NATO-Generäle schreiben Romane. »Military Thriller« als Science-Fiction-Genre
Kaum in Pension, lieferte der zweithöchste NATO-General, der Brite Richard Shirreff, 2016 einen Roman über den nächsten Krieg mit Russland. Dies war vermutlich Ansporn für seinen guten Bekannten, den ehemals höchsten NATO-Militär, General James G. Stavridis, ihm nachzueifern und seinerseits den nächsten Weltkrieg und zwar mit der VR China aufs Papier zu bringen.
Die stark angloamerikanisch geprägten »Military Thriller« bilden streng genommen eine Untergruppe der Science-Fiction, wobei ihre Handlungen typischerweise in der »nahen Zukunft« angesiedelt sind. In jeder Hinsicht ist das Genre dem tatsächlichen Militär eng verbunden und damit natürlich im weitesten Sinne promilitär, wenn nicht offen militaristisch. Seine Autoren (weibliche scheint es zumindest unter Klarnamen nicht zu geben) pflegen enge Kontakte zum Militär, und umgekehrt werden die Romane insbesondere sehr häufig von Angehörigen der Streitkräfte gelesen. Wie Thriller im allgemeinen folgen sie Konventionen: Harte Kerle (mittlerweile häufig weiblichen Geschlechts) treffen einsame Entscheidungen, um den Angriff eines finstere Absichten hegenden Gegners zurückzuschlagen. Dieser verfügt außer dem Überraschungsmoment häufig noch über weitere taktische Vorteile, die die clevere amerikanische Seite zu überwinden hat, was gerne viele hundert Seiten lang anhält. Sozusagen dankbar aufgenommen (endlich mal wieder ein anständiger Gegner) werden die chinesischen und besonders die russischen Aufrüstungsprogramme mit ihrem Schwerpunkt auf futuristischen Waffensystemen, was die althergebrachte Rollenzuschreibung von Ost und West umkehrt. Die frühere US-amerikanische technologische Überlegenheit ist jedenfalls im Roman erledigt. Rückkehr der Atomwaffe weiterlesen »






























