hilft es auch“. Hoffentlich packen die Innenminister den Verbotsantrag nicht wieder so stümperhaft an, wie seinerzeit der Bundesinnenminister Schily“. – Das sind die Hauptbemerkungen am Info-Stand. Empörung ist durchwegs zu spüren, wenn auf die an die NPD gezahlten 1,2 Millionen Steuergelder verwiesen wird. Klar ist vielen dabei auch, dass selbst bei einem Erfolg der Kampagne das Problem Rassismus und Nationalismus nicht von heut auf morgen in unserem Land verschwindet. „Aber ka Geld homs mer und ihr Spielraum ist eingeengt!“ Darum geht’s!

Sind noch Listen da?

geschrieben von Raimund Gaebelein (Bremen)

5. September 2013

Die Kampagne in Bremen

Juli-Aug. 2007

Stimmen zur Kampagne von Besuchern der Kampagnen-Website:

24. März 2007, Essen

Ich würde mich sehr über die Sticker und Plakate freuen, da ich solche Aktionen gegen die NPD unterstützen möchte …

11.April 2007, Bremen

… anbei die Früchte unserer Ostermarschtätigkeit. Wir nähern uns in Bremen rasant (den) … 1.500 Unterschriften, … auch mit starker Unterstützung von außen …

9. Mai 2007, Hohen Neuendorf

… als ich bei meiner Freundin in Berlin-Spandau zu Besuch war, sah ich einen Eurer Aufkleber. (ich erstattete Anzeige gegen Nazi-Aufkleber) … Unsere Polizei in Brandenburg (MEGA) reagierte sofort und entfernte den Müll. Und nun der Hammer, die MEGA besuchte mich und bedankte sich für meine Mithilfe. Zwei wirklich engagierte Beamte erzählten mir völlig frustriert, dass die Staatsanwaltschaft Anzeigen gegen diesen Lügenaufkleber einfach einstellt. Ich denke, hier sollten wir gemeinsam handeln …

In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen hat das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum (apabiz) die Broschüre „Berliner Zustände 2006. Ein Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung“ veröffentlicht. Diese kann unter http://www.apabiz.de/publikation/Schattenbericht.pdf kostenlos aus dem Internet heruntergeladen oder gegen eine Schutzgebühr von 2 Euro unter folgender Adresse bestellt werden:

Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.v.

(apabiz), Lausitzerstr. 10, 10999 Berlin. www.apabiz.de

Auftakt war am 25. Januar im Anschluss an eine Protestaktion gegen den Bundeswehrempfang im Rathaus. Ein gut sichtbares Transparent „NPD-Verbot jetzt“, der Tisch mit den Unterschriftslisten- umlagert. Für die Presse war es weniger interessant. Gewerkschaftssekretäre, Theaterleute, Betriebsräte unterschrieben. Wir waren bei öffentlichen Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen mit unseren Listen dabei. Bei den ArcelorMittal Stahlwerken sammelte der Betriebsrat. Längst haben eine Reihe befreundeter Organisationen und Bündnisse sich der Unterschriftensammlung angenommen.

Eine originelle Möglichkeit hat eine junge Frau aus der DKP gefunden: sie geht mit ihren Listen durch die Straßenbahn und sammelt dort sehr erfolgreich. Bei Mahnwachen auf dem Marktplatz kommen in einer Stunde 30-40 Unterschriften zusammen, mehrere Hundert sind es bereits. An einem Montagnachmittag, so gegen Ende März, fragten eine Studentin und ein Punkrockmusiker nach Informationen und neuen Listen. „Ach ja, hier haben wir noch ein paar volle Listen. Wir haben in den letzten beiden Wochen bei unseren Konzerten im Nordwesten ein bisschen gesammelt.“ 489 Unterschriften waren es, ihr nächstes Ziel war Heiligendamm. Auch Schüler kamen, um Zeitungen zu holen und natürlich auch Listen. 121 Unterschriften kamen gerade per Post. Im Begleitschreiben stand: „Bei meinem letzten Besuch hatte ich ja nur wenige Listen dabei.“ Eine aktive Kameradin hat es sich zur Aufgabe gemacht ihre Nachbarn aufzusuchen. Sie hatte kürzlich Geburtstag. Als Geburtstagsgeschenk erbat sie sich von ihren Nachbarn volle Unterschriftenlisten. Sie ist überzeugt, 500 Unterschriften bekommt sie bis dahin zusammen.

