Italienische Neofaschisten der Partei »Forza Nuova« griffen am 9. Oktober nach einer Anti-Corona-Demo das Hauptquartier der Gewerkschaft CGIL in Rom an. Sie verwüsteten die Büros, zerstörten Inventar und rissen Bilder von den Wänden. Angeführt hat den Zug Roberto Fiore, Parteivorsitzender von »Forza Nuova«. Der Angriff erinnert an den Terror der Schwarzhemden unter Mussolini vor hundert Jahren. Die Linke beantragte ein Verbot der Partei.
Erinnern an Ravensbrück
6. November 2021
Das Gedenken an die Opfer des Frauenkonzentrationslagers geht auch in Corona-Zeiten weiter
Im vorigen Jahr mussten sowohl das Internationale Ravensbrück-Komitee (IRK) als auch die Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis (LGRF) ihre Zusammenkünfte online durchführen. In diesem Jahr war es wieder möglich, unter Beachtung der Corona-Bestimmungen und mit Unterstützung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (MGR) Treffen mit Anwesenheit zu organisieren.
Das IRK tagte sodann Anfang September in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Die 15 Teilnehmenden waren aus neun europäischen Ländern angereist. Wegen strenger Corona-Auflagen konnten die Mitglieder aus Russland, der Ukraine, Polen und Ungarn nicht teilnehmen. Entschuldigt waren auch die Delegierten aus den Niederlanden und aus Belgien. Erinnern an Ravensbrück weiterlesen »
Wege der Opfer
6. November 2021
Antifaschistisches Wanderseminar: Das Theresienstädter Außenlager Wulkow
Vom 8. bis 10. Oktober 2021 fand das erste antifaschistische Wanderseminar der VVN-BdA Märkisch-Oderland statt. Thematisch im Mittelpunkt standen das Theresienstädter Außenlager Wulkow sowie eine bemerkenswerte Episode aus der Geschichte des beschaulichen Kurortes Buckow im Jahr 1945. Höhepunkt war die Begegnung und das Zeitzeugengespräch mit Hanuš Hron, Überlebender des Ghettos Theresienstadt und des Außenlager Wulkows. Inhaltlicher Einstieg für die rund 40 Teilnehmer*innen aus der Region und dem gesamten Bundesgebiet war am Freitag eine Filmvorführung zu Wulkow mit anschließender Diskussion.
Am Samstag wurden die Teilnehmer*innen nach dem Frühstück vom buntbemalten Bus »Otto« des KulTus e. V. aus Buckow abgeholt und ins 18 Kilometer entfernte Hermersdorf gefahren – dort stießen noch einige Wander*innen zur Gruppe hinzu. Der Startpunkt stand im Zusammenhang mit einer 1995 eingeweihten Gedenktafel für die jüdischen Inhaftierten in Wulkow und einem weiteren Lager an der Straße zwischen Wulkow und Hermersdorf. Nach der Begrüßung durch Tanja Kinzel und Nils Weigt vom frisch gegründeten Arbeitskreis (AK) Wulkow ging es bei Sonnenschein und herbstlichen zehn Grad los in Richtung Wulkow. Wege der Opfer weiterlesen »
Aufnahmen mit Haltung
6. November 2021
R-mediabase – das Portal für kritischen Bildjournalismus besteht nunmehr seit zehn Jahren
Die Eintragung mit der Nr. 17.006 Ende November 2011 im Vereinsregister beim Amtsgericht Köln ist die offizielle »Geburtsurkunde« von R-mediabase. Zur Gründungsversammlung im Juli hatten sich Fotoaktivist:innen, von denen die meisten zuvor beim Bundesverband Arbeiterfotografie (af) engagiert waren, getroffen. Ausgetreten aus diesem Verband waren oder ausgestoßen wurden sie, weil sie die zunehmend eigentümlichen politischen Inhalte, verbreitet über das von zwei Leuten aus Köln betriebene Internetportal der Arbeiterfotografie, nicht mehr mittragen konnten und wollten. Aufnahmen mit Haltung weiterlesen »
Mit Verboten gegen die VVN
6. November 2021
Ein exemplarisches Fundstück aus dem Bundesarchiv der VVN-BdA
Die Stadt Frankfurt/Main hat im Leben der VVN immer eine besondere Rolle gespielt. Hier wurde im März 1947 auf einer interzonalen Landeskonferenz ihr Dachverband gegründet, und bis 1990 befand sich die Bundesgeschäftsstelle in der Frankfurter Rossertstraße 4. Auch die im Jahr 2002 gegründete gesamtdeutsche VVN-BdA trifft sich oft und gern in Frankfurt, zuletzt im April zu ihrem 7. Bundes-kongress und demnächst wieder, am 26. März 2022, zur Feier des 75. Jahrestages ihrer Gründung. Mehrfach ist in den letzten Jahren der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) auf Veranstaltungen der VVN-BdA im Haus Gallus aufgetreten. Dieses Haus, in dem ab Dezember 1963 der erste Frankfurter Auschwitzprozess stattfand, ist für den Verband zu einem wichtigen, identitätsstiftenden Ort geworden. Das Bekenntnis zum Antifaschismus (sichtbar auch in der Verleihung der Johanna-Kirchner-Medaille der Stadt) und die langjährige Kooperation mit der VVN-BdA zeichnen den Magistrat der Stadt Frankfurt heute vor anderen Kommunen aus. Doch das war nicht immer so. Mit Verboten gegen die VVN weiterlesen »
Diffamierend? Kritisch?