Unmittelbar nach der Wahl hatte die Bremer VVN-BdA auf einer Werbefläche das NPD-Verbot gefordert und gegenüber dem Regionalfernsehen Buten und Binnen geäußert, dass wir von der neugewählten Bürgerschaft die Unterstützung für unser Anliegen erwarten. In einem Glückwunschschreiben an den wiedergewählten Bürgermeister Jens Böhrnsen drückte unsere Landesorganisation die Hoffnung aus, dass er sich der Initiative Eberhardt Körtings in Berlin anschließen möge. Nach der Bremen Bürgerschaftswahl und dem erfolgreichen Regierungswechsel werden wir uns noch einmal an die SPD-Bürgerschaftsfraktion wenden und sie an unser Gespräch im März erinnern.

„Menschliche Pinguine“

geschrieben von Ulrich Schneider

5. September 2013

Was darf islamophober Populismus?

Juli-Aug. 2007

Es ist über einen – leider – ganz normalen Vorgang in unserer Republik zu berichten. In Köln plant eine Islamische Gemeinde ein Gotteshaus zu errichten und die öffentliche Debatte der „braven Bürger“ treibt helle Blüten. Neben vielen anderen Sprüchen und Warnungen vor Überfremdung unseres „christlichen Abendlandes“ äußert sich ein Diskutant auch dazu, dass seine „Ästhetik beschädigt“ werde beim Anblick einer „von oben bis unten verhüllten Frau, eines menschlichen Pinguins“ – wohlgemerkt, dieser Vorwurf richtete er nicht gegen die in Köln zahlreich anzutreffenden katholischen Nonnen, sondern gegen eine Frau, die sich in traditionalistischer islamischer Kleidung auf Kölner Straßen bewegte.

Normalerweise würde man bei solchen Sprüchen zur Tagesordnung übergehen. Zu alltäglich sind bereits solch islamophobe Populismen, die an Stammtischen und in allen Spielarten rechter Ideologie verbreitet werden. In diesem Fall jedoch trat der Sprecher auf mit dem Impetus des Holocaust-Opfers, des Widerstandskämpfers – es war Ralph Giordano. Und anstatt solchen populistischen Unsinn zurückzuweisen, begannen die Medien zurückzurudern, er habe doch Begründungen dafür, ihm als NS-Verfolgten könne man doch nun wirklich keine rechtsextreme Gesinnung unterstellen. Und die FAZ meinte nun, man müsse doch Verständnis für die Furcht und Sorge der nichtmuslimischen Bevölkerung aufbringen, wenn selbst eine solche – über allen moralischen Zweifeln stehende – Person diese Kritik formuliere.

Offensichtlich ist die Tatsache, dass jemand Gegner des Naziregimes und in den 50er Jahren selbst Mitglied in der VVN war, kein Schutzschild, dass man populistischen Stimmungen folgt. In späteren Kommentaren zu seinen Äußerungen hat er seine Bemerkungen verbunden mit einer sicherlich berechtigten Kritik an fundamentalistischen Strömungen im Islam. Damit vertritt er demokratische Grundüberzeugungen, die fundamentalistische Positionen in allen Religionen zurückweisen. Seine Stichworte in der Moschee-Bau-Debatte waren und sind jedoch Öl in das Feuer der extremen Rechten von „Pro Köln“ und anderen Neofaschisten, die seit vielen Wochen in Köln – Ehrenfeld versuchen, die öffentliche Stimmung gegen den Bau anzuheizen und ihr politisches Süppchen darauf zu kochen. Wenn schon ein Ralph Giordano solche Dinge formuliere, dann dürfe man selber es doch erst recht sagen. Giordano wird sich fragen lassen müssen, ob er mit seiner Form der Kritik nicht dazu beigetragen hat, der Islamophobie, einer gegenwärtigen Form von Rassismus und Intoleranz, das Wort geredet zu haben.

Ein Gedanke zum Abschluss: Vor einigen Jahren sprach ich auf der Frankfurter Buchmesse mit Ralph Giordano, ob er nicht anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der VVN eine Grußansprache halten wolle. Er wies diese Bitte mit dem Hinweis zurück, solange ein stalinistischer Dogmatiker wie Peter Gingold in dieser Organisation etwas zu sagen habe, wolle er mit ihr nichts zu tun haben. Schon damals war es mehr als nur ein Gesinnungswandel des ehemaligen VVN-Mitglieds – ich hoffe, dass seine Kölner Polemik nur ein Ausrutscher ins rechtspopulistische Fahrwasser war.

Nazis in Deutschland

geschrieben von Dirk Bekemeier

5. September 2013

Tun wir etwas dagegen

Juli-Aug. 2007

Am 8. Mai 1945 war der Krieg vorbei. Der Faschismus war besiegt. Europa lag in Trümmern. Es hieß: „Nie wieder Faschismus!“. Über 60 Jahre später marschieren die braunen Horden wieder mit sozialen Parolen und werden für alle zum Problem. Dass Nazis gegen Sozialabbau auftreten ist aber kein neues Rezept. Sie traten schon einmal mit sozialen Versprechungen auf. Als die Nazis dann aber an der Macht waren, war von diesen Versprechungen nichts mehr zu spüren. Es breitete sich statt dessen Krieg und Elend aus. Die Nazis versuchen heute wie damals, ihre eigentlichen Ziele mit sozialer Demagogie zu kaschieren. Damals wurden die Gewerkschaften zerschlagen, Gewerkschafter wurden eingesperrt und Andersdenkende wurden mit Terror überzogen, statt sozialer Rechte gab es Zwangsarbeit. Gleichzeitig wurden die Banken und großen Konzerne reicher und mächtiger – was war daran sozial?

Die Nazis missbrauchen auch heute wieder die sozialen Ängste der Menschen, sie schüren Ausländerfeindlichkeit und Rassismus. Man denke daran, die Barbarei im zweiten Weltkrieg kostete 50 Millionen Menschenleben.

Ich kann nur sagen: „Treten wir den Nazis aktiv entgegen, enttarnen wir ihre Demagogie, und kämpfen wir alle gemeinsam für soziale Gerechtigkeit, Frieden und eine Welt ohne Nazis“.

Unverzichtbare Stimme

geschrieben von Peter Rau

5. September 2013

Vor 15 Jahren wurde die DRAFD gegründet

Juli-Aug. 2007

Vor 15 Jahren, am 26. Mai 1992, wurde in Berlin mit dem Verband Deutscher in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung „Freies Deutschland“ (DRAFD) die erste gesamtdeutsche Antifa-Organisation aus der Taufe gehoben. DRAFDs Gründungsmütter und -väter kamen aus der 1972 in Westdeutschland entstandenen Interessengemeinschaft ehemaliger deutscher Widerstandskämpfer in den vom Faschismus okkupierten Ländern (IEDW) und einer aus dem 1990 aufgelösten Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR hervorgegangenen Arbeitsgruppe, die deutsche Angehörige der gegen den Faschismus kämpfenden Armeen der Antihitlerkoalition, der Partisanenverbände und der Bewegung „Freies Deutschland“ in sich vereinte.

Der Verband, der seit seiner Gründung auch den Nachgeborenen offensteht und insbesondere junge Leute zur Mitarbeit einlädt, repräsentiert somit ein breites Spektrum zigtausender Antifaschisten verschiedenster Herkunft und Weltanschauung; personifiziert etwa in den rund eintausend Mitstreitern der französischen Rèsistance und den vielen hundert Exilanten, die Aufnahme in den regulären Streitkräften der gegen Hitlerdeutschland kämpfenden Staaten fanden, früheren Spanienkämpfern der Internationalen Brigaden oder Wehrmachtsdeserteuren, die sich in den okkupierten Ländern Partisanenverbänden anschlossen, oder Kriegsgefangenen und Emigranten, die die Reihen der in der Sowjetunion gegründeten und in vielen anderen Ländern bis nach Übersee wirkenden Bewegung „Freies Deutschland“ verstärkten. Diese Akteure und ihre jeweiligen Frontabschnitte in den Kämpfen gegen die Nazibarbarei und den faschistischen Krieg nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, war – und ist – das zentrale Anliegen der DRAFD-Mitglieder. Und das umso mehr, je einseitiger in der erweiterten Bundesrepublik deutscher Widerstand auf eine Handvoll Meuterer in Uniform reduziert und insbesondere der kommunistisch inspirierte Kampf als nicht ehr- bzw. traditionswürdig ausgeblendet und diffamiert wird.

Historisch gesehen sind anderthalb Jahrzehnte natürlich kaum der Rede wert. Doch was die inzwischen hoch betagten Veteranen um den 1909 geborenen DRAFD-Vorsitzenden Ernst Melis und den erst kürzlich im Alter von 90 Jahren verstorbenen Peter Gingold seither geleistet haben, ist absolut geschichtsträchtig und mehr als nur aller Ehren wert. So dokumentierten die auch international beachteten und außerhalb der BRD gezeigten Ausstellungen über die weltweite Bewegung „Freies Deutschland“ und über den Kampf Deutscher in der Résistance höchst eindrucksvoll das Anliegen ihres Verbandes. Dafür stehen ebenso die beiden Standardwerke „Im Bunde mit dem Feind“ (1995) und das biographische Lexikon „Gegen Hitler“ mit rund 1500 Kurzbiographien (2005). Und eigene Vortragsreisen wie die Teilnahme von Verbandsmitgliedern an wissenschaftlichen Kolloquien und Tagungen auch im Ausland, sowie an zentralen Gedenkveranstaltungen – etwa in den Jahren 2000 und 2005 in Moskau oder 2004 in der Normandie. Dazu kommt eine Vielzahl von DRAFD- Mitgliedern bestrittener Podiumsdiskussionen und Zeitzeugengespräche, insbesondere mit jungem Publikum.