6. November 2021
Zwei Reaktionen auf »Lebhaftigkeit verliehen«, antifa September/Oktober 2021
Im Artikel »Lebhaftigkeit verliehen« geht es um den bekannten kommunistischen Arbeiterkünstler Ernst Busch und sein Leben bzw. Wirken. Im Artikel gibt es einen kritischen Hinweis zu Buschs Haltung zur Sowjetunion während der Herrschaft Stalins. Auch die Verfolgung und Ermordung von Antifaschist*innen und Kommunist*innen in der UdSSR werden hierbei erwähnt. Diffamierend? Kritisch? weiterlesen »
Tödliche Konsequenz
6. November 2021
Antisemitismus in Deutschland bis 1933
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte sich auch in Deutschland der Antijudaismus in einen rassistisch legitimierten Antisemitismus. Stichwortgeber wurde Joseph Arthur de Gobineau, der mit seinem Werk »Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen« (1855) im Kontext des Kolonialismus zum ersten Mal ein geschlossenes rassistisches Weltbild begründete. Weitere Autoren leiteten daraus für die sich bildenden Nationalstaaten eine reaktionäre Legitimation ab. Diese definierten sich nicht nur über Territorium, Bevölkerung und Herrschaft, sondern zusätzlich über ein rassistisch bzw. völkisch überhöhtes Staatsvolk. Im Gegensatz dazu stand »der Jude«, der Vertreter des »Weltjudentums«, der sich angeblich in keinen völkischen Rahmen einbinden ließ.
Waren im Mittelalter »die Juden« der Inbegriff aller Schlechtigkeiten dieser Welt, so verkörperten »die Juden« in dieser Ideologie die negativen Seiten der Durchsetzung des Kapitalismus in Produktion und Gesellschaft. Schon damals entstand die von der Nazipropaganda aufgenommene Unterscheidung zwischen dem »schaffenden Kapital«, was natürlich mit der Nation und dem jeweiligen »Rasse«bild der Volksgemeinschaft verbunden war, und dem »raffenden Kapital«, dem (jüdischen) Finanzkapital, das sich nicht um die Belange der jeweiligen Nation kümmert, sondern allein dem Profitinteresse folgt. Tödliche Konsequenz weiterlesen »
Schlaglichter auf den alltäglichen Antisemitismus vor 1933 in Franken
6. November 2021
»Völkische Zeitungen und Versammlungsredner rühmen Nürnberg als Hochburg ihrer Bewegung. Sie haben leider recht. Schon das Straßenbild zeigt dies. Die bekannte Hitler-Uniform belebt die Verkehrswege. An allen Straßenecken wird die völkische Presse, häufig von Uniformierten, feilgeboten. Öffentliche Ankündigungen, nicht nur politischer, sondern auch gesellschaftlicher Veranstaltungen treiben mit dem Zusatz ›Juden haben keinen Zutritt‹ dem jüdischen Deutschen, aber auch jedem anderen gerecht Denkenden die Schamröte ins Gesicht. Schlaglichter auf den alltäglichen Antisemitismus vor 1933 in Franken weiterlesen »
Terror wurde Normalität
6. November 2021
Antijüdische Angriffe in Berlin während der Weimarer Republik
Nach dem Ersten Weltkrieg und der Zerschlagung der Novemberrevolution 1918 formierten sich in Berlin neue rechts-konservative und nationalistische Organisationen. Sie fungierten als Sammelbecken für die sogenannten Verlierer des Krieges. Schon zügig wurde auf Versammlungen und in Schmähschriften dieser reaktionären Gruppierungen ein Sündenbock gefunden. Es hieß, die Juden seien für die Niederlage und die daraus folgenden Krisen verantwortlich. Die Weimarer Republik wurde in konservativen und rechtsradikalen Kreisen als »Judenrepublik« diffamiert und ihre neue Fahne »Schwarz-Rot-Gold« als »Judenfahne« verunglimpft. Bereits 15 Jahre vor der Machtübertragung an die NSDAP bediente man sich in Hetzpamphleten antisemitischer Stereotype und rief zur Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung von Berlin auf. Terror wurde Normalität weiterlesen »
Gegen alles Gewalttätige
6. November 2021
Erinnerung an Ludwig Baumann
Kaum ein anderer Verfolgter des Naziregimes hat die Debatte um die Verbrechen der Wehrmacht und die Rehabilitierung derer, die ihr den Dienst verweigerten, so geprägt wie Ludwig Baumann. Am 13. Dezember wäre er 100 Jahre alt geworden.
Ludwig war ein schüchterner Hamburger Junge mit humanistischen Überzeugungen und einer tiefen Abneigung gegen alles Militärische und Gewalttätige. Nach der Machtübertragung an die Nazis verweigerte er den Eintritt in die Hitlerjugend. 1940 wurde er zur Kriegsmarine einberufen. Zur neuen Hafenkompanie in Bordeaux kam er, weil sein in der Nähe stationierter Truppenteil ein paar Soldaten abstellen musste und »natürlich zuerst die Pfeifen schickte, die man loswerden wollte« – wie er gern vor Schulklassen berichtete. Gegen alles Gewalttätige weiterlesen »






