Doch alles in allem ist der Verband überschaubar geblieben – über Jahre hinweg übrigens auch für den Verfassungsschutz (im aktuellen Bericht für 2006 findet der „linksextremistisch-kommunistische Traditionsverein“ keine Erwähnung mehr). Nur eine winzige Bastion gegen die schiere Übermacht der staatlich geförderten Geschichtsumdeuterei, deren leise, aber nichtsdestoweniger unverzichtbare Stimme gelegentlich auch die offizielle Politik dazu zwingt, Farbe zu bekennen.

Antifaschismus in Europa

geschrieben von U. Schneider

5. September 2013

Juli-Aug. 2007

Die Dokumentation ist im Pahl-Rugenstein-Verlag, Bonn erschienen.

Der Ladenpreis beträgt 12,00 €. Mitglieder der FIR können den Band über die FIR für 10,00 € (zuzüglich Porto) erhalten.

Bestellungen der Mitgliedsverbände liefern wir zu Sonderkonditionen aus.

Ende Mai erschien die Dokumentation der gemeinsamen Konferenz der FIR und der GUE/NGL- Fraktion im Europäischen Parlament „60+1 Jahr Antifaschismus in Europa“. Unter den Überschriften Die politische Gefahr der extremen Rechten, die politische Arbeit der antifaschistischen Verbände, Umgang mit Geschichte und Gedenkstätten und Herausforderungen und Perspektiven des antifaschistischen Kampfes heute, sind auf 136 Seiten alle eingereichten Beiträge der Konferenz in deutscher Sprache abgedruckt.

Auch einige Monate nach der Konferenz sind diese Texte immer noch von großer Aktualität, da sich die politischen Probleme, zu denen sie Stellung nehmen, nicht grundlegend verändert haben. Dabei sind die Texte eindrucksvolle Zeichen der politischen Vielfalt der Arbeit der Mitgliedsverbände der FIR in Ost-, Mittel- und Westeuropa. Eine zweisprachige Ausgabe in englischer und französischer Sprache ist für den Herbst in Vorbereitung.

Janusköpfiger Putin

geschrieben von Hans Canje

5. September 2013

Widersprüche in Russlands Denkmalspolitik

Juli-Aug. 2007

Als Russlands Präsident Wladimir Putin und seine Regierung massiven Protest gegen die Umsetzung des Denkmals für die im Kampf um die Befreiung Estlands vom Faschismus gefallenen Rotarmisten und die Umsetzung des dazugehörenden Massengrabs in der estischen Hauptstadt Tallin erhob, war er sich des Beifalls und der Unterstützung der internationalen antifaschistischen Bewegung sicher. Jene, die heute die Denkmäler für die Helden des Krieges gegen den Faschismus besudeln, so Putin dazu am 9. Mai in Moskau, beleidigen das eigene Volk. Mit Genugtuung vernahmen Antifaschisten auch eine Grußbotschaft des russischen Präsidenten an die DRAFD, die Vereinigung der Deutschen, die in den Reihen der Resistanze, den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung „Freies Deutschland“ gegen den deutschen Faschismus gekämpft haben, zum 15. Gründungstag ihrer Vereinigung am 26. Mai. Da schmerzt es um so mehr, wenn zur gleichen Zeit aus Russland Nachrichten wie diese kommen:

Im Moskauer Vorort Chimki wurde gegen den Protest der Bevölkerung ein Denkmal für die in der Schlacht um Moskau gefallenen Kampfflieger und die Umsetzung ihrer Gebeine umgesetzt. Ein Einkaufszentrum soll hier entstehen.

An einer 1994 auf dem Nahe der Metrostation Sokol liegenden Friedhof der orthodoxen Kirche „Allerheiligen“ angebrachten Gedenktafel für den SS-General von Pannewitz und weißgardistische Generale, die auf Seiten der faschistischen Truppen gekämpft hatten, fand am 9. Mai unter dem Schutz der Miliz und der Moskauer Stadtverwaltung eine Totenmesse samt Ehrenwache statt. Sie seien für den Glauben und das Vaterland“ gefallen, steht auf der Tafel, die, so die Inschrift weiter, „mit dem Segen der heiligen russischen rechtgläubigen Kirche und der Unterstützung einer Gruppe deutscher Veteranen des Zweiten Weltkrieges und russischer weißer Emigranten errichtet worden ist. Eine von den Behörden genehmigte Mahnwache gegen diese Ehrung der Kollaborateure demonstrativ am Tag des Sieges über den Faschismus, wurde von der Miliz behindert.

Russland ist groß und der Zar ist weit, sagt ein altes Sprichwort. So groß aber ist Russland nicht mehr und so weit sind die beiden Vororte vom Kreml auch nicht entfernt, als dass sie dem Präsidenten außer Sicht geraten könnten.

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